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Wirtschaftsperspektiven der EU: Luxemburgs Wirtschaft soll um 2,6 Prozent wachsen
Die EU hat ihre Wirtschafsprognosen für Luxemburg kaum verändert.

Wirtschaftsperspektiven der EU: Luxemburgs Wirtschaft soll um 2,6 Prozent wachsen

Serge Waldbillig
Die EU hat ihre Wirtschafsprognosen für Luxemburg kaum verändert.
Wirtschaft 2 Min. 05.02.2015

Wirtschaftsperspektiven der EU: Luxemburgs Wirtschaft soll um 2,6 Prozent wachsen

Auch wenn Luxemburg im Vergleich zu den anderen EU-Ländern deutlich besser dasteht, wird sich sein Wirtschaftswachstum 2015 abschwächen. Das geht aus den jüngsten Perspektiven der EU hervor.

(lb) - Den Berechnungen der Europäischen Kommission nach ist die luxemburgische Wirtschaft 2014 um 3 Prozent gestiegen. Das geht aus den jüngsten Wirtschaftsperspektiven hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurden. Das Wachstum erkläre sich durch eine starke Nachfrage im Inland, was auch die Investitionen gefördert habe.

Das schleppende internationale Wirtschaftsumfeld, sowie die Einführung des automatischen Informationsaustauschs werden dennoch 2015 den Druck auf die Wachstumsrate des Landes erhöhen, erklärt die Europäische Kommission in ihrem Bericht. Insgesamt soll das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,6 Prozent wachsen. Dies ist immerhin eine Verbesserung um 0,2 Prozentpunkte im Vergleich zu den letzten Wirtschaftsprognosen der EU. 2016 soll das Bruttoinlandsprodukt mit 2,9 Prozent wieder ähnliche Werte wie 2014 erreichen.

Zum Wirtschaftswachstum soll in Luxemburg vor allem der Dienstleistungssektor beitragen, da die EU die beiden nächsten Jahre von einem abgeschwächten Beitrag des Finanzsektors ausgeht. Positiv wird hingegen die Entwicklung in der Bau-Branche gedeutet.

Kaufkraft unter Druck

Niedrige Ölpreise und positive Arbeitsmarktperspektiven sollen die Kaufkraft der Bürger fördern. Negativ auf die Kaufkraft dürften sich die Konsolidierungsmaßnahmen der Regierung und die höhere Mehrwertsteuer auswirken. Die Privatausgaben werden dieses Jahr den Prognosen nach kaum angekurbelt, der Verbrauch der Haushalte soll erst 2016 wieder anziehen. Demnach werden dieses Jahr vor allem staatliche Investitionen zum Wirtschaftswachstum beitragen, während Privatleute und Unternehmen einen Gang zurückschalten. Auch Exporte sollen positiv zur Wirtschaftslage des Landes beitragen. Generell wird davon ausgegangen, dass sich der Außenhandel 2016 verstärkt.

Die größten Herausforderungen sieht die Europäische Kommission im Finanzsektor und den bedeutenden Regelungsänderungen. Sie befürchtet zudem, dass der internationale Druck zu einer besseren Steuerharmonisierung die Wirtschaftslage kurzfristig beeinträchtigen könnte.

Auch an der niedrigen Inflation wird sich 2015 kaum etwas ändern. Sie soll sogar von 0,7 Prozent auf 0,6 Prozent fallen. Die von der Europäischen Zentralbank befürwortete Wirtschaftsankurblung durch den Staatsanleihenkauf würde sich demnach erst 2016 auf die Inflation auswirken, die dann auf 1,8 Prozent ansteigen könnte.

Die Lage am Arbeitsmarkt dürfte sich dieses Jahr kaum verbessern. Zwar sollen zwei Prozent neue Arbeitsplätze geschafft werden, doch werde dies nicht ausreichen, um die Zahl der Arbeitslosen zu verringern. Sie könnte sogar weiter ansteigen. Eine Besserung ist ab 2016 in Sicht.

Desinflation in der Euro-Zone

Bei den Erwartungen der EU-Kommission befindet sich Luxemburg deutlich über dem EU-Durchschnitt. Das Wachstum dürfte sich in diesem Jahr für die EU insgesamt auf 1,7 Prozent und für den Euroraum auf 1,3 Prozent erhöhen. Auch hält der Trend zur niedriger Inflation weiter an. Im Euroraum wird die Inflationsrate den Prognosen zufolge dieses Jahr auf –0,1 Prozent zurückgehen und 2016 wieder auf 1,3 Prozent ansteigen. Die Arbeitslosenquote soll 2015 der Prognose zufolge in der EU auf 9,8 Prozent und im Euroraum auf 11,2 Prozent zurückgehen.


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