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35 Diplomaten ausgewiesen: USA verhängen wegen Hackerangriffen Sanktionen gegen Russland
Selbst wenige Tage vor dem Ende seiner Präsidentschaft scheut Obama nicht die Konfrontation mit dem russischen Präsidenten Putin.

35 Diplomaten ausgewiesen: USA verhängen wegen Hackerangriffen Sanktionen gegen Russland

Foto: AFP
Selbst wenige Tage vor dem Ende seiner Präsidentschaft scheut Obama nicht die Konfrontation mit dem russischen Präsidenten Putin.
International 29.12.2016

35 Diplomaten ausgewiesen: USA verhängen wegen Hackerangriffen Sanktionen gegen Russland

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Als Reaktion auf Hackerangriffe während des Präsidentschaftswahlkampfes verhängen die USA Sanktionen gegen Russland. Der Kreml kündigte eine "angemessene Reaktion" an.

(dpa) - Als Reaktion auf Hackerangriffe während des Präsidentschaftswahlkampfes verhängen die USA Sanktionen gegen Russland. Der scheidende Präsident Barack Obama unterzeichnete am Donnerstag eine entsprechende Anordnung. Die Maßnahmen richten sich gegen den russischen Militärgeheimdienst GRU und den Inlandsgeheimdienst FSB, die die USA für Hackerangriffe auf Computer politischer Organisationen verantwortlich machen.

Außerdem von den Sanktionen betroffen sind vier hochrangige Mitarbeiter des GRU und drei Unternehmen, die die Dienste bei ihren Operationen unterstützt haben sollen. 35 russische Diplomaten wurden zudem angewiesen, die USA zu verlassen.

Die USA beschuldigen höchste Regierungsstellen in Moskau, sich mit den Cyberangriffen in die Präsidentschaftswahl eingemischt zu haben. Der Kreml weist die Vorwürfe zurück.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hatte in den vergangenen Monaten gehackte E-Mails von Mitgliedern und Mitarbeitern des Parteivorstandes der Demokraten sowie des Stabs der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton veröffentlicht.

Trump zweifelt Berichte an

Der künftige US-Präsident Donald Trump hatte die Geheimdienstberichte angezweifelt. Weil es sich bei Obamas Maßnahme vom Donnerstag um eine präsidentielle Anordnung handelt, könnte Trump den Schritt rasch nach Amtsantritt wieder rückgängig machen.

Ebenfalls auf die Sanktionsliste gesetzt wurden der GRU-Direktor Igor Korobow, sein Stellvertreter und zwei weitere hochrangige Mitarbeiter. Auch drei Technologieunternehmen, die die Dienste nach Darstellung der USA bei ihren Operationen unterstützt haben sollen, sind von den Maßnahmen betroffen.

Das US-Außenministerium forderte 35 russische Diplomaten der Botschaft in Washington und des Konsulats in San Francisco auf, das Land binnen 72 Stunden zu verlassen. Sie hätten mit ihrem Handeln gegen ihren diplomatischen Status verstoßen. Was genau das Außenministerium ihnen vorwirft, blieb zunächst unklar. Obama bezeichnete sie als Geheimdienstmitarbeiter.

"Angemessene Reaktion"

Die russische Regierung hat eine „angemessene“ Reaktion auf neue US-Strafmaßnahmen wegen vermuteter russischer Hackerangriffe angekündigt. „Ich kann noch nicht sagen, wie die Antwort ausfallen wird, aber soweit wir wissen, gibt es zum Prinzip der gleichen Gegenmaßnahmen keine Alternative“, zitierte die Nachrichtenagentur Itar-Tass am Donnerstag den Sprecher von Präsident Wladimir Putin, Dimitri Peskow. Die Entscheidung liege bei Putin.


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