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88 gerettete Migranten erreichen Italien
International 03.11.2019 Aus unserem online-Archiv

88 gerettete Migranten erreichen Italien

Ein Foto vom 26. Oktober zeigt die Migranten in einem Schlauchboot vor der Küste Libyens.

88 gerettete Migranten erreichen Italien

Ein Foto vom 26. Oktober zeigt die Migranten in einem Schlauchboot vor der Küste Libyens.
Foto: Julie Bourdin/Moonbird/Sea-Eye/dpa
International 03.11.2019 Aus unserem online-Archiv

88 gerettete Migranten erreichen Italien

Nach einem riskanten Rettungseinsatz vor der Küste Libyens sind nun die Migranten und die Crew der "Alan Kurdi" in Sicherheit.

(dpa) - Rund eine Woche nach einem riskanten Einsatz vor der Küste Libyens ist das deutsche Rettungsschiff „Alan Kurdi“ mit 88 Migranten an Bord in Tarent (Taranto) in Süditalien eingetroffen. Die Geretteten seien von den italienischen Behörden einzeln erstversorgt und registriert worden, sagte der Sprecher der Organisation Sea-Eye, Gorden Isler, am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

„Es geht glücklicherweise allen gut. Sie hatten ein großes Lächeln im Gesicht“, sagte die örtliche Sozialstadträtin Gabriella Ficocelli in Tarent. An Bord seien auch fünf unbegleitete Kinder und eine Frau gewesen. Einer der Geretteten kniete nach der Ausschiffung an Land nieder und küsste den Boden, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Nach Angaben von Ansa wollen Deutschland und Frankreich 60 Migranten der „Alan Kurdi“ aufnehmen, Portugal 5 und Irland 2. Die restlichen 21 blieben in Italien. In Sizilien gingen am Sonntag zudem rund 150 Migranten an Land, die vor Libyen vom italienischen Frachter „Asso Trenta“ aufgenommen worden waren.

Rettungsschiff war von libyschen Miliz bedroht worden

Das italienische Innenministerium hatte der „Alan Kurdi“ erst am Freitag die Erlaubnis erteilt, in Tarent anzulegen. Nach rund einer Woche auf dem Mittelmeer war die Crew in italienische Hoheitsgewässer eingefahren. Sea-Eye hatte dies mit dem schlechten Wetter begründet.

„Wir sind froh, dass diese schwierige Seeblockade endlich beendet worden ist“, sagte Isler. „Sowohl Crew als auch Gerettete waren vor gut einer Woche Opfer eines schweren bewaffneten Überfalls durch eine libysche Miliz“, ergänzte er.


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Das Schiff hatte die Migranten am 26. Oktober vor der Küste Libyens aufgenommen. Die Besatzung war Sea Eye zufolge bei der Rettung von einer libyschen Miliz auf See bedroht worden, Maskierte hätten Warnschüsse in die Luft und ins Wasser abgegeben.

Die „Alan Kurdi“ werde nun den nächsten Einsatz vorbereiten, sagte Isler. Dafür sei mindestens eine Woche Pause notwendig, denn die Crew müsse ausgetauscht werden. Mit rechtlichen Konsequenzen wegen des Einfahrens in italienische Gewässer rechne die Organisation nicht, denn sie habe nicht illegal gehandelt. „Das war ein juristisch einwandfreies Verhalten“, sagte er mit Verweis auf das Seerecht. Dieses erlaube Seeschiffen die freie und friedliche Durchfahrt durch Gewässer von Küstenstaaten. Dies sei erst durch den damaligen Innenminister und Lega-Chef Matteo Salvini infrage gestellt worden.

 Bei der Rettung von Migranten aus dem Mittelmeer ist die Besatzung des deutschen Rettungsschiffs «Alan Kurdi» nach eigenen Angaben von libyschen Streitkräften mit Schusswaffen bedroht worden. Viele Migranten seien in Panik ins Wasser gesprungen. Es gelang der Crew später die Migranten wieder an Board zu bringen.
Bei der Rettung von Migranten aus dem Mittelmeer ist die Besatzung des deutschen Rettungsschiffs «Alan Kurdi» nach eigenen Angaben von libyschen Streitkräften mit Schusswaffen bedroht worden. Viele Migranten seien in Panik ins Wasser gesprungen. Es gelang der Crew später die Migranten wieder an Board zu bringen.
Foto: Julie Bourdin/Sea-Eye/dpa






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