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AfD-Vorsitz: Jörg Meuthen und Tino Chrupalla gewählt
International 2 Min. 30.11.2019

AfD-Vorsitz: Jörg Meuthen und Tino Chrupalla gewählt

Jörg Meuthen wird die AFD auch in den kommenden zwei Jahren mit führen.

AfD-Vorsitz: Jörg Meuthen und Tino Chrupalla gewählt

Jörg Meuthen wird die AFD auch in den kommenden zwei Jahren mit führen.
Foto: AFP
International 2 Min. 30.11.2019

AfD-Vorsitz: Jörg Meuthen und Tino Chrupalla gewählt

Der Europa-Parlamentarier und bisherige Parteichef Meuthen wird auf dem Bundesparteitag in Braunschweig rund 69 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Tino Chrupalla erhält rund 55 Prozent und folgt auf Alexander Gauland.

(dpa) - Die AfD hat Jörg Meuthen als einen ihrer beiden Bundesvorsitzenden im Amt bestätigt. Der Europa-Parlamentarier setzte sich am Samstag beim Bundesparteitag in Braunschweig gegen die Mitbewerber Nicole Höchst und Wolfgang Gedeon mit 69,18 Prozent der Stimmen durch. Die Bundestagsabgeordnete Höchst kam auf 24,83 Prozent, der mit Buh-Rufen empfangene Gedeon nur auf 3,77 Prozent.

Der sächsische Bundestagsabgeordnete Tino Chrupalla setzte sich später mit  54,51 Prozent in einer Stichwahl gegen Gottfried Curio um den Posten als zweiter Parteivorsitzende durch. Der 44-Jährige tritt die Nachfolge von Alexander Gauland an, der ihn als Kandidaten vorgeschlagen hatte.  

Meuthen gegen Rechtsruck in der AfD

Meuthen rief in seiner Vorstellungsrede die AfD auf, in den nächsten Jahren Regierungsfähigkeit zu erwerben. „Wir müssen bereit sein. Deutschland braucht uns“, sagte er. Die Partei habe in den vergangenen Jahren ihre Professionalität deutlich verbessert, dürfe dabei aber jetzt nicht stehen bleiben. „Jetzt kommt erst die eigentliche Bergetappe.“ Meuthen bezeichnete seinen politischen Kurs als „konservativ, freiheitlich und patriotisch“.

Der alte und neue AfD-Vorsitzende wandte sich strikt gegen einen Rechtsruck seiner Partei. „Für eine Rechtsaußenpolitik stünde ich nicht zur Verfügung“, betonte er. Er halte auch die Unvereinbarkeitsliste der AfD, die eine Mitgliedschaft in bestimmten anderen Gruppierungen wie der Identitären Bewegung ausschließt, für absolut notwendig.

Meuthen steht seit Juli 2015 an der Spitze der AfD - anfangs als Co-Vorsitzender neben Frauke Petry, später zusammen mit Alexander Gauland.

Der Malermeister Chrupalla

Gauland hat schon vor Monaten nach einem möglichen Nachfolger Ausschau gehalten. Als Tino Chrupalla im Gespräch war als Spitzenkandidat für die sächsische Landtagswahl, fand der Mann mit der Hundekrawatte, das sei keine gute Idee. Er hatte größere Aufgaben im Sinn für den Malermeister aus Görlitz.

Chrupalla erschien ihm und auch der Co-Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel als perfekte Besetzung für die Parteispitze: Ostdeutscher, Familienvater, Handwerker, keine größeren Skandale. Chrupalla ist ein Netzwerker, hat gute Beziehungen zum rechtsnationalen „Flügel“ aufgebaut, ohne selbst durch radikale Äußerungen aufzufallen. Und er hat in seiner sächsischen Heimat bewiesen, dass er Wahlen gewinnen kann. Auch dies ein Grund dafür, dass Weidel seine Kandidatur für den Vorsitz unterstützte: „Der Mann gehört genau da hin“, sagt sie vor den Wahlen in Braunschweig.


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Gauland setzt auf Zusammenarbeit mit CDU

Gauland legt in seiner Eröffnungsrede eine Art Bilanz vor. „Wir haben dieses Land verändert. Und wir haben den Menschen eine Stimme gegeben, die sich allein kaum noch trauten, der Auflösung unseres Nationalstaates in der Merkelschen Willkommenskultur zu widersprechen.“ Und Gauland gibt seiner Partei ein paar Dinge mit auf den Weg. Vor allem den Rat, strikt an ihrem Kurs festzuhalten.

Seine Prognose: Irgendwann wird die CDU mangels anderer Machtoption gar keine andere Wahl mehr haben als ihre Boykottpolitik gegenüber der AfD aufzugeben. Und Gauland mahnt: „Mich treibt die Sorge um, dass wir den Mantel der Geschichte verfehlen, um in Bismarcks Bild zu bleiben. Die Chance, die wir mit der AfD haben, kommt nicht zurück, wenn sie vertan ist.“


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 / AFP PHOTO / dpa / Monika Skolimowska / Germany OUT
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