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Warum Afrika interessant für Luxemburger Unternehmen wird
Wirtschaft 3 Min. 16.10.2019

Warum Afrika interessant für Luxemburger Unternehmen wird

Nairobi ist seit vielen Jahren das unbestrittene Wirtschaftszentrum in Ostafrika.

Warum Afrika interessant für Luxemburger Unternehmen wird

Nairobi ist seit vielen Jahren das unbestrittene Wirtschaftszentrum in Ostafrika.
AFP
Wirtschaft 3 Min. 16.10.2019

Warum Afrika interessant für Luxemburger Unternehmen wird

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Ob Rohstoffe, Wohnprojekte oder Konsumgüter - Afrika wird für luxemburgische Unternehmer und Investoren immer wichtiger.

Afrika – einst ein Kontinent, den man eher mit Hunger, Krieg und Krankheit verband – hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt und verzeichnet in einigen Ländern ein sehr hohes Wirtschaftswachstum. Neben dem immer größer werdenden Absatzmarkt sind es Hunderte Millionen von Konsumenten, die den Kontinent als neuen Wirtschaftsstandort immer attraktiver machen. Die rasch wachsende Mittelschicht will zunehmend mehr konsumieren – von Handys über Autos bis zu Luxusgütern. 

Bis dato hat Luxemburg die wirtschaftlichen Chancen in Afrika nicht richtig genutzt. Das soll sich nun ändern. "Der afrikanische Kontinent steht vor einer wirtschaftlichen Trendwende", sagt David Capocci, Partner bei KPMG Luxemburg anlässlich der ersten Afrika-Konferenz der Luxemburger Kanzlei. 

Das hat mehrere Gründe: Im Mai verabschiedeten 54 Mitgliedsländer der Afrikanischen Union von Ägypten bis Südafrika das weltgrößte Freihandelsabkommen "AfCFTA", das sich zum Ziel gesetzt hat, 90 Prozent der bestehenden Zölle und Handelsbarrieren abzubauen.

KPMG organisierte am Dienstag seine erste große Afrika-Konferenz.
KPMG organisierte am Dienstag seine erste große Afrika-Konferenz.
KPMG

"Es ist ein gigantischer Markt, 1,3 Milliarden Menschen leben auf dem afrikanischen Kontinent, mit einer Wirtschaftsleistung von 3,4 Billionen Dollar", sagt der KPMG-Experte. Ein großes Potenzial, das die 55 Länder des Kontinents bisher aber nur zu einem sehr kleinen Teil ausgeschöpft haben. Afrikanische Länder handeln nur wenig untereinander, lediglich 17 Prozent der Exporte gehen in Nachbarländer. "Das Abkommen ist wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung des Kontinents und erleichtert auch luxemburgischen Unternehmen, in Afrika zu investieren." 

Als weiteren Grund nennt David Capocci aber auch, dass Afrika seit mehreren Jahren einen Anstieg der Private Equity-Investitionen verzeichnet. Mehrere Länder haben sich auf den afrikanischen Technologiesektor konzentriert, insbesondere auf Technologie-Startups. "In den vergangenen fünf Jahren ist der Private-Equity-Markt auf 26 Milliarden Dollar angewachsen", so Capocci. 


(1er rang - de g. à dr.) Étienne Schneider, Vice-Premier ministre, ministre de l'Économie ; S.A.R. le Grand-Duc héritier ; Atman Haloui, consul honoraire du Luxembourg ; Daniel Da Cruz, chargé de la Direction générale Promotion du commerce extérieur et des investissements, ministère de l'Économie ; Edwin Sluismans, Président de la Chambre de commerce Belgo-Luxembourgeoise au Maroc ; Paul Schmit, ambassadeur thématique - diplomatie économique, ministère des Affaires étrangères et européennes
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Zudem hat die Europäische Investitionsbank 2018 neue Finanzierungen von 3,3 Milliarden Euro für den Privatsektor und für Infrastrukturvorhaben in 20 afrikanischen Ländern genehmigt. Das ist der höchste Betrag, den die EIB seit 1965 in einem Jahr auf dem afrikanischen Kontinent zugesagt hat. "Das zeigt, dass das Interesse am afrikanischem Kontinent immer größer wird", betont David Capocci. 

Afrikanische Unternehmen wachsen schneller als die globale Konkurrenz. Schon mehr als 400 afrikanische Firmen haben über eine Milliarde Umsatz erwirtschaftet.

Aimao Poean

Luxemburg als Brückenbauer 

Er ist sich sicher: "Afrika braucht derzeit gute Partner, um den Wandel auf dem Kontinent voranzubringen". Dabei könnte der Luxemburger Finanzplatz eine wichtige Rolle spielen. "Das Land ist bestens geeignet, um eine Brücke zwischen den Investoren und dem afrikanischen Kontinent zu bilden", meint Capocci. 

Auch für Aimao Poean, Präsidentin der LuxAfrica Investment Association, ist das wirtschaftliche Potenzial Afrikas unbestritten. "Afrikanische Unternehmen wachsen schneller als die globale Konkurrenz. Schon mehr als 400 afrikanische Firmen erwirtschaften über eine Milliarde Umsatz". Die vor sechs Jahren gegründete Vereinigung hat sich zum Ziel gesetzt, "die Chancen, die viele afrikanische Märkte bieten", besser zu fördern.

Marktchancen in Kenia

"When you think investment, think Kenya". Mit diesem Satz wirbt Jacob T. Kaimenyi, Botschafter von Kenia für Belgien, Luxemburg und die Europäische Union für Investitionen in seinem Land. Kenia ist eine der größten Wirtschaftsregionen auf dem afrikanischen Kontinent und ist im zweiten Quartal 2019 um 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Die kenianische Regierung hat eine ehrgeizige Entwicklungsagenda – die als "Big Four Agenda" bekannt ist – gestartet. Sie zielt darauf ab, "den lokalen Produktionssektor zu stärken, die Landwirtschaft anzukurbeln, eine allgemeine Gesundheitsversorgung zu erreichen sowie eine halbe Million erschwingliche Wohneinheiten zu bauen", so Kaimenyi. 


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Die durchgeführten Wirtschaftsreformen tragen bereits ihre Früchte: Im neuesten "Ease of Doing Business Ranking 2019" der Weltbank konnte sich Kenia von Platz 83 auf Platz 61 verbessern. "Kenia ist eindeutig die am schnellsten wachsende Wirtschaft der Welt." 

Auch das luxemburgische Wirtschaftsministerium sieht Afrikas Zukunft positiv. "Wir werden nächstes Jahr ein Handelsbüro im marokkanischen Casablanca einrichten", sagt Vincent Hieff, Berater des Wirtschaftsministeriums. Dies belegt, dass "Luxemburg es wirklich ernst meint mit den Investitionen auf dem afrikanischen Kontinent".


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