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Während Corona sparen, nach Corona ausgeben
Wirtschaft 2 Min. 01.02.2021

Während Corona sparen, nach Corona ausgeben

Nur wer glaubt, dass die Krise bald überstanden ist, gibt auch wieder mehr Geld aus.

Während Corona sparen, nach Corona ausgeben

Nur wer glaubt, dass die Krise bald überstanden ist, gibt auch wieder mehr Geld aus.
Foto: Shutterstock
Wirtschaft 2 Min. 01.02.2021

Während Corona sparen, nach Corona ausgeben

In der Pandemie ist der Konsum zurückgegangen, wie Zahlen des Statec zeigen. Die Ersparnisse sind eine Chance für einen Aufschwung.

(mab) – Nach dem ersten Lockdown und Monaten mit Gesundheitsmaßnahmen ist der Konsum im letzten Jahr gesunken: Das Statec geht für 2020 von einem  Konsumrückgang zwischen sechs und acht Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. 

Gewinner und Verlierer

Die verschiedenen Konsumbereiche sind in sehr unterschiedlicher Weise von den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie betroffen. Einige Ausgaben, wie die für Miete und Versicherung, wurden kaum von der Corona-Krise beeinträchtigt. Die Ausgaben für Lebensmittel im Einzelhandel sind sogar um drei Prozent gestiegen. 


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Die Ausgaben für langlebige Güter wie Möbel, Haushaltsgeräte oder Autos wurden im Lockdown mäßig bis stark beeinträchtigt, stiegen danach aber wieder. In den Sommermonaten lagen sie zumindest vorübergehend über dem üblichen Niveau. Allerdings waren auch die Umsätze dieser Aufholjagd noch zu gering, um die Verluste aus den Zeiten, in denen die Läden geschlossen waren, auszugleichen. 

Kein Kontakt, kein Geld

Am stärksten gelitten haben Bereiche, die physische Interaktion erfordern: Hotels und Restaurants, Kultur- und Sportstätten, Transport- und Reise-Branche. Für diese Bereiche sieht das Statec erst einen möglichen Aufschwung, wenn die Gesundheitskrise vorbei ist. 

Die Zahlen unterscheiden sich nicht nur je nach Konsumbereich, sondern variieren auch stark innerhalb des Jahres. Im zweiten Quartal war der Verbrauchsverlust gegenüber dem Vorkrisenniveau mit -21 Prozent am größten. Im März lag das Minus bei 35 Prozent, im April bei -21 Prozent und im Juni noch bei –9 Prozent. Die Statistiker nehmen an, dass diese Normalisierung auch auf eine bessere Anpassung des Angebots an Waren und Dienstleistungen an die neuen Anforderungen zurückzuführen ist. 

Krise als Chance 

Die Ersparnisse stellen ein erhebliches Potenzial für einen Aufschwung dar. Vor allem langlebige Produkte könnten vom Nachholeffekt profitieren. „Die erzwungenen Einsparungen in Kombination mit dem ungedeckten Bedarf im Jahr 2020 und der Aussicht auf einen Impfstoff sprechen für einen starken Anstieg des Verbrauchs im Jahr 2021 oder sogar 2022“, heißt es dazu vom Statec. 


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Aufschwung und steigende Nachfrage setzen allerdings voraus, dass sich das Vertrauen erholt und das Einkommen stabil bleibt. Sollten die Infektionszahlen steigen und damit auch die Maßnahmen verschärft werden, steigt das Risiko, dass die Verbraucher eine Verschlechterung des Arbeitsmarktes erwarten. In diesem Fall würden die Ersparnisse aus 2020 nicht den Konsum befeuern, sondern wieder auf gespart werden, erklärt das Statec.

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