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7000 Paar Schuhe aus Protest gegen Waffengewalt
International 4 2 Min. 14.03.2018 Aus unserem online-Archiv

7000 Paar Schuhe aus Protest gegen Waffengewalt

Der Rasen rund um das US-Kongressgebäude in Washington wurde mit Schuhen verziert. Der Grund: Es soll ein Protest gegen die verbreitete Waffengewalt in den USA sein.

7000 Paar Schuhe aus Protest gegen Waffengewalt

Der Rasen rund um das US-Kongressgebäude in Washington wurde mit Schuhen verziert. Der Grund: Es soll ein Protest gegen die verbreitete Waffengewalt in den USA sein.
Foto: AFP
International 4 2 Min. 14.03.2018 Aus unserem online-Archiv

7000 Paar Schuhe aus Protest gegen Waffengewalt

Ein ungewöhnlicher Protestansatz in Washington: Am Dienstag stellten Aktivisten 7000 Schuhpaare auf den Rasen des US-Kapitols und setzten somit ein Zeichen gegen die politisch geschützte Waffenlobby.

(dpa) - Auf dem Rasen am US-Kongress in Washington haben Aktivisten 7000 Paar Schuhe aufgestellt. Diese gelten als Symbole, um an die seit dem Schulmassaker von Newtown in 2012 in den USA erschossenen Kinder zu gedenken.

Bei dem Massaker in Newtown im Staat Connecticut im Jahr 2012 hatte ein 20-Jähriger 27 Menschen, die meisten von ihnen Kinder, und anschließend sich selbst getötet.
Bei dem Massaker in Newtown im Staat Connecticut im Jahr 2012 hatte ein 20-Jähriger 27 Menschen, die meisten von ihnen Kinder, und anschließend sich selbst getötet.
AFP

Zu ihrer Aktion vom Dienstag veröffentlichte die Gruppe Avaaz ein Foto, auf dem Aktivisten vor dem bekannten Kapitolgebäude stehen und Banner wie „7000 Kinder getötet“ und #NotOneMore - „Nicht eines mehr “ hochhalten.

Um auf die Zahl 7000 zu kommen, hatte Avaaz Zahlen aus einem Bericht des US-Kinderärzteverbandes verwendet und hochgerechnet. Demnach werden in den USA jedes Jahr fast 1300 Kinder erschossen.

Die Schuhpaare, darunter auch Rollschuhe und Ballettschuhe, stammten dem US-Sender CNN zufolge aus Spenden. Die Aktivisten stellten sie in etwa 80 Reihen über die Rasenfläche verteilt auf.



TOPSHOT - A student holds a sign at Georgetown University in Washington, DC, on March 14, 2018 during a national walkout to protest gun violence, one month after the school shooting in Parkland, Florida, in which 17 people were killed. / AFP PHOTO / NICHOLAS KAMM
17 Minuten Stille: Protest gegen Waffengewalt in den USA
Einen Monat ist es her, dass ein 19-Jähriger an einer Schule in Florida 17 Menschen tötete. Auch weiterhin wollen sich die protestierenden Schüler nicht mundtot machen lassen.

Am Mittwoch standen ebenfalls in zahlreichen Schulen im ganzen Land ab 10.00 Uhr Ostküstenzeit (15.00 Uhr bei uns) der Unterricht 17 Minuten lang still. Schüler und Lehrer verließen die Klassenräume, um der 17 Todesopfer des Schulmassakers von Parkland, Florida, vor einem Monat zu gedenken.

Auch vor dem Weißen Haus in Washington versammelten sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Sie wandten sich mit Plakaten gegen die Waffenlobby und stimmten Sprechchöre mit der Forderung „Wir wollen Veränderung“ an.

Nach dem Blutbad hatte sich eine lautstarke Protestbewegung formiert. Mehrere engagierte Überlebende aus Florida erhoben dabei in den Medien und bei diversen Protestaktionen ihre Stimme, um härtere Waffengesetze und ein Umdenken der Politiker zu fordern. Am vergangenen Freitag unterzeichnete Floridas Gouverneur dann endlich ein strengeres Waffengesetz.


US President Donald Trump shakes hands with Marjory Stoneman Douglas High School student Ariana Klein (R) watched by fellow student Carson Abt at the start of a �listening session� on gun violence with teachers and students in the State Dining Room of the White House on February 21, 2018. / AFP PHOTO / MANDEL NGAN
Nach Parkland: Trump will Lehrer bewaffnen
Eine Woche ist seit dem Massaker von Parkland vergangen. US-Präsident Trump lädt Überlebende zu sich ein. Bei der Suche nach politischen Lösungen heißt er auch eine Idee gut, die von der Waffenlobby stammt.

US-Präsident Donald Trump hingegen sorgte nach dem Amoklauf in Parkland für hitzige Schlagzeilen. Mit der Aussage "Wir müssen die Lehrer bewaffnen, um die Amokläufer zu bekämpfen", stieß er weltweit - wie schon mehrmals in der Vergangenheit - auf Spott und Entsetzen.

Zusätzlich zu den Protesten am Mittwoch ist für den 24. März ein „Marsch für unser Leben“ in Washington geplant. Dazu werden Zehntausende Teilnehmer erwartet.



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Parkland und die Folgen
Am 14. Februar erschießt ein 19-Jähriger 17 Menschen an der Highschool von Parkland, Florida. Solche grausamen Zwischenfälle gab es in den USA schon öfter. Diesmal regt sich aber Widerstand - gegen die Regierung, den Waffenkult, die NRA.
(FILES) In this file photo taken on February 15, 2018 Mourners grieve as they await the start of  a candlelight vigil for victims of the Marjory Stoneman Douglas High School shooting in Parkland, Florida. 
There have been renewed calls for stricter gun control in the United States following the shooting deaths last week of 14 students and three adults at a Florida high school. The White House has said following the Florida school shooting that President Donald Trump supports efforts to improve the federal background check system for gun buyers. / AFP PHOTO / RHONA WISE
Eine 18-Jährige gibt dem Protest ein Gesicht
Etwas fühlt sich anders an nach diesem furchtbaren Schulmassaker in den USA, zumindest für den Moment. Dass sich Tränen, Trauer und Wut so rasch auch in konkrete Aktionen umformen und artikulieren, hat mit dem Ausmaß der Tat zu tun, mit der Macht sozialer Netzwerke und mit Menschen wie Emma Gonzalez.
Marjory Stoneman Douglas High School student Emma Gonzalez speaks at a rally for gun control at the Broward County Federal Courthouse in Fort Lauderdale, Florida on February 17, 2018. 

Seventeen perished and more than a dozen were wounded in the hail of bullets at Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland,Florida the latest mass shooting to devastate a small US community and renew calls for gun control. / AFP PHOTO / RHONA WISE
Kommentar: Es reicht!
Wann sehen endlich alle Amerikaner ein, dass die USA das einzige Land der Welt ist, in dem mit schockierender Regelmäßigkeit Menschen über den Haufen geschossen werden?
Fassunglos kniet eine trauernde Frau an der Gedenkstätte für die Opfer der Schießerei an der Marjory Stoneman Douglas High School in Florida.