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Wirtschaftswachstum hält an
Wirtschaft 3 Min. 05.06.2018

Wirtschaftswachstum hält an

Wirtschaftswachstum hält an

Foto: Shutterstock
Wirtschaft 3 Min. 05.06.2018

Wirtschaftswachstum hält an

Mara BILO
Mara BILO
Die wirtschaftlichen Aussichten für die Jahre 2018 und 2019 sind gut. Und: Das Wirtschaftswachstum hält weiter an, befindet sich aber am Ende einer Beschleunigungsphase.

Es herrscht rundum Zufriedenheit beim Statec: Das Statistikamt sieht das Wachstum des Luxemburger Bruttoinlandsprodukts (BIP) für das Jahr 2018 bei 3,8 Prozent und 2019 bei vier Prozent. „Der Konjunkturausblick für das Jahr 2017 wurde für den Euroraum stark nach oben korrigiert“, erklärt Wirtschaftsexperte Bastien Larue. „Das bedeutet, dass die Indikatoren, besonders in Bezug auf das Weltwirtschaftswachstum, besser als erwartet ausgefallen sind.“ Deshalb kann der Statec auch mit guten wirtschaftlichen Aussichten für die kommenden Jahre rechnen.

In Luxemburg ist das BIP im vergangenen Jahr um 2,3 Prozent gestiegen und befindet sich damit auf dem Niveau des durchschnittlichen BIP-Wachstums der Länder des Euroraums (2017: 2,4 Prozent). „Normalerweise liegt Luxemburgs Wachstum am oberen Ende dieses Spektrums“, bemerkt Larue. „Das spiegelt eine negative Entwicklung wider und ist mit der Entwicklung des Finanzsektors, besonders im Bankenbereich, verbunden“, so der Statistikexperte. Die Kosten, die durch die Anpassung an die EU-Datenschutzrichtlinie entstanden sind, sind für Banken hoch ausgefallen.


Der jährliche Bericht des „Observatoire de la compétitivité” dient auch dazu, eine Bilanz der Wettbewerbsfähigkeit Luxemburgs auf globaler Ebene zu ziehen.
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Allerdings zeigen die Ergebnisse von Meinungsumfragen, die bei privaten Haushalten durchgeführt wurden, dass das Wirtschaftswachstum einen Höhepunkt erreicht hat. „Das bedeutet, dass wir uns am Ende einer Beschleunigungsphase befinden“, stellt Larue fest.

Inflation und Arbeitslosenquote

Der Statec schätzt, dass die Inflationsrate 2017 auf 1,7 Prozent gestiegen ist. „Das ist gut“, freut sich der Direktor des Statec, Serge Allegrezza. Für 2018 rechnet das Statistikamt mit einer Inflationsrate von 1,3 Prozent. Das liegt daran, dass „außergewöhnliche Ereignisse“ die Inflation belasten. So drücken die sogenannten administrierten Preise – sprich die Kosten der Leistungen, die der Staat ganz oder teilweise übernimmt – die Inflationsrate nach unten. Das betrifft die Kindertagesstätten, die seit der Reform des Chèque-Service-Systems weniger kosten, sowie die Gesundheitsleistungen. Die Erweiterung der von der nationalen Krankenkasse (CNS) übernommenen Leistungen hat im Januar 2018 einen Rückgang der Preise für medizinische Leistungen verursacht. „Diese Phänomene sind vorübergehend, werden aber die Inflation im Jahr 2018 unter Druck setzen“, so Larue.

Der Arbeitsmarkt bleibt dynamisch mit einem Rückgang der Arbeitslosenquote von 5,9 Prozent im Jahr 2017 auf 4,4 Prozent im Jahr 2019. Larue weist allerdings darauf hin, dass der Anteil der arbeitslosen Hochschulabsolventen stets zunimmt. „Es besteht immer noch eine große Diskrepanz zwischen der Nachfrage des Arbeitsmarktes und den Arbeitssuchenden.“

Geopolitische Unsicherheiten

Grafik: Statec

Die neuesten Angaben zur luxemburgischen Wirtschaft sind im internationalen Kontext zu betrachten, bemerkt Allegrezza, denn: Diese ist weiterhin von der wirtschaftlichen Lage des Euroraums abhängig. „Man sollte nicht naiv sein und nicht ein zu rosiges Bild malen.“ Der Grund dafür: „Die Situation im Nahen und Mittleren Osten hat sich nicht verbessert; da besteht eine Gefahr für Europa“, so der Statec-Direktor. Auch die protektionistische Bedrohung der US-Regierung stellt ein Risiko für die stark verflochtenen Wirtschaften Europas dar. Und: „Die populistische Abstimmung in Italien zeigt mit dem Brexit, dass viele Bürger nicht mehr hinter der Wirtschafts- und Sozialpolitik, die von den Europäischen Institutionen ausgeht, stehen.“ So tragen die Ergebnisse der „Note de conjoncture“ diesen Risikenszenarien Rechnung.


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5.12.2017 Luxembourg, Kirchberg, Chambre de Commerce, Statec, Serge Allegrezza, Bastien Larue, Ferdy Adam  photo Anouk Antony
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