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Weniger Firmenpleiten in Luxemburg - aber Trendwende im Winter erwartet
Wirtschaft 2 Min. 27.07.2022
Creditreform

Weniger Firmenpleiten in Luxemburg - aber Trendwende im Winter erwartet

Im Gerichtsbezirk Luxemburg wurden 463 Konkurse ausgesprochen, im Gerichtsbezirk Diekirch 48.
Creditreform

Weniger Firmenpleiten in Luxemburg - aber Trendwende im Winter erwartet

Im Gerichtsbezirk Luxemburg wurden 463 Konkurse ausgesprochen, im Gerichtsbezirk Diekirch 48.
Foto: John Lamberty
Wirtschaft 2 Min. 27.07.2022
Creditreform

Weniger Firmenpleiten in Luxemburg - aber Trendwende im Winter erwartet

Vor allem Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor melden Konkurs an.

(MeM) – Die Zahl der Konkurse ist in Luxemburg im ersten Halbjahr 2022 von 650 auf 511 zurückgegangen. Gegenüber der Vorjahreszahl ist das ein Minus um 139 Pleiten oder 21 Prozent. Das teilt die Wirtschaftsauskunftei Creditreform am Mittwoch mit. 

Herbert Eberhard, Chef von Creditreform Luxembourg, betont: „Der Rückgang der Konkurse um 21 Prozent auf 511 Firmenpleiten im 1. Halbjahr 2022 stellt die niedrigste Zahl seit 2017 dar und ist nicht realistisch, da die wirtschaftlichen Folgen der diversen Krisen in Luxemburg erst verzögert eintreten werden“. 

Die entschlossenen Maßnahmen der Regierung hätten zahlreiche Unternehmen „zumindest vorläufig gerettet“, so Creditreform. 


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Die Zahl der insolventen Unternehmen mit einem Alter von über fünf Jahren ist mit 74 Prozent im Vergleich zu 2021 zwar leicht gesunken, aber immer noch dominant. Der Anteil der Konkurse von Unternehmen, die jünger als fünf Jahre sind, liegt bei 26 Prozent und ist gegenüber 2021 (Anteil 22 Prozent) leicht gestiegen. 

Spitzenreiter Dienstleister

In der Baubranche sind 47 Firmen in den ersten sechs Monaten des laufenden Halbjahres in Konkurs gegangen, ein Rückgang um 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (68). Spitzenreiter bei den Pleiten ist weiterhin die Dienstleistungs-Branche mit 356 Fällen im ersten Halbjahr (445 waren es 2021). Im produzierenden Gewerbe gab es 2022 wie 2021 in Luxemburg drei Firmenpleiten. Der Handel ist mit 105 Unternehmenszusammenbrüchen zwar weiterhin stark vertreten. Gegenüber dem Vorjahr (134) ist die Gesamtzahl jedoch um 22 Prozent gesunken. 

Der Anteil der Unternehmen aus dem Hotel- und Gastronomiesektor ist von 66 auf 77 gestiegen, liegt damit jedoch auf dem Niveau von 2019, als 72 Pleiten verzeichnet wurden. 

Überwiegend kleinere Unternehmen betroffen

Creditreform weist darauf hin, dass hier auch die erhebliche Zahl von „stillen Unternehmenspleiten“ durch Geschäftsschließungen berücksichtigt werden müssen, die in der Konkurs-Statistik nicht auftauchen. 

Als bedenklich sieht Creditreform die Steigerung der Pleiten bei der Sarl-S, der sogenannten „1-Euro Gesellschaft, von neun im Jahr 2019 auf 62 Unternehmen im 1. Halbjahr 2022 an. „Hier zeigt sich die Krisenanfälligkeit dieser Rechtsform sehr deutlich“, kommentiert Creditreform und stellt fest, dass es überwiegend kleinere Unternehmen sind, die im ersten Halbjahr in Konkurs gingen: „Firmen mit einer niedrigen Marge oder einer geringen Kapitalbasis haben Probleme.“

Bei größeren Unternehmen waren es mit Aquinnotec in Freckeisen mit 50 Mitarbeitern und die Instaltec in der Stadt mit 44 Mitarbeitern zwei Bauunternehmen, die pleitegingen. „Längerfristig kann sich Luxemburg nicht von den international steigenden Konkurszahlen abkoppeln“, meint Creditreform, „auch wenn das Land aufgrund staatlicher Maßnahmen und struktureller Vorteile bisher gut durch die Krise kommt.“ Insgesamt geht Creditreform davon aus, dass die Anzahl der Insolvenzen spätestens im Winter 2022 stark ansteigt.

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