60 Todesopfer wegen Waldbrand in Portugal

Feuer durch Blitzschlag verursacht

Bei einem der schlimmsten Waldbrände der vergangenen Jahrzehnte in Portugal sind über 60 Menschen ums Leben gekommen.
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(dpa) - Der verheerende Waldbrand mit über 60 Toten in Portugal ist der Polizei zufolge durch Blitzschlag ausgelöst worden. Am Samstagnachmittag habe sich über dem betroffenen Gebiet um den Kreis Pedrógão Grande ein Gewitter entladen, ohne dass es dabei regnete, sagte der Direktor der Kriminalpolizei, José Almeida Rodrigues, am Sonntag der Nachrichtenagentur Lusa.

„Alles deutet ganz klar auf natürliche Ursachen hin. Wir haben in Zusammenarbeit mit der Nationalgarde sogar den Baum gefunden, der von einem Blitz getroffen wurde.“

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In der Nacht auf Sonntag hatte sich der Bürgermeister von Pedrógão Grande, Valdemar Alves, noch davon überzeugt gezeigt, dass das Feuer gelegt wurde. Rund um den Ort, der knapp 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon liegt, ist es derzeit sehr heiß mit Temperaturen von über 30 Grad.

30 Leichen aus ausgebrannten Fahrzeugen

Beim verheerenden Waldbrand im Zentrum von Portugal ist die Zahl der Toten auf über 60 gestiegen. Mindestens 30 Leichen seien aus ausgebrannten Fahrzeugen geborgen worden, sagte der Staatssekretär im Innenministerium, Jorge Gomes, am Sonntag vor Journalisten in der Kommandozentrale des Zivilschutzes im Unglücksort Pedrógão Grande knapp 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon. Das Feuer war am Samstagnachmittag aus noch unbekannter Ursache ausgebrochen.

Angesichts des verheerenden Waldbrands hat die Europäische Union Hilfe zugesagt. „Es wird alles getan werden, um den Behörden und den Menschen in Portugal in dieser Zeit der Not zu helfen“, erklärte der zuständige EU-Kommissar Christos Stylianides am Sonntag.

Frankreich und Spanien entsende Löschflugzeuge

Auf Bitte Portugals würden über die Nothilfekoordinierung der EU Löschflugzeuge organisiert. Frankreich habe sofort drei Maschinen zugesagt, die nun rasch entsandt würden. Zusätzlich helfe Spanien ebenfalls mit Flugzeugen. Stylianides drückte seine Trauer um die Opfer und sein Mitgefühl für die Betroffenen aus.

Die vor allem im Kreis Pedrógão Grande, knapp 200 Kilometer nordöstlich der portugiesischen Hauptstadt, wütenden Flammen wurden am Sonntag nach Angaben des Zivilschutzes von fast 700 Feuerwehrmännern mit mehr als 200 Fahrzeugen und zwei Löschflugzeugen bekämpft.

Dörfer von den Flammen eingekesselt

Die Lage in der Nacht stellte sich nach Behördenangaben sehr besorgniserregend dar. Es gebe einige Dörfer, die „von den Flammen völlig eingekesselt“ seien, sagte der Bürgermeister von Pedrógão Grande, Valdemar Alves, der Zeitung „Público“. Präsident Marcelo Rebelo de Sousa traf nach Mitternacht in Pedrógão Grande ein und sagte nach einer langen Umarmung mit Alves sichtlich mitgenommen: „Das ist eine beispiellose Situation.“

Nach Angaben des portugiesischen Innenministeriums waren 30 der später tot geborgenen Menschen mit ihren Fahrzeugen unterwegs, als sie von den Flammen eingeschlossen wurden. Drei der Opfer seien nach ersten Erkenntnissen in der Nähe eines Friedhofes an Rauchvergiftungen gestorben. Außerdem würden mindestens zwei Personen vermisst.

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Einen ähnlich schlimmen Waldbrand - was die Opferzahl betrifft - hatte es in Portugal zuletzt vor einem halben Jahrhundert gegeben. 1966 starben bei einem siebentägigen Feuer in Sintra in der Nähe von Lissabon 25 Menschen, allesamt Angehörige des Militärs.

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Das Feuer sei an vier Fronten aktiv und werde von rund 750 Feuerwehrmännern mit rund 200 Einsatzfahrzeugen und zwei Flugzeugen bekämpft, teilte der Zivilschutz mit.

Die Flammen griffen auf die Nachbarkreise Figueiró dos Vinhos, Castanheira de Pera und Gois über. Starke Winde erschwerten die Löscharbeiten, hieß es. Spanien kündigte die Entsendung von zwei Canadair-Löschflugzeugen an. Außerdem rückte noch in der Nacht Verstärkung aus verschiedenen Teilen des Landes an.

Das Feuer in Pedrógão Grande war am Wochenende allerdings nicht das einzige, das die Feuerwehr Portugals am Wochenende auf Trab hielt. Nach Mitteilung des Zivilschutzes gab es unter anderem auch aufgrund einer Hitzewelle mit Temperaturen von über 35 Grad insgesamt elf Waldbrände, die von mehr als 1500 Einsatzkräften bekämpft wurden.

Der Kreis Pedrógão Grande hat auf 128 Quadratkilometer Fläche lediglich rund 4000 Einwohner, die sich in erster Linie der Land-, aber auch der Textilwirtschaft widmen. Die nahezu unberührte Natur mit Lagunen und Stauseen zieht seit Jahren immer mehr Wanderer und Wassersportler an.