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VW-Konzern 2016 wohl größter Autobauer
Wirtschaft 10.01.2017 Aus unserem online-Archiv
Trotz Dieselskandal

VW-Konzern 2016 wohl größter Autobauer

Volkswagen kämpft wegen des Dieselskandals zwar mit einem Imageproblem - wirkliche Sorgen braucht man sich dennoch nicht zu machen.
Trotz Dieselskandal

VW-Konzern 2016 wohl größter Autobauer

Volkswagen kämpft wegen des Dieselskandals zwar mit einem Imageproblem - wirkliche Sorgen braucht man sich dennoch nicht zu machen.
Foto: AFP
Wirtschaft 10.01.2017 Aus unserem online-Archiv
Trotz Dieselskandal

VW-Konzern 2016 wohl größter Autobauer

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Bei der Kernmarke VW-Pkw nahmen die Auslieferungen um 2,8 Prozent auf knapp 6 Millionen Wagen zu, wie Volkswagen bereits am Sonntag auf der Automesse in Detroit bekanntgegeben hatte.

(dpa) - Der Volkswagen-Konzern dürfte im vorigen Jahr als größter Autobauer der Welt an Toyota vorbeigezogen sein - er konnte seine Verkäufe ungeachtet der Diesel-Krise steigern. Insgesamt setzten die einzelnen Marken 2016 insgesamt etwas mehr als 10,3 Millionen Fahrzeuge ab - ein Plus von 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das teilte das Unternehmen am Dienstag in Wolfsburg mit. Bei der Kernmarke VW-Pkw nahmen die Auslieferungen um 2,8 Prozent auf knapp 6 Millionen Wagen zu, wie Volkswagen bereits am Sonntag auf der Automesse in Detroit bekanntgegeben hatte.

Volkswagen hat damit wohl den Erzrivalen Toyota als absatzstärksten Autobauer der Welt abgelöst. Die Japaner hatten Mitte Dezember die Erwartung geäußert, erst 2017 auf weltweit 10,2 Millionen verkaufte Fahrzeuge zu kommen - dies wäre nach bisheriger Schätzung noch einmal ein Plus um 1 Prozent gegenüber 2016.

„2016 war ein sehr anspruchsvolles Jahr für uns. (...) Dennoch ist es uns gelungen, unter schwierigen Bedingungen das operative Geschäft zu stabilisieren“, sagte VW-Konzernchef Matthias Müller laut Mitteilung. Im Gesamtjahr führte der Abgas-Skandal nicht zu einem Absatzrückgang.

Vier Millionen Fahrzeuge in China

Ähnlich wie bei der Hauptmarke mit dem VW-Emblem trieb vor allem der wichtigste Markt China die Auslieferungen an. In der Volksrepublik brachte der Konzern von Januar bis Dezember knapp 4 Millionen Autos an die Kunden (+12,2 Prozent). In Europa waren es mehr als 4,2 Millionen (+4,0 Prozent). Jedoch fiel der Zuwachs auf dem deutschen Heimatmarkt mit 0,2 Prozent mager aus. Und in den USA - dort war die Abgas-Affäre im September 2015 bekanntgeworden - betrug das Minus 2,6 Prozent. Am größten waren die Verluste in Brasilien mit 33,9 Prozent.

Zum Jahresende hin verbesserten sich die Zahlen in vielen Regionen - so auch in den USA - aber wieder. Im Dezember verbuchte der Konzern so ein weltweites Plus von 11,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, in den Vereinigten Staaten gelang eine Steigerung um 16,1 Prozent.

Besser als im Vorjahr schnitten auch die VW-Töchter Skoda (+6,8 Prozent), Porsche (+5,6 Prozent) und Audi (+3,8 Prozent) ab - ebenso wie die leichten Nutzfahrzeuge (+11,4 Prozent). Einzig beim Lkw-Bauer MAN gab es 2016 einen geringfügigen Rückgang um 0,2 Prozent.


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