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Afrikanische Schweinepest in Deutschland angekommen
International 10.09.2020 Aus unserem online-Archiv

Afrikanische Schweinepest in Deutschland angekommen

In Frankfurt/Oder in Brandenburg wurden im Dezember 2019 Schutzzäune gegen die Schweinepest montiert.

Afrikanische Schweinepest in Deutschland angekommen

In Frankfurt/Oder in Brandenburg wurden im Dezember 2019 Schutzzäune gegen die Schweinepest montiert.
Foto: Patrick Pleul/dpa
International 10.09.2020 Aus unserem online-Archiv

Afrikanische Schweinepest in Deutschland angekommen

Sie kursiert schon länger in Polen und anderen Ländern, nun ist auch Deutschland betroffen: In Brandenburg ist bei einem Wildschweinkadaver die Afrikanische Schweinepest nachgewiesen worden.

(dpa) - Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist erstmals in Deutschland nachgewiesen worden. Die Tierseuche wurde bei einem toten Wildschwein in Brandenburg nahe der Grenze zu Polen bestätigt, wie Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) am Donnerstag in Berlin mitteilte. „Der Verdacht hat sich leider bestätigt“, sagte sie. „Die Afrikanische Schweinepest ist für den Menschen ungefährlich.“ Vom Verzehr von möglicherweise kontaminiertem Fleisch gehe keine Gefahr für den Menschen aus. Für Schweine sei die Seuche fast immer tödlich.

Der Kadaver des Wildschweins war wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt im Landkreis Spree-Neiße gefunden worden. Das Friedrich-Loeffler-Institut, das als nationales Referenzlabor Verdachtsfälle abklärt, brachte den endgültigen Nachweis. Damit verliert Deutschland den Status als „seuchenfrei“. Nun können Exportstopps für Schweinefleisch ins Nicht-EU-Ausland drohen, zum Beispiel nach Asien. Bei den Bauern gibt es deshalb große Sorgen vor wirtschaftlichen Auswirkungen.

Illegale Speiseabfälle als Ausgangspunkt

Ein Übertreten der Tierseuche nach Deutschland wird seit längerem befürchtet. Seit mehreren Monaten kursiert die Afrikanische Schweinepest in Polen. Im März wurde im Nachbarland ein daran gestorbenes Wildschwein nur etwas mehr als zehn Kilometer vor der Grenze zu Deutschland entdeckt. Als Ursache für die Verbreitung in Europa wird die illegale Entsorgung von Speiseabfällen vermutet, die den Erreger enthielten. 


Die Afrikanische Schweinepest befällt ausschliesslich Haus- und Wildschweine.
Afrikanische Schweinepest am Abklingen
In Belgien wurde der letzte positive Fall am 12. August festgestellt. Trotzdem ist die Gefahr noch nicht gebannt.

Brandenburg hatte in den Kreisen Oder-Spree und Spree-Neiße sowie in der Stadt Frankfurt (Oder) einen 120 Kilometer langen Elektroschutzzaun an der Grenze errichtet. Er soll Wildschweine aufhalten. Ein fester Schutzzaun im Kreis Spree-Neiße ist geplant. Auch am sächsischen Grenzverlauf wurde ein Zaun gebaut. Zwischen 2018 und 2019 gab es auch vermehrt Fälle in Belgien an der Grenze zu Frankreich und Luxemburg, was die Behörden ebenfalls tätig werden ließ.

Für das Krisenmanagement sind die örtlichen Behörden zuständig. Wird die Schweinepest bei einem Wildschwein festgestellt, wird nach Angaben des Bundesministeriums ein „gefährdeter Bezirk“ festgelegt und eine Pufferzone eingerichtet. Hausschweine und Schweinefleisch dürfen dann aus diesen Gebieten - bis auf Ausnahmen - nicht herausgebracht werden.


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