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Abdeslam fuhr Killerkommando zum Stade de France
International 2 Min. 20.03.2016 Aus unserem online-Archiv
Mutmaßlicher Attentäter im Gefängnis von Brügge inhaftiert

Abdeslam fuhr Killerkommando zum Stade de France

Der mutmaßliche Terrorist Abdeslam verbringt seine zweite Nacht hinter den Gittern des Gefängnisses in Brügge.
Mutmaßlicher Attentäter im Gefängnis von Brügge inhaftiert

Abdeslam fuhr Killerkommando zum Stade de France

Der mutmaßliche Terrorist Abdeslam verbringt seine zweite Nacht hinter den Gittern des Gefängnisses in Brügge.
Foto: AFP
International 2 Min. 20.03.2016 Aus unserem online-Archiv
Mutmaßlicher Attentäter im Gefängnis von Brügge inhaftiert

Abdeslam fuhr Killerkommando zum Stade de France

Salah Abdeslam soll im November ein Killerkommando zum Stade de France gefahren, seinen eigenen Sprengstoffgürtel aber weggeworfen haben. Was die Ermittler über den Terrorverdächtigen erzählen, beantwortet einige offene Fragen - und wirft neue auf.

(dpa) - Nach der Vernehmung des festgenommenen Terrorverdächtigen Salah Abdeslam treten neue Details zum mutmaßlichen Ablauf der Pariser November-Anschläge zutage.  Der belgische Außenminister Didier Reynders sagte am Sonntag bei einer Veranstaltung in Brüssel, dass Abdeslam "eine weitere Tat in Brüssel geplant hatte".

Ermittlern zufolge war der Islamist als Fahrer und Mitattentäter eines Selbstmordkommandos am Stade de France, machte dann aber einen Rückzieher und entledigte sich seines Sprengstoffgürtels. Nach der Festnahme des 26-jährigen Franzosen und weiterer Verdächtiger in Brüssel hat Frankreich nun seine Grenzkontrollen verschärft.

Der französische Staatsanwalt François Molins sagte bei einer Pressekonferenz am Samstagabend, dass Abdeslam das Killerkommando zum Stade de France gefahren hat.
Der französische Staatsanwalt François Molins sagte bei einer Pressekonferenz am Samstagabend, dass Abdeslam das Killerkommando zum Stade de France gefahren hat.
Foto: AFP

Die Ermittler gehen inzwischen zweifelsfrei davon aus, dass der zehn Tage nach den Pariser Anschlägen vom 13. November im Vorort Montrouge in einem Mülleimer gefundene Sprengstoffgürtel von Abdeslam abgelegt wurde. Das sagte der französische Staatsanwalt François Molins am Samstagabend in Paris. Nahe Montrouge war am Abend der Anschläge das Mobiltelefon von Abdeslam geortet worden.

Killerkommando zum Stade de France gefahren

Laut Molins hatte Abdeslam mit einem Kleinwagen das Killerkommando zum Stade de France gefahren, das dort während des Fußball-Länderspiels Frankreich-Deutschland ein Massaker anrichten sollte. Auch Abdeslam selbst habe sich im Stadion in die Luft sprengen wollen, sich dann aber doch anders entschieden. Das Motiv für seinen Sinneswandel, von dem er laut Molins bei den Vernehmungen berichtete, ist unklar.

Die anderen drei Selbstmordattentäter vom Stade de France sprengten sich letztlich vor dem Stadion in die Luft, weil sie nicht hineingelangten. Ein Passant starb dabei. Insgesamt wurden bei den Anschlägen 130 Menschen umgebracht und mehr als 350 verletzt.

„Viele Fragen sind noch offen“, sagte Molins zur Rolle Abdeslams. „Vor allem jene, die seine Präsenz am 13. November ab 22.00 Uhr im 18. Pariser Arrondissement betreffen, nachdem er das Stade-de-France-Kommando in einem (Renault) Clio abgesetzt hat, und warum er sich seines Sprengstoffgürtels in Montrouge entledigt hat.“

Abdeslam war am Freitagnachmittag in der als Islamistenhochburg geltenden Brüsseler Gemeinde Molenbeek festgenommen und dabei leicht am Bein verletzt worden. Frankreich hat einen europäischen Haftbefehl gegen ihn erlassen und will ihm im Land der Anschläge den Prozess machen. Mit der endgültigen Entscheidung über die Überstellung Abdeslams von Belgien an die französischen Behörden wird laut Molins in zwei bis drei Monaten gerechnet.

Stärkere Grenzkontrollen in Frankreich

Am Samstagabend verkündete Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve, er habe zusätzliche Polizisten abstellen lassen, um die Kontrollen an den Grenzen des Landes zu verstärken. Die Bedrohungslage sei nach wie vor „extrem erhöht“, sagte er dem Sender TF1. Demnach hatte die Polizeibehörde Interpol ihren 190 Mitgliedstaaten am Samstag erhöhte Wachsamkeit an den Grenzen empfohlen, um etwaige Komplizen Abdeslams an der Flucht zu hindern.


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