Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Wachstum in Luxemburg bremst ab
Wirtschaft 2 Min. 03.12.2019

Wachstum in Luxemburg bremst ab

Bastien Larue und Serge Allegrezza blicken weniger optimistisch in die Zukunft.

Wachstum in Luxemburg bremst ab

Bastien Larue und Serge Allegrezza blicken weniger optimistisch in die Zukunft.
Foto: Gerry Huberty
Wirtschaft 2 Min. 03.12.2019

Wachstum in Luxemburg bremst ab

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Das Statistikamt Statec erwartet für nächstes Jahr nur noch einen Zuwachs von 2,4 Prozent.

Die Stimmung dieser Tage in Luxemburgs Chefetage war schon mal besser, denn: Das nationale Statistikamt Statec rechnet mit einer Abschwächung der luxemburgischen Konjunktur im nächsten Jahr. Nach einem Plus von 2,8 Prozent in 2019 wird für 2020 nur noch einen Zuwachs von 2,4 Prozent erwartet. 

Auslöser dafür ist für die Statistiker die langsamer wachsende Weltkonjunktur: "Diese Schwäche sowie die internationalen Handelskonflikte führen zu einem Rückgang des internationalen Warenhandels, der Industrieproduktion und der Investitionen. Zudem belastet die spürbar größer werdende Unsicherheit das Vertrauen der Wirtschaftsakteure in die Zukunft". 

Schwäche aber keine Rezession

Klar ist, dass die Eurozone von der weltweiten Entwicklung nicht verschont wird, stellt Statec-Ökonom Bastien Larue fest. Die globale politische Unsicherheit belastet insbesondere die Exportnation Deutschland, Luxemburgs wichtigsten Handelspartner. 


Die Luxemburger Wirtschaft brummt.
Statec: BIP-Wachstum von 3,1 Prozent für 2018
Für das Jahr 2018 sieht das Statistikamt Statec ein Wachstum von 3,1 Prozent – anstelle von bislang 2,6 Prozent. Das zeigen die neuesten Zahlen des Statistikamtes, die am Mittwoch veröffentlicht wurden.

Aber auch die Aussichten für andere europäische Länder sind düster: "Derzeit gibt es keine Anzeichen einer Erholung, daher sind nur moderate Wachstumsimpulse in den Euroländern zu erwarten", so Larue. Der Experte rechnet für das Jahr 2020 mit einem Anstieg von 1,1 Prozent in der Eurozone. Seiner Ansicht nach muss die europäische Wirtschaft zwar mit einer Abkühlung rechnen, aber: "Eine Rezession ist aus heutiger Sicht nicht zu erwarten". 

Anzeichen einer Verlangsamung

Für das laufende Jahr verzeichnet die Statec noch relativ gute Zahlen; um fast vier Prozent hatte das Wirtschaftswachstum allein im zweiten Quartal zugenommen. "Die Abschwächung der internationalen Konjunktur droht allerdings diesen Aufschwung kurzfristig zu dämpfen", warnt Bastien Larue, "die Beschäftigung zeigt bereits Anzeichen einer Verlangsamung in mehreren Branchen der luxemburgischen Wirtschaft." 

Im ersten Halbjahr 2019 haben vor allem nichtfinanziellen Dienstleistungen, insbesondere die Informations- und Kommunikationstechnologiebranche, ihre Widerstandsfähigkeit unter Beweis gestellt. "Die Finanzdienstleistungen entwickelten sich dagegen deutlich weniger dynamisch. Diese Tendenz wird zumindest bis 2020 anhalten."

Dem gegenüber erwartet das Statistikamt, dass der private Konsum dynamisch bleibt. Die Investitionsbereitschaft, im laufenden Jahr generell verhalten, dürfte sich im kommenden Jahr eher verbessern. Der Zuwachs der Gesamtbeschäftigung wird 2020 bei 3,2 Prozent im Vergleich mit 3,7 Prozent in 2019 liegen. 

Die Arbeitslosenquote wird den Hochrechnungen folgend 2020 unverändert bei 5,3 Prozent stagnieren, während die Inflation von 1,7 auf 1,6 Prozent zurückfallen soll. 

Abwärtsrisiken überwiegen

 Wie üblich, betont das Statistikamt die Unwägbarkeiten der eigenen Prognose. "Für die Weltkonjunktur überwiegen die Abwärtsrisiken deutlich", sagt Statec-Ökonom Ferdy Adam – und nimmt vor allem Bezug auf den Handelskonflikt zwischen den USA und China. 

"Die Auswirkungen in Luxemburg scheinen vorerst relativ begrenzt, könnten sich aber bei einer weiteren Verschärfung verstärken", argumentiert die Statec mit Blick auf die Konsequenzen des Handelskonfliktes für den luxemburgischen Markt. "Nur wenige haben bisher wegen des US-China-Konfliktes Kurzarbeit beantragt. Dagegen machen die Schwierigkeiten der europäischen Automobilindustrie den Unternehmen deutlich mehr zu schaffen."


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Statec: BIP-Wachstum von 3,1 Prozent für 2018
Für das Jahr 2018 sieht das Statistikamt Statec ein Wachstum von 3,1 Prozent – anstelle von bislang 2,6 Prozent. Das zeigen die neuesten Zahlen des Statistikamtes, die am Mittwoch veröffentlicht wurden.
Die Luxemburger Wirtschaft brummt.
Wachstum nach unten revidiert
Angesichts wachsender Risiken erwartet der Statec für dieses und nächstes Jahr ein globales Wirtschaftswachstum von drei Prozent. Im Frühjahr hatte das nationale Statistikamt für dieses Jahr noch ein Wachstum von vier Prozent erwartet.
Gehälteranpassung: Indextranche im ersten Quartal 2017
Die luxemburgische Wirtschaft wird 2016 und 2017 voraussichtlich um vier Prozent anziehen. Das hat das Institut Statec mitgeteilt. Des Weiteren geht man von einem Anziehen des Verbraucherpreisindexes aus, so dass eine Indextranche im ersten Quartal 2017 erfolgen soll.
Für das aktuelle Jahr rechnet der Statec mit einem Wirtschaftswachstum von 3,7 Prozent. Für 2017 geht man von 4,2 Prozent aus.
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.