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VW-Skandal: Belgischer VW-Importeur stoppt Verkauf
Volkswagen steckt tief in einer Vertrauenskrise.

VW-Skandal: Belgischer VW-Importeur stoppt Verkauf

Foto: REUTERS
Volkswagen steckt tief in einer Vertrauenskrise.
Wirtschaft 3 Min. 06.11.2015

VW-Skandal: Belgischer VW-Importeur stoppt Verkauf

Im Fall der falschen CO2-Werte bei VW-Modellen verzichtet D'Ieteren Auto zeitweise auf den Verkauf der betroffenen Modelle - ein Viertel des Volkswagen-Angebots in Belgien. In Luxemburg wartet man weitere Informationen ab.

(las/dpa) Am Dienstag gab Volkswagen zu, dass es auch bei den CO2-Werten mancher Modelle "Unregelmäßigkeiten" gibt. Am Donnerstag kündigte der belgische VW-Importeur D'Ieteren Auto an, bis auf weiteres keine Modelle mehr zu verkaufen, deren Angaben zum CO2-Ausstoß möglicherweise fehlerhaft sind. Falsche Angaben beim CO2 bedeuten auch falsche Verbrauchswerte.

"Da eine große Unsicherheit herrscht, haben wir beschlossen den Verkauf auszusetzen, bis ausreichend Informationen vorliegen, damit der Kunde weiß, was er kauft", sagt Thomas De Meuter von D'Ieteren. Es handele sich um eine eigene Entscheidung des Importeurs und nicht um eine Vorgabe aus Wolfsburg.

In Belgien sind laut D'Ieteren möglicherweise 1,4-, 1,6- und 2-Liter-Dieselmotoren betroffen sowie manche 1,4-Liter-Benziner. Die entsprechenden Modelle würden 25 Prozent des VW-Angebotes in Belgien entsprechen.

Seit September ist bekannt, dass VW in weltweit 11 Millionen Autos eine Software einbaute, um die Werte des Stickoxid-Ausstoßes (NOx) zu manipulieren. Dabei handelt es sich um ein technisches Problem, während es bei den CO2-Werten um falsche Angaben bei der Homologation der Modelle geht.

Der belgische Importeur geht davon aus, dass die Probleme rund die CO2-Angaben in zwei bis drei Wochen geklärt sind, auch wenn es schwierig sei, den weiteren Verlauf genau einzuschätzen.

Kein Verkaufsstopp in Luxemburg

Die in Luxemburg verkauften Marken des Volkswagen-Konzerns werden direkt aus Deutschland importiert und nicht über Belgien, wie es bei vielen Autoherstellern der Fall ist. Die belgische Entscheidung hat demnach keinen Einfluss in Luxemburg.

Der Luxemburger VW-Importeur plant keine entsprechende Maßnahme: In Luxemburg gibt es keinen Verkaufsstopp, sagte die Sprecherin von Losch Import auf Nachfrage. Für den Luxemburger Markt fehle es weiterhin an genauen Informationen zu den betroffenen Modellen und deshalb gebe es auch keine Zahlen, wie viele Autos betroffen seien. Auch die Behörden verfügen noch nicht über genaue Informationen.

Ausweitung des Skandals seit September

Seit September ist bekannt, dass VW in weltweit 11 Millionen Autos eine Software einbaute, um die Werte des Stickoxid-Ausstoßes (NOx) zu manipulieren. Auch in diesem ersten Fall stoppte der belgische Importeur den Verkauf von 3.200 Autos, die auf Stock waren.

Von den manipulierten Stickoxid-Werten sind in Luxemburg mehr als 34.000 Autos der Marken VW, Audi, ŠKODA und Seat betroffen.

VW will Nachzahlungen bei den Kfz-Steuern übernehmen

Der VW-Konzern will mögliche Nachzahlungen bei den Kfz-Steuern für Hunderttausende Fahrzeuge mit frisierten Angaben zum CO2-Ausstoß selber tragen. „Der Volkswagen Konzern wird dafür einstehen, dass etwaige Mehrsteuern ausgeglichen werden“, schrieb VW-Konzernchef Matthias Müller am Freitag an die 28 Finanzminister der Europäischen Union. In vielen Ländern hängt die Höhe der Kfz-Steuer vom CO2-Ausstoß ab, so auch in Luxemburg.

Müller bittet die Finanzminister, die möglichen Steuernachzahlungen dem Konzern direkt in Rechnung zu stellen, auch wenn das womöglich mit organisatorischem Aufwand verbunden wäre.

Die Luxemburger Regierung wollte bisher keine Steuern nachfordern. "Der Verbraucher wird auf keinen Fall Steuern nachzahlen müssen", sagte Umweltministerin Carole Dieschbourg am Mittwoch. Allerdings erwägt die Regierung aber eine Schadensersatzklage gegen VW.

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