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117 Tote bei Schiffsunglück vor Libyen befürchtet
International 19.01.2019

117 Tote bei Schiffsunglück vor Libyen befürchtet

Anfang Januar konnten diese Flüchtlinge in Malta erstmals seit Tagen wieder festen Boden betreten.

117 Tote bei Schiffsunglück vor Libyen befürchtet

Anfang Januar konnten diese Flüchtlinge in Malta erstmals seit Tagen wieder festen Boden betreten.
Foto: dpa
International 19.01.2019

117 Tote bei Schiffsunglück vor Libyen befürchtet

In Lybien hat sich das erste schlimme Bootsunglück mit Migranten in diesem Jahr ereignet: Es wird befürchtet, dass bis zu 117 Migranten bei dem Schiffsunglück ums Leben gekommen sind - drei Menschen wurden am Freitag gerettet.

 (dpa) - Bei einem Schiffsunglück vor Libyen sind möglicherweise 117 Migranten gestorben. Nach Angaben von drei Überlebenden hatten insgesamt 120 Menschen das in Seenot geratene Schlauchboot bestiegen, um nach Europa überzusetzen, wie der Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM), Flavio Di Giacomo, am Samstag auf Twitter erklärte. Drei Menschen hatte die italienische Marine am Freitag gerettet und auf die Insel Lampedusa gebracht. Unter den Vermissten seien auch zehn Frauen und zwei Kinder, eines davon erst zwei Monate alt.


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Die Marine hatte erklärt, dass das Schlauchboot rund 50 Seemeilen nordöstlich der libyschen Stadt Tripolis am Sinken war und dass rund 20 Menschen darauf waren. Laut IOM-Sprecher könnte das Unglück aber weitaus schlimmer gewesen sein. „Sie haben uns gesagt, dass auf dem Schlauchboot, das in Libyen Donnerstagnacht abgelegt hat, 120 Personen waren. Nach zehn bis elf Stunden Fahrt begann dem Boot die Luft auszugehen, und es fing an zu sinken. Die Menschen sind ins Meer gefallen und ertrunken“, sagte Di Giacomo der Nachrichtenagentur Adnkronos. An Bord seien demnach vor allem Westafrikaner und etwa 40 Sudanesen gewesen.

Seit die populistische Regierung in Italien die Häfen des Landes für Migranten weitgehend geschlossen hat, kommen immer weniger Migranten an, die zumeist in Libyen ablegen. Italien und die EU unterstützen die libysche Küstenwache darin, die Menschen wieder in das Bürgerkriegsland zurück zu bringen. Europa streitet seit Jahren über eine gleichmäßigere Verteilung von Bootsflüchtlingen. „Solange Europas Häfen offen bleiben, solange jemand den Schleppern hilft, machen die Schlepper leider weiter Geschäfte und töten weiter“, erklärte Italiens rechter Innenminister Matteo Salvini.

Erneut Migranten aus dem Meer geborgen

In den letzten Monaten wurden mehrere Rettungsschiffe mit Migranten tagelang auf dem Meer blockiert. Darunter waren zuletzt zwei Schiffe der deutschen Hilfsorganisationen Sea-Watch und Sea-Eye, die erst nach wochenlangem Gezerre die Migranten an Malta abgeben durften, wo sie dann auf andere Länder verteilt werden sollten.

Sea-Watch nahm jetzt erneut Migranten auf. Die Berliner NGO erklärte, dass sie 47 Menschen aus Seenot gerettet hätten. Die Menschen von einem Schlauchboot seien nun sicher und versorgt. Wohin die „Sea-Watch 3“ allerdings fahren kann, ist unklar. Salvini erklärte umgehend, nach Italien dürften sie nicht. Die nächste Hängepartie zeichnet sich somit ab.


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