Zwei Internet-Spielefirmen kommen nach Luxemburg

Investitionen und neuer BTS in Telekommunikation sollen Branche zum dritten Standbein machen

Jeannot Krecké (l.) und François Biltgen unterstützen die ICT-Branche. Ab dem nächsten Schuljahr wird die Sekundarschule in Esch/Alzette ein Informatik-BTS in Telekommunikation anbieten.
Jeannot Krecké (l.) und François Biltgen unterstützen die ICT-Branche. Ab dem nächsten Schuljahr wird die Sekundarschule in Esch/Alzette ein Informatik-BTS in Telekommunikation anbieten.
Foto: Marc Wilwert

(rw) - Informatik und Technologie prägen nicht nur Kommunikation und Internet. Auch Videospiele gehören dazu und sie befinden sich im Aufwind. Nach Onlive und Zynga kommen zwei weitere Internet-Spielefirmen nach Luxemburg, betonten Wirtschaftsminister Jeannot Krecké und Telekommunikationsminister François Biltgen auf der ICT- Spring-Konferenz. Am Mittwoch stellten die Minister Nexon und Kabam vor, die ihre europäischen Zentralen in Luxemburg etablieren.

Die Investitionen in den Ausbau von ICT tragen Früchte, betonten gestern Krecké und Biltgen. Es gehe den Unternehmen in erster Linie nicht um steuerliche Vorteile, sondern um die Infrastruktur. Inzwischen seien die Netze und die Datenzentren gut genug, um Cloud-Gaming zu ermöglichen, betont Biltgen. Aber es geht den Ministern nicht nur um Videospiele. Nebenbei haben die Investitionen gute Bedingungen für Cloud Computing und elektronische Archive geschaffen, betont Biltgen.

Glasfaser-Internet

Davon werden Bereiche wie der Finanzplatz und die Industrie profitieren, betont er. Aber die Investitionen sind nicht nur für den professionellen Bereich interessant. Bis 2013 sollen 80 Prozent der Luxemburger Bevölkerung über Glasfaser ins Internet gelangen. Nach Industrie und Finanzplatz soll die ICT-Branche das dritte Standbein der nationalen Wirtschaft werden. Minister Biltgen lobte die zweite Ausgabe der ICT- Spring-Konferenz.

„Das Event hat ein europäisches Format erreicht, und zeigt, wie wichtig Luxemburg für die Branche inzwischen ist“, freut sich der Telekommunikationsminister. Am ersten Tag der Konferenz zählte Organisator Farvest 2 000 Besucher. Die Regierungsvertreter haben gestern einige Start-ups besucht. Um dem Spezialistenmangel entgegenzuwirken, wird auch bei der Ausbildung nachgeholfen. Ab dem nächsten Schuljahr wird ein neuer BTS-Kursus in Internet und Telekommunikation in der Sekundarschule in Esch/Alzette angeboten, verriet Biltgen.

Substanz nach Luxemburg bringen

Neben den vielen Initiativen im Privatbereich verbesserte der Staat die Koordination. Das Förderprojekt Luxembourg for ICT wurde mit Luxembourg for Business verschmolzen. Steuereinnahmen sind nicht das Wichtigste, betonen die beiden Minister. Die Niederlassungen sind eine gute Werbung für Luxemburg. Je mehr Unternehmen Luxemburg wählen, desto mehr werden folgen. Jeannot Krecké will vor allem Substanz nach Luxemburg bringen.

Kabam habe schon Arbeitsplätze geschaffen. Bei Zynga gebe es noch nicht viel Substanz im Land, aber er habe es ihnen nahegelegt, betont er nachdrücklich. Die amerikanische Start-up Kabam bietet diverse Online-Spiele an. Kabam Europe eröffnet sein Büro in Strassen. Das Unternehmen habe schon 25 Mitarbeiter, betont Kabam in einer Mitteilung. Ende des Jahres sollen es 50 sein. Die Luxemburger Filiale konzentriert sich auf die Übersetzung der Spiele und dem Kundensupport. Nexon ist ein südkoreanischer Anbieter von Multiplayer-Spielen. In Luxemburg wird das Unternehmen vor allem die operationellen Aktivitäten und das Marketing für Europa leiten.

Beim Bezahlmodell setzt das Unternehmen auf Mikro-Transaktionen. Vor zwei Wochen wurde bekannt, dass Onlive sich in Luxemburg niederlässt. Das Unternehmen bietet über Cloud Computing Video-Spiele an. Mit seinen Datenzentren und den guten Glasfasernetzen kann Luxemburg eine niedrige Latenzzeit aufweisen. Auf kurze oder lange Sicht sei Luxemburg die beste Wahl, betont Charlie Jablonski, Vizepräsident von Onlive. Telecom Luxembourg ist der Partner hierzulande des amerikanischen Unternehmens.