Wählen Sie Ihre Nachrichten​

59 zu 69 Stimmen: Schottland will zweites Unabhängigkeitsreferendum
International 28.03.2017 Aus unserem online-Archiv

59 zu 69 Stimmen: Schottland will zweites Unabhängigkeitsreferendum

Die schottische Premierministerin bekam am Dienstagabend vom Parlament grünes Licht.

59 zu 69 Stimmen: Schottland will zweites Unabhängigkeitsreferendum

Die schottische Premierministerin bekam am Dienstagabend vom Parlament grünes Licht.
AFP
International 28.03.2017 Aus unserem online-Archiv

59 zu 69 Stimmen: Schottland will zweites Unabhängigkeitsreferendum

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Das schottische Parlament hat den Weg für ein erneutes Unabhängigkeitsreferendum freigemacht

(dpa) - Nur einen Tag vor der EU-Austrittserklärung hat das schottische Parlament am Dienstag einer erneuten Volksabstimmung zur Trennung von Großbritannien zugestimmt. Mit einer Mehrheit von 69 zu 59 Stimmen erteilten die Abgeordneten in Edinburgh Regierungschefin Nicola Sturgeon das Mandat für die Verhandlungen mit London.

Die Abstimmung war ursprünglich in der vergangenen Woche geplant. Sie wurde aber wegen des Terroranschlags in London verschoben.

Sturgeon will ihre Landsleute zwischen Herbst 2018 und Frühjahr 2019 über die Abspaltung von Großbritannien abstimmen lassen - also noch vor dem Brexit. Dafür braucht sie noch die Zustimmung aus London.

Die britische Premierministerin Theresa May lehnt den Zeitplan ab. Sie will erst die zweijährigen Austrittsverhandlungen mit der EU beenden. Am Mittwoch will sie den Startschuss dafür geben.

Erst im Jahr 2014 waren die Schotten zu den Wahlurnen gerufen worden, um über eine Loslösung von Großbritannien zu entscheiden. Eine Mehrheit hatte sich damals dagegen ausgesprochen.

Trotzdem will die schottische Regierung nochmals abstimmen lassen. Mit dem geplanten Brexit und einem Austritt aus dem Europäischen Binnenmarkt seien die Voraussetzungen inzwischen erheblich verändert, so die Argumentation. Eine Mehrheit der Schotten hatte beim Brexit-Referendum im Juni 2016 für den Verbleib in der EU gestimmt.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Zwei Jahre bis zum Brexit: Verhandlungen unter Zeitdruck
Die Tage Großbritanniens als EU-Mitgliedsland sind gezählt. Nachdem Premierministerin Theresa May den Austritt beantragt hat, tickt die Uhr. Genau zwei Jahre haben die britische Regierung und die EU dann Zeit für die Verhandlungen.
Bis die EU und Großbritannien ihre Scheidung hinter sich gebracht haben, ist noch viel Verhandlungsarbeit nötig.