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40 Jahre Watergate-Affäre: Keine Gnade für Richard Nixon
International 09.08.2014 Aus unserem online-Archiv

40 Jahre Watergate-Affäre: Keine Gnade für Richard Nixon

Richard Nixon war von 1969 bis 1974 Präsident der USA.

40 Jahre Watergate-Affäre: Keine Gnade für Richard Nixon

Richard Nixon war von 1969 bis 1974 Präsident der USA.
Foto: LW-Archiv
International 09.08.2014 Aus unserem online-Archiv

40 Jahre Watergate-Affäre: Keine Gnade für Richard Nixon

Die Durchtriebenheit Richard Nixons fasziniert bis heute. Vor 40 Jahren musste er wegen der versuchten Vertuschung der „Watergate“-Affäre vom Präsidentenamt zurücktreten.

Von Thomas Spang (Washington)

Am 17. Juni 1972 brachen fünf Herren in Anzügen nachts um halb drei in die Wahlkampf-Büros der Demokraten im Watergate-Komplex am Potomac ein. Die Polizei erwischt die Einbrecher und stellt Verbindungen zum Weißen Haus fest. Washington hat einen handfesten Skandal.

Es kommt heraus, dass die Telefone der demokratischen Wahlkampf-Manager abgehört worden waren und enge Mitarbeiter Nixons ihre Finger im Spiel hatten. Die hartnäckige Aufklärung durch die beiden legendären „Washington Post“-Reporter Bob Woodward und Carl Bernstein brachte die Details einer Verschwörung zu Tage und führte zur Untersuchung durch den Kongress. Derweil versuchte Nixon aktiv Spuren zu verwischen. Genau das sollte ihm letztlich zum Verhängnis werden.

The Nixon Defense

Nixons ehemaliger Berater John W. Dean, der sich als Kronzeuge gegen den Präsidenten stellte, leistete Wiedergutmachung, indem er hunderte Stunden an bisher nicht abgehörten Gesprächen seines früheren Chefs auswertete. Der hatte in seinem Kontrollwahn den Auftrag erteilt, im Weißen Haus ein sprachaktiviertes System zu installieren, das alle Konversationen mitschnitt.

Das Ergebnis findet sich in einem neuen Buch mit dem etwas irreführenden Titel „The Nixon Defense“. Denn was Dean vorlegt, ist alles andere als eine Verteidigung, sondern die akribische Überführung eines Mannes, der vor wenig zurückschreckte, seine Macht zu erhalten. Zu den bekannten 250 „Nixon Tapes“ fügt Dean die Transkripte 600 weiterer Gespräche hinzu. „Watergate“, so schreibt er nach Präsentation des erdrückenden Materials, „war ein ganz besonders empörender Auswuchs von Nixons oft rücksichtslosem Missbrauch der Macht.“

Eine Langfassung dieses Textes und mehr finden Sie im Fokus-Thema des Worts vom 9./10. August.