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VW bietet bis zu 10.000 Euro
Wirtschaft 2 Min. 08.08.2017 Aus unserem online-Archiv
Rabattschlacht um neue Diesel

VW bietet bis zu 10.000 Euro

Beim Kauf eines neuen VW-Autos sollen Kunden von einer Rabattaktion profitieren können.
Rabattschlacht um neue Diesel

VW bietet bis zu 10.000 Euro

Beim Kauf eines neuen VW-Autos sollen Kunden von einer Rabattaktion profitieren können.
Foto: dpa
Wirtschaft 2 Min. 08.08.2017 Aus unserem online-Archiv
Rabattschlacht um neue Diesel

VW bietet bis zu 10.000 Euro

Deutschlands Autohersteller haben sich mit Dieselaffäre in eine schwierige Situation manövriert. Fahrverbote drohen, neue Dieselautos verkaufen sich nicht mehr gut. Die deutsche Industrie reagiert mit einer Rabattaktion.

(dpa/miz) - Die deutsche Autoindustrie liefert sich angesichts drohender Fahrverbote und sinkender Zulassungszahlen neuer Dieselautos eine Rabattschlacht. Der VW-Konzern übertraf seine Konkurrenten am Dienstag mit der Ankündigung, Besitzern alter Dieselautos Preisnachlässe von bis zu 10.000 Euro gewähren.

Für den Luxemburger Markt gelte diese Aktion allerdings nicht, heißt es von der Losch-Pressestelle. Man warte aber noch auf Details vom VW-Konzern, ob das Angebot auch in Luxemburg gestartet werden könnte.

Das Angebot in Deutschland richtet sich an alle Fahrer eines beliebigen Diesel-Fahrzeugs der Abgasnormen Euro 1 bis Euro 4, die einen Euro 6-Neuwagen von VW oder der Ingolstädter Tochter Audi kaufen. Das teilten VW und Audi am Dienstag mit. Ähnliche, aber niedrigere Rabatte und Zuschüsse hatten zuvor bereits Ford, BMW und Toyota angekündigt.

Wert von Dieselautos soll nicht in den Keller rutschen

Hinter den Preisnachlässen verbirgt sich eine Abwrackprämie auf Konzernkosten: Entscheidet sich ein Kunde für den Rabatt, lässt VW den alten Wagen verschrotten. Damit will Volkswagen nicht nur die Luft säubern - sondern auch verhindern, dass der Verkaufswert gebrauchter Diesel in den Keller rauscht. „Damit entlasten wir den Markt“, sagte Deutschland-Vertriebs- und Marketingchef Thomas Zahn in einer Telefonkonferenz am Dienstag.

VW will durch die Rabattaktion alte Dieselautos aus dem Verkehr ziehen.
VW will durch die Rabattaktion alte Dieselautos aus dem Verkehr ziehen.
Foto: dpa

Mit der Prämie nehme man Fahrzeuge aus dem Gebrauchtwagenmarkt, das hebe tendenziell die Preise. Das ist nach den Worten des VW-Managers ein Ziel der Aktion.

Nicht nur für Dieselfahrer, auch für die Bilanzen der Autobauer ist die Entwicklung der Restwerte wichtig. Denn wegen vieler Leasingverträge entsteht den Unternehmen ein Risiko, wenn der Verkaufswert von Gebrauchtwagen sinkt - sie sind de facto Eigentümer der geleasten Autos.

Für den Erwerb von Autos mit alternativen Antriebsarten wie Erdgas- oder Elektromotor stellt VW zudem je bis zu 2.380 Euro in Aussicht. Die beiden Rabatte gelten bis Ende 2017.

Prämien wurden bereits angekündigt

Der Wolfsburger Konzern hatte vergangene Woche nach dem Berliner Dieselgipfel Umstiegsprämien für sämtliche VW-Marken angekündigt. Die Anzahl der für die „Umstiegsprämie“ in Frage kommenden Fahrzeuge beläuft sich nach Angaben des Kraftfahrtbundesamts auf 6,4 Millionen Autos in Deutschland mit den Abgasnormen Euro-1 bis Euro-4, wie Zahn sagte.

Mit welchen Gesamtkosten VW für die Aktion rechnet, wollte Marken-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann nicht genau sagen. Es handele sich aber um einen „bedeutenden“ Millionen-Euro-Betrag.

Fachleute gehen davon aus, dass die Rabattaktionen neben der Säuberung der Luft auch einem anderen Hauptzweck dienen: In den vergangenen Monaten sind die Zulassungszahlen neuer Diesel zurückgegangen, während Benziner, Hybride und Elektroautos zugelegt haben.

So ging allein in Bayern die Zahl neu angemeldeter Diesel im ersten Halbjahr um über sechs Prozent zurück, obwohl die Autoverkäufe insgesamt zulegten.

Beim Dieselgipfel in Berlin hatten Volkswagen, Daimler, BMW und Opel außerdem „umfassende und zügige“ Updates an der Steuersoftware von etwa 5,3 Millionen Pkw der Schadstoffnormen Euro 5 und 6 zugesagt. Dabei sind rund 2,5 Millionen Autos eingerechnet, die VW ohnehin zurückrufen muss.

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