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Zuckerberg plant Aussage im US-Kongress - „Playboy“ verlässt Facebook
Wirtschaft 28.03.2018

Zuckerberg plant Aussage im US-Kongress - „Playboy“ verlässt Facebook

Facebook verkündete am Mittwoch, die Datenverwaltung für Nutzer werde vereinfacht.

Zuckerberg plant Aussage im US-Kongress - „Playboy“ verlässt Facebook

Facebook verkündete am Mittwoch, die Datenverwaltung für Nutzer werde vereinfacht.
AFP
Wirtschaft 28.03.2018

Zuckerberg plant Aussage im US-Kongress - „Playboy“ verlässt Facebook

Facebook steht im Datenskandal weiter mächtig unter Druck. Voraussichtlich wird sich Konzernchef Mark Zuckerberg nun vor dem US-Kongress erklären. Derweil verabschiedete sich das US-Magazin „Playboy“ aus dem Netzwerk.

(dpa) - Im Skandal um den Missbrauch der Daten von Millionen Facebook-Nutzern plant Unternehmenschef Mark Zuckerberg Medienberichten zufolge eine Aussage im US-Kongress. Facebook arbeitete derzeit an einer Strategie für den Auftritt des 33-Jährigen, berichtete der Sender CNN am Dienstag. In der „New York Times“ hieß es, Zuckerberg werde im April vor dem Energie- und Handelsausschuss des Repräsentantenhauses erscheinen. Der Auftritt würde auf enormen Druck folgen, dem Facebook international ausgesetzt ist. Am Mittwoch kündigte auch das US-Magazin „Playboy“ an, seinen Account auf der Plattform zu deaktivieren.


25.03.2018, Großbritannien, London: Das Logo von Facebook spiegelt sich auf einem Smartphone, das auf der Tastatur eines Laptops liegt. (zu dpa "Facebook entschuldigt sich in Zeitungsanzeige für Vertrauensbruch" vom 27.03.2018) Foto: Dominic Lipinski/PA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Facebook verkündete am Mittwoch, die Datenverwaltung für Nutzer werde vereinfacht. Hintergrund der seit Monaten vorbereiteten Änderungen ist aber nicht der aktuelle Skandal, sondern die ab Ende Mai geltende EU-Datenschutzgrundverordnung. User könnten künftig einfacher ihre Daten einsehen und löschen, hieß es. Zudem werde es möglich sein, sämtliche Daten und bei Facebook hochgeladene Inhalte in Formaten herunterzuladen, mit denen sie zu einem anderen Dienst verlagert werden können. Insgesamt soll es leichter werden, bisher oft verstreute Datenschutz-Einstellungen an einem Ort zu finden.


A man holds a smart phone with the icons for the social networking apps Facebook, Instagram and Twitter seen on the screen in Moscow on March 23, 2018.
A public apology by Facebook chief Mark Zuckerberg, on March 22, 2018 failed to quell outrage over the hijacking of personal data from millions of people, as critics demanded the social media giant go much further to protect privacy. / AFP PHOTO / Kirill KUDRYAVTSEV
„Sorry“ ist nicht genug
Das wird angesichts der Dimension des Missbrauchs privater Nutzerdaten nicht reichen, verloren gegangenes Vertrauen wiederherzustellen. Zumal Facebook bereits seit spätestens 2015 von dem Zugriff "Cambridge Analyticas" auf 50 Millionen Nutzerdaten wusste. Freundeslisten.

„Die vergangene Woche hat uns gezeigt, wie viel mehr wir noch daran arbeiten müssen, unsere Regeln durchzusetzen und den Menschen zu helfen, zu verstehen, wie Facebook funktioniert und welche Optionen sie im Umgang mit ihren Daten haben“, schrieb die zuständige Facebook-Managerin Erin Egan und schlug damit eine Brücke zur aktuellen Situation.

Auslöser

Vor eineinhalb Wochen war bekanntgeworden, dass sich die dubiose Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica unerlaubt Zugang zu Daten von Millionen Facebook-Profilen verschafft hatte. Bis zu 50 Millionen Nutzer sollen von dem Leck betroffen gewesen sein.

Der Konzern war im Zuge des Skandals mächtig ins Schlingern geraten. Der Börsenwert des Unternehmens sank seit Bekanntwerden der Affäre vor eineinhalb Wochen um rund 80 Milliarden Dollar (65 Mrd Euro).


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Mehrere Unternehmen verließen das Netzwerk oder stellten wie der Firefox-Entwickler Mozilla und der Lautsprecher-Anbieter Sonos die Werbung bei Facebook ein. So ließ der Chef des Elektroauto-Herstellers Tesla und der Raumfahrtfirma SpaceX, Elon Musk, die Unternehmensseiten entfernen. „Playboy“ zog am Mittwoch nach. Kreativchef Cooper Hefner, Sohn des „Playboy“-Gründers Hugh Hefner verkündete auf Twitter, dass sich das Magazin mit seinen 25 Millionen Fans von Facebook zurückziehe.

 Am Mittwoch kündigte auch das US-Magazin „Playboy“ an, seinen Account auf der Plattform zu deaktivieren.
Am Mittwoch kündigte auch das US-Magazin „Playboy“ an, seinen Account auf der Plattform zu deaktivieren.
AFP



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