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World Competitiveness Ranking: Luxemburg fällt aus den Top Ten
Licht und Schatten: Luxemburg fällt in der Wettbewerbsfähigkeit hinter andere Länder zurück, aber verpasst die Top Ten nur knapp.

World Competitiveness Ranking: Luxemburg fällt aus den Top Ten

Foto: Pierre Matge
Licht und Schatten: Luxemburg fällt in der Wettbewerbsfähigkeit hinter andere Länder zurück, aber verpasst die Top Ten nur knapp.
Wirtschaft 2 Min. 30.05.2016

World Competitiveness Ranking: Luxemburg fällt aus den Top Ten

Laurent SCHMIT
Die Luxemburger sonnen sich gerne in Schein weltweiter Wirtschaftsranglisten. Doch gerade im Vergleich mit anderen EU-Ländern verliert Luxemburg an Wettbewerbsfähigkeit, so das Ergebnis einer Schweizer Studie.

(las) - Die Wettbewerbsfähigkeit Luxemburgs hat sich im vergangenen Jahr verschlechtert. Das geht aus dem jährlich veröffentlichten „World Competitiveness Yearbook“ des Instituts für Managemententwicklung (IMD) aus Lausanne hervor. Luxemburg fällt von Rang 6 letztes Jahr auf Rang 11 - den Platz, den es bereits 2014 innehatte.

Hongkong platziert sich an der Spitze der weltweiten Liste von 61 Ländern, gefolgt von der Schweiz und den USA, die das Ranking 2015 anführten. Innerhalb der EU überholten mit Schweden, Dänemark, Irland und den Niederlanden gleich vier Länder Luxemburg gegenüber der vorigen Ausgabe der Rangliste. Mit Kanada und Griechenland gehört Luxemburg zu denen Ländern, die am meisten Plätze einbüßten.

Die Leistungsfähigkeit der Unternehmen leidet

Das IMD analysiert 340 Kriterien, um die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes einzuschätzen. Diese Kriterien beruhen auf statistischen Daten und werden in vier Kategorien zusammengefasst. Die Note Luxemburg geht zu einem Drittel auf die Einschätzung von etwa 50 Luxemburger Firmenchefs zurück. Die Handelskammer half dem Schweizer Institut, die Daten in Luxemburg zu sammeln.

Luxemburg verlor vor allem beim Kriterium der Leistungsfähigkeit der Unternehmen. Die Studie nennt als negative Faktoren zu hohe Löhne, unterdurchschnittliche Arbeitsstunden pro Jahr und ein Mangel an Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Bei der Produktivität platzieren sich die Luxemburger Unternehmen jedoch weltweit auf Rang 2.

Ebenfalls positiver als in den Vorjahren fällt die Einschätzung der Haushaltspolitik aus, die als Teil der Effizienz des Staates gezählt wird. Die für 2017 geplante Steuerreform floss jedoch nicht in die Bewertung mit ein. Was die Steuerpolitik angeht, verbessert Luxemburg sich lediglich um einen Platz auf Rang 38. Bei der Infrastruktur befindet sich Luxemburg im Mittelfeld wieder, allerdings mit einem deutlichen Abfallen bei der Bewertung der Bildung.

Deutlich positiver sieht es bei der wirtschaftliche Leistung aus, wo Luxemburg auf einem hohen Niveau bleibt. Dabei sticht vor allem die deutlich positivere Bewertung der Binnenwirtschaft gegenüber 2015 hervor. Als Schwächen nennt die Studie hohe Büromieten, die Gefahr, dass Dienstleistungen in andere Länder verlagert werden, und eine mangelnde Diversifizierung der Wirtschaft. Beim letzten Punkt hat sich Luxemburg jedoch in den letzten Jahren leicht verbessert.

Neue und altbekannte Herausforderungen

Das „World Competitiveness Yearbook“ nennt mehrere Herausforderungen, denen Luxemburg sich 2016 stellen sollte. Es gehe vor allem darum, dass der Finanzplatz seine Wettbewerbsvorteile in einem stark veränderten Umfeld erhalten könne.

Weniger neu sind die Forderungen, die Produktivität zu erhöhen sowie größere Anstrengungen in der Bildung zu machen. In der Forderung, die 3. Industrielle Revolution und die Digitalisierung voranzutreiben, lässt sich die Handschrift der Handelskammer erkennen, die die Studie in Luxemburg koordinierte.

Zusätzlich befragt das Institut aus Lausanne weltweit 5.400 leitende Manager, damit sie die Attraktivität ihres Landes bewerten. Im Fall Luxemburgs wurde die politische Stabilität und die Vorhersehbarkeit besonders oft genannt, gefolgt von gut ausgebildeten Mitarbeitern und einer attraktiven Steuerlandschaft.




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