Wählen Sie Ihre Nachrichten​

WTO warnt vor Handelsbeschränkungen
Wirtschaft 12.04.2018 Aus unserem online-Archiv

WTO warnt vor Handelsbeschränkungen

„Es scheint, dass schon die Drohung mit einer weiteren Eskalation einen Einfluss hat“, warnte WTO-Direktor Roberto Azevêdo.

WTO warnt vor Handelsbeschränkungen

„Es scheint, dass schon die Drohung mit einer weiteren Eskalation einen Einfluss hat“, warnte WTO-Direktor Roberto Azevêdo.
Foto: AFP
Wirtschaft 12.04.2018 Aus unserem online-Archiv

WTO warnt vor Handelsbeschränkungen

Der internationale Handelsstreit schwelt weiter und könnte die gute Entwicklung der Weltwirtschaft bedrohen. Die Welthandelsorganisation warnt nun vor einer weiteren Verschärfung von Zöllen und anderen Hemmnissen.

(dpa) - Der internationale Handelsstreit hinterlässt nach Einschätzung der Welthandelsorganisation (WTO) erste Bremsspuren auf den Weltmärkten. „Es scheint, dass schon die Drohung mit einer weiteren Eskalation einen Einfluss hat“, warnte WTO-Direktor Roberto Azevêdo bei der Vorstellung des Jahresberichts der Organisation am Donnerstag in Genf.

Ein wichtiges Stimmungsbarometer für globale Export-Bestellungen, die auf Umfragen unter Einkaufsmanagern beruhen, sei im März deutlich gefallen. Die jüngste Abschwächung könne der wachsenden Anti-Handels-Rhetorik zugeschrieben werden, hieß es. Indes spreche noch vieles für ein deutliches Wachstum beim Welthandel. Die WTO rechnet 2018 mit einem Plus der Weltwirtschaft von 4,4 Prozent, etwas weniger als im besonders starken Vorjahr. 2019 werde der Welthandel voraussichtlich um vier Prozent zulegen.

Die WTO hat 164 Mitgliedsländer und regelt weltweit die Handelsbeziehungen.
Die WTO hat 164 Mitgliedsländer und regelt weltweit die Handelsbeziehungen.
Foto: AFP

Jedoch hänge die Zunahme davon ab, dass die Regierungen einen angemessenen Kurs in ihrer Geld,- Finanz- und Handelspolitik verfolgten, schränkte die Organisation ein: „Eine weitere Eskalation von Handelsbeschränkungen könnte zu signifikant niedrigeren Zahlen führen.“ Jede falsche politische Entscheidung könne das Vertrauen untergraben.

USA und China drohen einander mit Strafzöllen

Die USA und China haben gegenseitig hohe Strafzölle auf zahlreiche Güter angekündigt. Der Handelskonflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt war Anfang April wegen US-Klagen über Urheberrechtsverletzungen und erzwungenen Technologietransfer offen ausgebrochen, hatte sich zuletzt jedoch etwas beruhigt. Auch Produkte aus Europa sind im Visier von US-Präsident Donald Trump, die EU bleibt aber bis Anfang Mai vorerst von Zöllen verschont. Die WTO warb für Durchbrechen der Eskalationsspirale und sieht sich in einer Vermittlerrolle.

Vor allem die Entwicklungsländer werden laut WTO beim Handelsvolumen in diesem und im nächsten Jahr zulegen. Die Exporte dieser Staaten dürften 2018 um 5,4 Prozent steigen, die Importe um 4,8 Prozent. Die Industrienationen können mit einem Plus vom 3,8 Prozent bei den Ausfuhren und mit 4,1 Prozent bei den Einfuhren von Gütern rechnen. Die WTO hat 164 Mitgliedsländer und regelt weltweit die Handelsbeziehungen.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

USA verhängen neue Strafzölle gegen EU
Der Handelskonflikt zwischen der EU und den USA spitzt sich zu. Washington kündigt neue Strafzölle an, Brüssel bastelt schon an einer Retourkutsche. Beide Seiten hoffen indes auf eine Verhandlungslösung.
ARCHIV - 30.11.2016, Spanien, Valencia: Orangen, Clementinen und Kakis werden in der Markthalle «Mercado Central» zum Verkauf angeboten. Die US-Regierung wird wegen der rechtswidrigen EU-Subventionen für den Flugzeugbauer Airbus Strafzölle in Milliardenhöhe auf Importe aus der Europäischen Union verhängen. Ab 18. Oktober wird bei der Einfuhr von Flugzeugen eine zusätzliche Abgabe von 10 Prozent erhoben werden, bei zahlreichen anderen Produkten wird es ein Strafzoll von 25 Prozent sein, wie ein ranghoher Beamter des US-Handelsbeauftragten am Mittwoch erklärte. Foto: Emilio Rappold/dpa +++ dpa-Bildfunk +++