Wählen Sie Ihre Nachrichten​

BMW verärgert über Daimler und VW
Wirtschaft 21.10.2017 Aus unserem online-Archiv
Wegen Kronzeugenanträgen

BMW verärgert über Daimler und VW

Der BMW-Konzern steht wegen Kartellvorwürfen in der Kritik. EU-Behörden haben Büros des Münchner Autoherstellers bereits durchsucht.
Wegen Kronzeugenanträgen

BMW verärgert über Daimler und VW

Der BMW-Konzern steht wegen Kartellvorwürfen in der Kritik. EU-Behörden haben Büros des Münchner Autoherstellers bereits durchsucht.
Foto: AP
Wirtschaft 21.10.2017 Aus unserem online-Archiv
Wegen Kronzeugenanträgen

BMW verärgert über Daimler und VW

Bei einem möglichen Kartellverfahren gegen die deutschen Autobauer wollen Daimler und VW von einer Kronzeugenregelung profitieren. BMW fühlt sich hintergangen und zeigt sich verärgert.

(dpa) - BMW ist verärgert über die Anträge von Daimler und Volkswagen, im Fall des Kartellverdachts gegen die deutsche Autoindustrie als Kronzeugen zur Aufklärung beizutragen. „Wir waren irritiert“, sagte BMW-Einkaufsvorstand Markus Duesmann der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Im Rückblick ist es ein komisches Gefühl, dass wir mit den Wettbewerbern über Zusammenarbeit redeten, während deren Juristen die Zusammenkünfte schon angezeigt hatten bei den Wettbewerbsbehörden.“

Daimler wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Ein Sprecher sagte auf Anfrage: „Wir kommentieren das nicht.“

Behörden haben Durchsuchungen bei BMW durchgeführt

Bei der EU-Kommission läuft derzeit eine Voruntersuchung zu den Vorwürfen. Mitarbeiter der Brüsseler Behörde haben bereits Durchsuchungen bei BMW durchgeführt. Die Bayern sowie Daimler und VW samt den Töchtern Audi und Porsche sollen sich jahrelang in geheimen Zirkeln über ihre Autos, Kosten und Zulieferer ausgetauscht haben.

Solche Absprachen unter Autobauern sind durchaus üblich - zum Beispiel, um Standards für die Ladung von Elektroautos abzusprechen. Die Frage ist aber, ob in diesem Fall eine Grenze überschritten wurde.

BMW will bestehende Verträge zur Zusammenarbeit mit den Wettbewerbern erfüllen, sieht aber zunächst von neuen Kooperationen ab.

Wer darf auf Verschonung hoffen?

Daimler hatte am Freitag den Kronzeugenantrag öffentlich gemacht. Die Schwaben sollen damit Volkswagen zuvorgekommen sein; demnach haben die Niedersachsen ebenfalls einen Antrag eingereicht.

Der Kronzeuge in Kartellverfahren darf in der Regel auf den größten Nachlass bei Strafzahlungen bis hin zur kompletten Verschonung hoffen. Noch immer ist allerdings unklar, was an den Vorwürfen überhaupt dran ist.

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Das Datum hat einige Symbolkraft. Auf den Tag genau vor drei Jahren wurde die Manipulation von Abgaswerten bei Volkswagen öffentlich - und rührte die Branche auf. Nun droht neues Ungemach aus Brüssel.
ARCHIV - 01.10.2015, Brandenburg, Frankfurt (Oder): Ein Messschlauch eines Gerätes zur Abgasuntersuchung für Dieselmotoren steckt im Auspuffrohr eines VW Golf 2.0 TDI. Die EU-Kommission verschärft ihre Kartellermittlungen gegen die deutschen Autokonzerne BMW, Daimler und VW. Eine eingehende Untersuchung solle klären, ob die Unternehmen illegale Absprachen bei der Entwicklung und Einführung von Systemen zur Verringerung von Emissionen getroffen haben, teilte die Behörde mit. Foto: Patrick Pleul/ZB/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Nach BMW bekommen nun auch Daimler, VW und Audi Besuch von Fahndern der EU-Kommission. Es geht um den Verdacht, dass es jahrelang wettbewerbswidrige Absprachen gab.
(COMBO) - Combo of picture taken on July 25, 2017 at a scrap yard in Betzigau, southern Germany, shows damaged logos and traces of logos of German car brands (top L, clockwise) Mercedes-Benz by Daimler, BMW, Audi and Volkswagen (VW).
German Der Spiegel magazine had reported Friday, July 21, 2017 that German carmakers Volkswagen, Audi, Porsche, BMW and Daimler had secretly worked together from the 1990s onwards on issues including polluting emissions from diesel vehicles. / AFP PHOTO / dpa / Karl-Josef Hildenbrand / Germany OUT
Diesel produzieren während ihrer gesamten Lebensdauer spürbar mehr klimaschädliches CO2 als Benziner. Das geht aus einer Studie der europäischen Umweltschutzorganisation Transport & Environment hervor.
Eine Studie widerlegt die Einschätzung der Autoindustrie, Diesel-Autos würden für die Einhaltung der Klimaziele benötigt.
Für den Bau einer Produktionsanlage in Leipzig wurde dem Münchner Autobauer BMW eine hohe staatliche Beihilfe versprochen. Die EU-Kommission stutzte die Summe aber zurück. Eine Klage des Münchner Autobauers dagegen ist nun abgewiesen worden.
FILE - In this March 18, 2009 file photo a BMW logo is  photographed on a wheel of a BMW car prior the annual balance press conference in Munich, southern Germany. BMW said Thursday, March 8, 2012, it increased net profit by 51 percent last year to euro 4.9 billion (US dollar 6.43 billion) as it benefitted from strong demand for its luxury cars and SUVs in China and an economic recovery in the United States. Revenues rose 14 percent to euro 68.82 billion, as the number of cars and SUVs sold in China increased 38 percent to 233,600. Sales rose 14 percent in the United States, where the company sold more than 340,000 vehicles. (AP Photo/Matthias Schrader, File)
Mögliches Autokartell
Nach dem Vorwurf eines möglichen Autokartells ruft Europas größter Autobauer Volkswagen seine Aufsichtsräte zusammen. Bei dem Treffen soll es um Kartellvorwürfe gehen.
Schon wieder ist VW im Visier der Behörden.