VW-Abgasskandal : Luxemburg verzichtet auf Schadenersatz
(ml) - Der gesetzwidrige Schadstoffausstoß von Volkswagen wird dem Konzern vermutlich noch jahrelang finanziell zu schaffen machen. Die Aktie von Europas größtem Autobauer hat im Oktober binnen zwei Wochen mehr als 40 Prozent an Wert verloren. Der Skandal hat VW den ersten Quartalverlust seit mehr als 20 Jahren eingebrockt. Außerdem muss sich der Konzern auf zahlreiche Schadensersatzklagen gefasst machen.
Die Abgas-Trickserei betrifft in Luxemburg rund 56.000 Fahrzeuge. Dies macht rund ein Viertel des gesamten Fuhrparks aus. Dennoch zieht der luxemburgische Staat nicht in Erwägung, gerichtliche Schritte gegen VW einzuleiten. Dies bestätigt Nachhaltigkeitsminister François Bausch in seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage von David Wagner (Déi Lénk).
Luxemburg unterstütze die europäische Vorgehensweise, so Bausch. Die EU-Kommission hat beschlossen, eine ausführliche Untersuchung durchzuführen. Auch fordert die Brüsseler Exekutive schärfere Abgas-Grenzwerte. Limits, die in der Praxis nicht eingehalten werden, sollen bald der Vergangenheit angehören.
Die luxemburgische Regierung warte ab, bis das genaue Ausmaß der Manipulationen bekannt sei, so Bausch. Deshalb sehe die Regierung derzeit keinen Grund, von VW Schadensersatz einzufordern. Des Weiteren erinnert der Minister daran, dass die luxemburgische KFZ-Steuer nicht vom VW-Skandal um manipulierte Abgaswerte betroffen sei. Die Autosteuer wird aufgrund der CO2-Emissionen berechnet. Die Stickoxid-Werte (NOx) fallen dabei nicht ins Gewicht.
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