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Wettbewerbswidriges Verhalten: EU-Kommission nimmt Online-Händler unter die Lupe
Wirtschaft 02.02.2017

Wettbewerbswidriges Verhalten: EU-Kommission nimmt Online-Händler unter die Lupe

Die Europäische Kommission hat Untersuchungen eingeleitet, ob Verbraucher daran gehindert werden Produkte und Dienstleistungen über Grenzen hinweg auswählen und zu wettbewerbsfähigen Preisen zu kaufen.

Wettbewerbswidriges Verhalten: EU-Kommission nimmt Online-Händler unter die Lupe

Die Europäische Kommission hat Untersuchungen eingeleitet, ob Verbraucher daran gehindert werden Produkte und Dienstleistungen über Grenzen hinweg auswählen und zu wettbewerbsfähigen Preisen zu kaufen.
Foto: Shutterstock
Wirtschaft 02.02.2017

Wettbewerbswidriges Verhalten: EU-Kommission nimmt Online-Händler unter die Lupe

Andreas ADAM
Andreas ADAM
Die Europäische Kommission hat Untersuchungen eingeleitet, ob Verbraucher daran gehindert werden Produkte und Dienstleistungen über Grenzen hinweg auswählen und zu wettbewerbsfähigen Preisen zu kaufen.

(aa/C.) - Obwohl immer mehr über das Internet gehandelt wird, wächst der grenzüberschreitende Onlinehandel innerhalb der EU nur langsam. In ihrer Strategie für einen digitalen Binnenmarkt schlägt die EU-Kommission verschiedene Initiativen vor, um Beschränkungen auszuräumen. Zudem stehen Unternehmen im Verdacht, aktiv Hindernisse aufzubauen, um so den EU-Binnenmarkt entlang nationaler Grenzen aufzuteilen und Wettbewerb zu verhindern.

Wettbewerbswidrige Maßnahmen verboten

Die Kommission hat nun Untersuchungen eingeleitet, um folgende Probleme anzugehen: Einzelhandelspreisbeschränkungen, Diskriminierung auf der Grundlage des Standortes und Geoblocking. Gemäß EU-Wettbewerbsvorschriften sind wettbewerbswidrige Vereinbarungen zwischen Unternehmen verboten (Artikel 101 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union – AEUV).

„Es geht um die Bereiche Unterhaltungselektronik, Videospiele und Hotelübernachtungen“, so Wettbewerbskommissarin Margarethe Vestager.
„Es geht um die Bereiche Unterhaltungselektronik, Videospiele und Hotelübernachtungen“, so Wettbewerbskommissarin Margarethe Vestager.
Foto: AFP

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager erklärte hierzu: „Der elektronische Handel sollte den Verbrauchern eine größere Auswahl an Waren und Dienstleistungen verschaffen und ihnen die Möglichkeit bieten, über Grenzen hinweg einzukaufen. Die drei Untersuchungen, die wir heute eingeleitet haben, konzentrieren sich auf Verhaltensweisen, bei denen wir den Verdacht haben, dass sie von den betreffenden Unternehmen eingesetzt werden, um den Verbrauchern diese Vorteile zu verwehren. Es geht um die Bereiche Unterhaltungselektronik, Videospiele und Hotelübernachtungen.“

Unterhaltungselektronik:

Die Kommission prüft zurzeit, ob Asus, Denon & Marantz, Philips und Pioneer gegen die EU-Wettbewerbsvorschriften verstoßen haben, indem sie die Möglichkeit der Online-Einzelhändler, eigene Preise für weit verbreitete Produkte der Unterhaltungselektronik wie Notebooks und Hifi-Produkte festzulegen, eingeschränkt haben.

Videospiele:

Untersucht werden auch bilaterale Vereinbarungen zwischen der Valve Corporation (Spiele-Vertriebsplattform Steam) und den fünf Videospiel-Herausgebern Bandai Namco, Capcom, Focus Home, Koch Media und ZeniMax. Dabei geht es um Geoblocking, wodurch Verbraucher im Ausland gehindert werden, digitale Inhalte zu kaufen.

Hotelpreise:

Nach Beschwerden von Kunden nimmt die Kommission Vereinbarungen in der Hotellerie zwischen den europäischen Reiseveranstaltern (Kuoni, REWE, Thomas Cook und TUI) und Hotels (Meliá Hotels) unter die Lupe. Dabei würden den Kunden – abhängig von ihrem Standort - nicht alle verfügbaren Hotelzimmer angezeigt, und sie könnten die Zimmer nicht zu den günstigsten Preisen buchen.


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