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Wirtschaftdelegation in Marokko: Das Sprungbrett nach Afrika
Wirtschaft 2 Min. 25.09.2019 Aus unserem online-Archiv

Wirtschaftdelegation in Marokko: Das Sprungbrett nach Afrika

Casablanca, die größte Stadt Marokkos: Das Land zeichnet sich durch politische Stabilität und eine offene Wirtschaft aus.

Wirtschaftdelegation in Marokko: Das Sprungbrett nach Afrika

Casablanca, die größte Stadt Marokkos: Das Land zeichnet sich durch politische Stabilität und eine offene Wirtschaft aus.
Foto: Shutterstock
Wirtschaft 2 Min. 25.09.2019 Aus unserem online-Archiv

Wirtschaftdelegation in Marokko: Das Sprungbrett nach Afrika

Marco MENG
Marco MENG
Eine Wirtschaftsdelegation ist auf Erkundungstour in Marokko. Das Land ist ein Hort der Stabilität in einer schwierigen Region. Und ein Eingangstor zu einem großen Kontinent.

Was macht Marokko so interessant für Luxemburg? Diese Frage stand schon vor Beginn der Wirtschaftsmission im Raum, die gerade in dem nordafrikanischen Land stattfindet. 


(de g. à dr.) Abdelhak El Merini, conservateur du Mausolée Mohammed V ; Mohamed Ameur, ambassadeur du Maroc à Bruxelles ; S.A.R. le Grand-Duc héritier ; Étienne Schneider, Vice-Premier ministre, ministre de l'Économie ; S.A.R. la Grande-Duchesse héritière
Auftakt der Wirtschaftsmission in Marokko
Digitalisierung stand am ersten Tag der luxemburgischen Wirtschaftsmission in Marokko im Mittelpunkt.

Nach dem politischen Teil am ersten Tag der Wirtschaftsmission nach Marokko folgte am Dienstag mit Komplettierung der Delegation der wirtschaftliche Part. 

Die Delegation, darunter Vertreter von knapp 50 Luxemburger Unternehmen und Organisationen, besteht nun aus rund 80 Personen. Und die über allem schwebende Frage „Warum Marokko“, wurde dann auch gestern beantwortet. Weil das Land eine offene Wirtschaft hat und politisch stabil ist: Ein Fels in der nordafrikanischen Brandung. 

Handelskammerpräsident Luc Frieden und Mohamed Idrissi Meliani, Generaldirektor der Agence du développement du digital du Maroc unterzeichnen eine Absichtserklärung.
Handelskammerpräsident Luc Frieden und Mohamed Idrissi Meliani, Generaldirektor der Agence du développement du digital du Maroc unterzeichnen eine Absichtserklärung.
Foto: SIP

„Stabilität bietet Voraussehbarkeit, das ist etwas, was Unternehmen brauchen“, drückt es Handelskammerpräsident Luc Frieden aus. Tatsächlich kann sich Marokko als einziges Land in Nordafrika rühmen, ein stabiles politisches System zu haben und – auch wenn es in manchem den westeuropäischen Vorstellungen nicht entsprechen mag – ein dem Westen zugeneigtes Selbstverständnis. 

Unverkennbar ist aber auch, dass es nicht um Marokko allein geht, sondern um den gesamten Nachbarkontinent Europas. So spricht denn auch Wirtschaftsminister Etienne Schneider von der „Positionierung Marokkos als Tor zu Afrika“ wie auch Luxemburgs als Tor zum europäischen Markt. 

Drehscheibe für Afrika 

„Marokko, ein stabiles Land, nahe an Europa und mit starkem Wirtschaftswachstum, bietet gute Aussichten auf eine Partnerschaft in bestimmten Wirtschaftssektoren“, sagt Frieden. Das Land entwickele vielversprechende Sektoren wie erneuerbare Energien, Logistik und den Technologiesektor. 

Im Hinblick auf die weitere Zusammenarbeit im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie wurde während des Seminars eine Absichtserklärung zwischen der „Agence du développement numérique du Maroc“ und der Handelskammer Luxemburg unterzeichnet. 

Der Besuch der Wirtschaftsdelegation aus Luxemburg weckt großes Interesse bei den marokkanischen Medien.
Der Besuch der Wirtschaftsdelegation aus Luxemburg weckt großes Interesse bei den marokkanischen Medien.
Foto: SIP

Anders als bei früheren Wirtschaftsmissionen präsentiert sich Luxemburg in Marokko nicht mehr „in ganzer Breite“, sondern hat sich auf die Dinge konzentriert, die für beide Seiten fruchtbringend erscheinen: Kooperation bei den Themen Digitalisierung und Logistik. 

Die großen Luxemburger Akteure aus dem ICT-Sektor sind bereits in Marokko, erklärt Handelskammerpräsident Frieden, der die Schnittstellenfunktion des Landes betont. 

So hat der Luxemburger Datacenter-Betreiber EBRC auch in der marokkanischen Hauptstadt Rabat eine Niederlassung, die einzige in Afrika und überhaupt außerhalb Europas. Auch Etix Everywhere ist im Land schon vertreten und betreibt in Marokko ein Datacenter. 

Luxemburgisch-Marokkanisches Wirtschaftsseminar.
Luxemburgisch-Marokkanisches Wirtschaftsseminar.
Foto: SIP

Yves Reding, Geschäftsführer von EBRC, erklärt, dass die Kompetenzen, die das Unternehmen in Luxemburg im Finanzsektor erworben hat, genauso in Marokko und ganz Afrika willkommen sind: Stichwort elektronische Bezahlungen. 

„Digitales“, sagt der marokkanische Minister für Industrie, Investitionen, Handel und die digitale Wirtschaft, Moulay Hafid Elalamy, „ist ein Schlüsselelement für die wirtschaftliche Entwicklung.“ Dazu gehört auch die Promotion von Start-up-Unternehmen. 

Programmierwettbewerb 

Das zum Thema Digitalisierung und Cybersicherheit veranstaltete Wirtschaftsseminar „Marokko-Luxemburg“ in Casablanca wurde gestern von vielen marokkanischen Unternehmen besucht und für den ersten „Hackathon“-Programmierwettbewerb, der anlässlich der Wirtschaftsmission von Luxemburger Seite in Zusammenarbeit mit dem marokkanischen Inkubator LaFactory organisiert wurde, wurde ein marokkanisches Projekt, das sich der Problemlösung im Logistiksektor widmet, mit einem ersten Preis ausgezeichnet.

Dem Gewinnerteam wird ein Studienaufenthalt in Luxemburg angeboten, um hier das lokale Start-up- und digitale Ökosystem zu entdecken.


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