Wirtschaftsmission

Neuer Europasitz für RAK Ceramics in Luxemburg

Prinz Guillaume und seine Frau Stéphanie schauen sich die eben gefertigte Nation-Branding-Tasse ganz genau an.
Prinz Guillaume und seine Frau Stéphanie schauen sich die eben gefertigte Nation-Branding-Tasse ganz genau an.
Foto: Gerry Huberty

Von Maxime Gillen (Dubai)

Im Norden der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) liegt das Emirat Ras Al Kaimah, kurz RAK. Am dritten Tag der Luxemburger Wirtschaftsmission besuchten Erbgroßherzog Guillaume und seine Frau Stéphanie sowie Wirtschaftsminister Etienne Schneider und die für die Expo 2020 zuständige Kommissarin Maggy Nagel dort die Firma RAK Ceramics, einer der weltweit führenden Porzellan- und Keramikhersteller. Allein die Porzellanfabrik produziert jährlich 28 Millionen Stück Porzellan, die in rund 160 Länder weltweit exportiert werden. Die Kunden von RAK Ceramics sind vorwiegend Hotelketten oder Firmen wie Mercedes, das seine Showrooms weltweit mit RAK-Kacheln ausgestattet hat.

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RAK baut Präsenz in Luxemburg aus. Der europäische Hauptsitz der Firma ist in Luxemburg. Und dort soll nun auch ein neues Logistikzentrum gebaut werden. „Luxemburg liegt ideal für den europäischen Vertrieb“, erklärte Claude Peiffer, Geschäftsführer von RAK Porcelain Europe. Ein Container pro Tag kommt im Hafen von Antwerpen an und wird nach Luxemburg gebracht. Von dort werden die rund elf Millionen Stück Porzellan in 40 Länder in und rund um Europa geliefert. Deshalb soll die neue Lagerhalle, zusammen mit neuen Büros und einem Ausstellungsraum, in Bettemburg gebaut werden. Die Nähe zur Bahnstrecke, die Luxemburg mit Antwerpen verbindet, hat hier den Ausschlag gegeben. Die Investition in den neuen Hauptsitz samt Logistikzentrum beträgt 7,5 Millionen Euro.

Let's make it happen am persischen Golf

Die Fabrik in den VAE ist rund einen Quadratkilometer groß, wobei die Porzellanproduktion davon lediglich 60 000 Quadratmeter ausmacht. Um diese zu besichtigen, fuhren die hohen Gäste aus Luxemburg in ihren Limousinen in den Fabrikhallen einmal im Kreis herum. Beim letzten Produktionsschritt, das heißt der Dekoration, machte die Eskorte halt und man zeigte dem erbgroßherzoglichen Paar wie das „Let's make it happen“-Logo auf die Nation-Branding-Tassen der Luxemburger Regierung kommt.

Im Anschluss an die Besichtigung von RAK Ceramics fuhr die Delegation zum Palast des Emirs von Ras Al Khaimah, dem Scheich Saud bin Saqr Al Qasimi. Luxemburg als Tor zu Europa. Der Scheich und sein Sohn empfangen Prinz Guillaume und Prinzessin Stéphanie in einem großen prunkvollen Saal. Rundherum an den Wänden stehen Sessel auf denen die gesamte Familie – zumindest der männliche Teil davon – Platz genommen hat. Dort wird arabischer Kaffee zu süßen Backwaren und Datteln gereicht. Dann geht es in einen ebenso prunkvollen Speisesaal in dem die Delegation zu Mittag isst.

Luxemburg als Tor zu Europa

Solche Besuche seien wichtig um die Beziehungen zu den VAE zu stärken. „Es dauert bis man das Vertrauen der Emiratis gewinnt“, erklärte der Wirtschaftsminister Etienne Schneider. „Es wird viel Wert auf Loyalität gelegt.“ Luxemburg werde als starker Partner und als Tor zu Europa angesehen.

Man könne gut Geschäfte machen mit den VAE, meint der Minister: „Das Land ist politisch stabil und zuverlässig.“ Daher sei die Symbolik, das erste Teilnehmerland der Expo 2020 in Dubai zu sein, auch von großer Bedeutung. „Die VAE sind unser erster Partner am Golf.“ Im Februar oder März des kommenden Jahres soll dann auch eine Wirtschaftsmission der VAE nach Luxemburg stattfinden.

Und vielleicht kann Luxemburg noch einiges von diesem Partnerland lernen. Immerhin gibt es dort einen „Happiness Minister“, scherzte Etienne Schneider am Ende der Reise.