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2038 ist Schluss: Deutschland fixiert Kohleausstieg
International 16.01.2020

2038 ist Schluss: Deutschland fixiert Kohleausstieg

Ein Mitarbeiter lässt Steinkohle rieseln im Kohlehafen vom Kohlekraftwerk Mehrum in Niedersachsen. Deutschland will bis 2038 schrittweise aus der klimaschädlichen Verbrennung von Kohle zur Stromerzeugung aussteigen.

2038 ist Schluss: Deutschland fixiert Kohleausstieg

Ein Mitarbeiter lässt Steinkohle rieseln im Kohlehafen vom Kohlekraftwerk Mehrum in Niedersachsen. Deutschland will bis 2038 schrittweise aus der klimaschädlichen Verbrennung von Kohle zur Stromerzeugung aussteigen.
Foto: Julian Stratenschulte/dpa
International 16.01.2020

2038 ist Schluss: Deutschland fixiert Kohleausstieg

Ein Konzept für den Ausstieg aus dem Kohlestrom in Deutschland gibt es längst, aber wie genau dieser ablaufen soll, war bisher offen - und heftig umstritten. Jetzt ist ein großer Schritt nach vorn gelungen.

(dpa) - Auf dem Weg zum Kohleausstieg haben die deutsche Regierung und die vier Kohle-Bundesländer einen Durchbruch geschafft. Sie einigten sich in der Nacht zum Donnerstag im Kanzleramt auf einen Abschaltplan für die klimaschädlichen Braunkohle-Kraftwerke und viele weitere Details.

Am Donnerstagvormittag wollen die zuständigen Fachminister sich öffentlich dazu äußern. Auch der genaue Zeitplan für das Abschalten soll voraussichtlich schon am Donnerstag bekannt gegeben werden, wenn die Betreiber der Kraftwerke und Tagebaue endgültig zugestimmt haben. Noch im Januar soll der Gesetzentwurf für den Kohleausstieg auf den Weg gebracht werden und bis Mitte des Jahres verabschiedet sein.

Deutschland soll bis spätestens 2038 aus der klimaschädlichen Stromgewinnung aus Stein- und Braunkohle aussteigen. Das hatte eine Kommission aus Politik, Wirtschaft und Klimaschützern vor einem Jahr entschieden. Die Kohleregionen sollen parallel insgesamt 40 Milliarden Euro für den Umbau ihrer Wirtschaft bekommen. Vor dem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten die Ministerpräsidenten der Kohleländer Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Sachsen und Nordrhein-Westfalen auf verbindliche Zusagen gepocht - nun wurde ihnen eine Bund-Länder-Vereinbarung bis Mai zugesagt.


ARCHIV - 01.02.2017, Bayern, München: Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender von Siemens, spricht während einer Pressekonferenz im Rahmen der Siemens-Hauptversammlung in der Olympiahalle. (Zu dpa «Streit um Lieferung für Kohlebergwerk: Kaeser trifft Klimaaktivistin») Foto: Peter Kneffel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Siemens Signalentscheidung
Umweltschützer laufen Sturm gegen das Votum des Industriekonzerns, an einem Auftrag für die höchst umstrittene Kohlemine in Australien festzuhalten.

Wenn der genaue Abschaltplan bekannt wird, klären sich auch Fragen, die in der Nacht zum Donnerstag zunächst unbeantwortet blieben: Etwa, wie viel Entschädigung Unternehmen wie RWE und EPH fürs vorzeitige Abschalten bekommen, ob das neue Steinkohle-Kraftwerk Datteln 4 in NRW ans Netz darf oder was mit dem Braunkohle-Kraftwerk Schkopau passiert. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hatte befürchtet, dass Schkopau zugunsten von Datteln früher vom Netz muss. Für Steinkohle-Kraftwerke soll es zunächst Ausschreibungen geben, sodass Betreiber sich aufs Abschalten gegen Entschädigung bewerben können.


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