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10 Jahre nach Hurrikan Katrina: Was ist passiert, wer hatte Schuld?
International 2 Min. 28.08.2015 Aus unserem online-Archiv

10 Jahre nach Hurrikan Katrina: Was ist passiert, wer hatte Schuld?

Eine Treppe ist das einzige Überbleibsel eines völlig zerstörten Hauses.

10 Jahre nach Hurrikan Katrina: Was ist passiert, wer hatte Schuld?

Eine Treppe ist das einzige Überbleibsel eines völlig zerstörten Hauses.
REUTERS
International 2 Min. 28.08.2015 Aus unserem online-Archiv

10 Jahre nach Hurrikan Katrina: Was ist passiert, wer hatte Schuld?

Hurrikan „Katrina“ kostete in den USA mehr als 1800 Menschen das Leben. Wie konnte das geschehen? Fragen und Antworten zehn Jahre danach.

(dpa) - Hurrikan „Katrina“ kostete in den USA mehr als 1800 Menschen das Leben. Wie konnte das geschehen? Fragen und Antworten zehn Jahre danach:

War „Katrina“ der schwerste Sturm in der Geschichte der USA?

Nein, auch wenn die Ausmaße gewaltig waren. „Katrina“ war ein Wirbelsturm der höchsten Kategorie fünf, und seine Winde waren bis zu 280 Kilometer in der Stunde schnell. „Camille“ war 1969 aber noch ein wenig stärker, und der „Labor Day Hurricane“ 1935 war sogar deutlich heftiger. Seine Winde waren 295 Kilometer in der Stunde schnell.

Wie viele Menschen starben durch den Sturm?

„Katrina“ tötete 1833 Menschen, Hunderte sind immer noch vermisst. Es gab zwei Stürme mit mehr Toten. Doch der „Okeechobee-Hurrikan“ mit etwa 4000 Opfern war 1928 und der „Galveston-Hurrikan“ mit bis zu 12 000 Toten schon im Jahr 1900 - eigentlich dachte man, dass der US-Unwetterschutz solch großen Katastrophen heutzutage ausschließt.

Welche Sachschäden richtete der Hurrikan an?

„Katrina“ war die teuerste Naturkatastrophe in der Geschichte der USA. Der Sturm soll einen Schaden von 125 Milliarden Dollar (heute 111 Milliarden Euro) verursacht haben. „Sandy“ an zweiter Stelle kostete 2012 etwa 75 Milliarden. In New Orleans wurden 80 Prozent der Stadt überflutet; teilweise stand das Wasser fast fünf Meter hoch. Dutzende Brücken waren zerstört, Straßen unpassierbar. Mehr als 70 Prozent aller Häuser und Wohnungen wurden schwer beschädigt oder sogar zerstört.

Wer hatte Schuld?

Drei Jahre nach der Katastrophe urteilte ein Bundesgericht, dass das Army Corps of Engineers, die von Zivilisten geprägte Pioniereinheit der Armee, den Hochwasserschutz ungenügend gebaut hatte. Der Verband kann aber nicht haftbar gemacht werden. „Wir kämpfen darum, dass das Corps den Fehler eingesteht, selbst wenn es keinen Cent für die Opfer bedeutet“, sagt Sandy Rosenthal, die eine Bürgerinitiative aus Betroffenen leitet. Das Corps hat zumindest eingestanden, dass das bisherige Design der Flutwälle nicht ideal war und bessert nun nach.

Viele Häuser wurden nach dem verheerenden Hurrikan wieder aufgebaut - zum Teil mit Hilfsgeldern vom Staat.
Viele Häuser wurden nach dem verheerenden Hurrikan wieder aufgebaut - zum Teil mit Hilfsgeldern vom Staat.
REUTERS

Kam die Hilfe zu spät?

Es wurden viele Fehler gemacht, aber es war auch eine außergewöhnliche Katastrophe: Schon bevor der Sturm da war, hatte die Stadt den Verkehr gestoppt - und so Tausenden die Fluchtmöglichkeit genommen. Der Bundesstaat unterschätzte die Tragweite und forderte zunächst keine Hilfe aus Washington an. Und im Weißen Haus lehnte man sich anfangs zurück, weil es ja kein Hilfsersuchen gab. „Katrina“ hat dazu geführt, dass der Katastrophenschutz in den USA neu geordnet wurde. Und es gibt neue Gesetze. Familien dürfen bei Evakuierungen nicht mehr getrennt werden, und Haustiere haben Anspruch auf Schutz.

War Rassismus im Spiel?

John Keller ist schwarz und er glaubt das. Er harrte aus und wartete auf Hilfe. Dann hatte er die Idee, die alten weißen Leute aus dem Gebäude auf das Dach zu setzen - und schon sei Hilfe gekommen. „Die Menschen kümmern sich in diesem Land nur um bestimmte Rassen“, sagt er. Und: „Ich habe mich wie ein Bürger zweiter Klasse gefühlt.“ Er gilt als Retter von mehreren Menschen, als Held. „Alles weiße Leute, die sonst nie mit mir gesprochen hätten. Und jetzt werde ich dick von den ganzen Kuchen, die sie mir plötzlich backen.“


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