Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Afghanistans Präsident unterschreibt umstrittene Taliban-Freilassung
International 10.08.2020

Afghanistans Präsident unterschreibt umstrittene Taliban-Freilassung

Die Loja Dschirga hatte die Freilassung empfohlen.

Afghanistans Präsident unterschreibt umstrittene Taliban-Freilassung

Die Loja Dschirga hatte die Freilassung empfohlen.
Foto: AFP
International 10.08.2020

Afghanistans Präsident unterschreibt umstrittene Taliban-Freilassung

Am Sonntag hatte eine traditionelle Ratsversammlung, die sogenannte Loja Dschirga, der Regierung die umstrittene Freilassung empfohlen.

(dpa) - Afghanistans Präsident Aschraf Ghani hat die umstrittene Anordnung zur Freilassung von 400 Talibankämpfern unterzeichnet. Dies teilte der Präsidentenpalast am Montagabend in Kabul mit. Ghani folgte damit einer Empfehlung der großen Ratsversammlung. Die Freilassung von 400 als besonders gefährlich eingestuften Taliban galt als wichtigste Forderung der militanten Gruppe vor Beginn der Friedensverhandlungen.

Die Taliban bezeichneten den Schritt als „gute Entscheidung“. Nach Freilassung der Gefangenen sei ihr Verhandlungsteam innerhalb von einer Woche zum Beginn der Friedensgespräche bereit, sagte der Sprecher des politischen Büros der Taliban, Suhail Schahin, der Deutschen Presse-Agentur.

Beschluss der Ratsversammlung


White House Press Secretary Kayleigh McEnany holds a press briefing at the White House in Washington, DC, June 22, 2020. (Photo by SAUL LOEB / AFP)
Berichte: Russland versprach Taliban Geld für Angriff auf US-Soldaten
Die Berichte dürften auch zu kritischen Nachfragen der Demokraten im Kongress führen. Sie werfen dem Republikaner Trump seit Langem vor, gegenüber Russland einen Kuschelkurs zu fahren.

Am Sonntag hatte eine traditionelle Ratsversammlung, die sogenannte Loja Dschirga, der Regierung die umstrittene Freilassung empfohlen. Experten gingen davon aus, dass Ghani diese kontroverse Entscheidung nicht selbst treffen wollte und dafür die Ratsversammlung einberufen hatte. Immer wieder hatte er betont, die 400 Taliban wegen der von ihnen begangenen Verbrechen nicht begnadigen zu können.

Der US-Sondergesandte für Aussöhnung in Afghanistan, Zalmay Khalilzad, begrüßte die Entscheidung der Loja Dschirga. „In den nächsten Tagen erwarten wir den Abschluss der Freilassung der Gefangenen, dann die Reise des Teams der Islamischen Republik (Afghanistans) nach Doha und von dort die sofortige Aufnahme innerafghanischer Verhandlungen“, schrieb Khalilzad auf Twitter.

Wegbereiter für Friedensgespräche


Das Abkommen wurde in der Hauptstadt von Katar - Doha - unterschrieben.
USA und Taliban unterzeichnen Abkommen in Doha
Ein erster Schritt in Richtung Frieden in Afghanistan ist getan. Die USA und die militant-islamistischen Taliban unterzeichnen ein Abkommen. Aber die harten Verhandlungen für einen innerafghanischen Friedensschluss stehen erst noch bevor.

Die USA hatten mit den Taliban am 29. Februar in Doha (Katar) ein Abkommen unterzeichnet, das einen Abzug der internationalen Truppen vorsieht. Im Gegenzug versicherten die Taliban, ihre Beziehungen mit anderen Terrororganisation zu beenden. Gleichzeitig soll es den Weg für innerafghanische Friedensgespräche bereiten; dafür war ein Gefangenenaustausch als vertrauensbildende Maßnahme vereinbart worden. Bis zu 5000 inhaftierte Taliban sollten im Tausch gegen 1000 von den Rebellen festgehaltene Gefangene der Regierung freikommen.    

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

USA und Taliban unterzeichnen Abkommen in Doha
Ein erster Schritt in Richtung Frieden in Afghanistan ist getan. Die USA und die militant-islamistischen Taliban unterzeichnen ein Abkommen. Aber die harten Verhandlungen für einen innerafghanischen Friedensschluss stehen erst noch bevor.
Das Abkommen wurde in der Hauptstadt von Katar - Doha - unterschrieben.
Trump: US-Gespräche mit Taliban sind „tot“
Seit Monaten verhandeln die USA mit den Taliban, Ziel ist der Abzug der US-Truppen. Trump möchte die Soldaten weiterhin nach Hause holen - die Gespräche mit den Taliban aber sind aus seiner Sicht nun „tot“.
(FILES) In this file photo taken on September 4, 2019 US President Donald Trump updates the media on Hurricane Dorian preparedness from the Oval Office at the White House in Washington, DC. - US President Donald Trump on September 9, 2019, tweeted that secret meetings that were to be held at Camp David with Taliban leaders and the Afghan president on Sunday had been cancelled following a bombing in Kabul last week. (Photo by JIM WATSON / AFP)