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Alice Weidel und das rechtsextreme Magazin
International 21.06.2022
AfD-Parteitag

Alice Weidel und das rechtsextreme Magazin

Alice Weidel wurde in Riesa zur AfD-Bundesvorsitzenden gewählt.
AfD-Parteitag

Alice Weidel und das rechtsextreme Magazin

Alice Weidel wurde in Riesa zur AfD-Bundesvorsitzenden gewählt.
Foto: Sebastian Kahnert/dpa
International 21.06.2022
AfD-Parteitag

Alice Weidel und das rechtsextreme Magazin

Tom RÜDELL
Tom RÜDELL
Die AfD kippt mit ihrem neuen Bundesvorstand noch weiter nach rechts. Und die neue Vorsitzende wird im Interview mit ihrem eigenen Außenauftritt konfrontiert.

Der Parteitag der AfD im sächsischen Riesa brachte der deutschen Rechtsaußen-Partei eine neue Doppelspitze: Die bisherige stellvertretende Vorsitzende Alice Weidel wurde am Samstag mit 67,3 Prozent zur neuen Parteivorsitzenden gewählt, Timo Chrupalla mit der knappen Mehrheit von 53,4 Prozent für zwei weitere Jahre im gleichen Amt bestätigt. Beide sind auch Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion. 

Vor allem die arg knappe Bestätigung Chrupallas als Parteichef, aber vor allem die neue Besetzung des Bundesvorstands, in dem kein Vertreter des gemäßigten Lagers mehr präsent ist, gilt als Punktsieg des rechten Parteiflügels um den vom Verfassungsschutz beobachteten Björn Höcke.


Tino Chrupalla und Alice Weidel stehen vor Beginn des Bundesparteitag der AfD in der Sachsenarena auf der Bühne.
Weidel und Chrupalla gemeinsam an der Spitze der AfD
Der AfD-Parteitag hat entschieden: Tino Chrupalla und Alice Weidel sollen neben der Bundestagsfraktion nun auch die Partei gemeinsam führen.

Die Frage, wie rechtsextrem die AfD ist, verfolgt die Partei dank diverser Personalien und Aussagen schon seit langem – nach dem Parteitag wird sie noch lauter. Der Politikwissenschaftler Wolfgang Schröder spricht in der ARD gar von „Höcke-Festspielen“ und einer „Höckisierung der AfD“. 

„Kein Problem mit Rechtsextremismus“

Die neugewählte Vorsitzende Weidel streitet im ARD-Interview ab, dass die Partei ein „Problem mit Rechtsextremisten“ habe. Der Interviewer Martin Schmidt konfrontiert sie daraufhin mit einer Ausgabe des rechtsextremen Magazins „Zuerst!“, das nach seiner Ausgabe am Eingang zum Parteitag verteilt wird - „Seit drei Tagen, ein ganzer Stand im Eingangsbereich“. Das Monatsmagazin „Zuerst!“ erscheint seit 2009, Experten rechnen es klar dem rechtsextremen Spektrum zu. 

Beispiele dafür sind nicht schwer zu finden. Im von Schmidt vorgelegten Heft: Werbung für Kalender mit Titeln wie „Männer der Waffen-SS“ („unter Hervorhebung ihrer Waffentaten“) oder „Die schönsten Aktaufnahmen von 1920 bis 1945“. Weidel gibt sich ahnungslos: „Was haben wir mit dieser Zeitung zu tun?“, „Wir haben die bestimmt nicht eingeladen.“ Sie blättert die Zeitschrift durch und sagt schließlich: „Dazu kann ich nichts mehr sagen.“

„Was haben wir mit dieser Zeitung zu tun?“, fragt Alice Weidel rhetorisch.
„Was haben wir mit dieser Zeitung zu tun?“, fragt Alice Weidel rhetorisch.
Foto: Screenshot web.archive.org

Zumindest die Frage, was sie persönlich, und damit auch die AfD, mit „dieser Zeitung“ zu tun hat, lässt sich indes leicht beantworten: Im Video erkennt man das Titelbild mit der Schlagzeile „Die Afghanen kommen“. Es handelt sich also um die „Zuerst!“-Ausgabe vom November 2021 - in der laut Inhaltsverzeichnis Weidel selbst unter dem Titel „Die AfD ist der Anwalt der Bürger“ ein Interview gibt. 

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