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737-Max-Abstürze: Whistleblower erhebt schwere Vorwürfe gegen Boeing
International 4 1 12.12.2019

737-Max-Abstürze: Whistleblower erhebt schwere Vorwürfe gegen Boeing

Neben dem früheren Boeing-Manager Ed Pierson sprach auch FAA-Chef Steve Dickson vor dem Kongress.

737-Max-Abstürze: Whistleblower erhebt schwere Vorwürfe gegen Boeing

Neben dem früheren Boeing-Manager Ed Pierson sprach auch FAA-Chef Steve Dickson vor dem Kongress.
Foto: AFP
International 4 1 12.12.2019

737-Max-Abstürze: Whistleblower erhebt schwere Vorwürfe gegen Boeing

"Ich habe eine Fabrik im Chaos erlebt und Monate vor dem ersten Absturz schwerwiegende Bedenken über die Fertigungsqualität an ranghohe Boeing-Führungskräfte durchgegeben", so der frühere Boeing-Manager Ed Pierson.

(dpa) - Der US-Luftfahrtriese Boeing gerät in der Krise um seinen nach zwei verheerenden Abstürzen weltweit mit Startverboten belegten Unglücksjet 737 Max immer weiter unter Druck. Bei den beiden Abstürzen waren insgesamt 346 Menschen gestorben. Ein Whistleblower erhob bei einer Kongressanhörung in Washington am Mittwoch schwere Anschuldigungen gegen den Flugzeugbauer.

11. März 2019: Das Wrack einer Boeing 737 Max von Ethiopia Airlines. 157 Menschen kamen bei dem Absturz ums Leben.
11. März 2019: Das Wrack einer Boeing 737 Max von Ethiopia Airlines. 157 Menschen kamen bei dem Absturz ums Leben.
AFP

"Ich habe eine Fabrik im Chaos erlebt und Monate vor dem ersten Absturz schwerwiegende Bedenken über die Fertigungsqualität an ranghohe Boeing-Führungskräfte durchgegeben", erklärte der frühere Boeing-Manager Ed Pierson. Vor dem zweiten Unglück habe er erneut Probleme gemeldet, doch keiner seiner Hinweise habe etwas bewirkt.

Boeing steht im Verdacht, die Unglücksflieger überstürzt auf den Markt gebracht und die Sicherheit vernachlässigt zu haben. Der Konzern streitet dies ab, hat aber Fehler bei der 737 Max zugegeben. Als eine wesentliche Absturzursache gelten Software-Fehler bei einer Steuerungsautomatik, die Boeing per Update beheben will.

Bei der Anhörung vor einem Kongressausschuss ging es auch um die Rolle der US-Luftfahrtaufsicht FAA. Sie steht wegen der Zulassung der 737 Max ebenfalls stark in der Kritik. FAA-Chef Steve Dickson verteidigte die Behörde, räumte aber ein, dass das sehr zögerlich verhängte Flugverbot für die 737 Max aus heutiger Sicht zu spät kam.

Am Morgen hatte Dickson Boeings Hoffnungen auf eine rasche Wiederzulassung des Unglücksfliegers gedämpft. "Wir werden bei dem Prozess alle nötigen Schritte befolgen, wie lange auch immer es dauern wird", sagte der FAA-Chef im Sender CNBC. In diesem Jahr werde es sicherlich keine Betriebserlaubnis für die 737 Max mehr geben.

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Bei der Anhörung im Kongress drohte der Behördenleiter Boeing zudem mit Konsequenzen. "Ich behalte mir das Recht vor, weitere Maßnahmen zu ergreifen", sagte Dickson. Die FAA kündigte zudem an, dass sie wegen möglicher Produktionsmängel gegen Boeing Ermittlungen betreibe.


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(FILES) In this file photo taken on June 27, 2019, a Boeing 737 MAX airplane is stored on an employee parking lot adjacent to Boeing Field in Seattle, Washington. - Boeing could report its biggest loss ever on July 24, 2019, sagging under the weight of $5.6 billion in costs so far due to the crisis surrounding the 737 MAX aircraft. The top-selling plane has been grounded worldwide since March 13 following a second devastating crash. The Ethiopian Airlines catastrophe that killed 157 passengers and crew, came on the heels of a Lion Air crash last fall killing 189 people. (Photo by STEPHEN BRASHEAR / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / AFP)
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