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VW-Abgas-Skandal : Luxemburger Kunden in Wartestellung
Schwarze Wolken ziehen derzeit über die VW-Konzernzentrale.

VW-Abgas-Skandal : Luxemburger Kunden in Wartestellung

Foto: AFP
Schwarze Wolken ziehen derzeit über die VW-Konzernzentrale.
Wirtschaft 3 Min. 01.10.2015

VW-Abgas-Skandal : Luxemburger Kunden in Wartestellung

43.000 Fahrzeuge sind in Luxemburg vom VW-Abgas-Skandal betroffen. Die für Wettbewerb zuständigen EU-Minister beraten am Donnerstag auf Kirchberg über dieses Thema.

(ml/dpa) - 66 Prozent der in Luxemburg zugelassenen Fahrzeuge sind mit Diesel-Motoren ausgestattet. Damit übertrifft das Großherzogtum Frankreich (64 Prozent), Deutschland (64 Prozent) und Belgien (62 Prozent). Wie kaum anders zu erwarten, zieht der VW Abgas-Skandal nicht an Luxemburg vorbei.

Betroffen sind insgesamt 56.000 Fahrzeuge der Marken VW, Seat, Audi und Skoda, . Die VW-Fahrzeuge, die in der Grenzregion gekauft wurden, gehören noch nicht dazu. Die betroffenen Kunden werden in den kommenden Tagen einen Brief erhalten. Eine technische Lösung werde jedoch erst Mitte Oktober vorliegen, heißt es weiter.

Die Befürchtung, dass Autos mit einer gefälschten Software, nicht mehr zugelassen werden, sei nicht berechtigt, da keine akute Gefahr für Menschenleben bestehe, versichern die VW-Verantwortlichen. Außerdem würden die neuen Modelle, die nun zum Verkauf angeboten werden, den Umweltstandards entsprechen.

EU-Minister beraten über Abgas-Skandal

Auf Regierungsebene beschäftigen sich derzeit Vertreter aus gleich vier Ministerien in einer Arbeitsgruppe mit den Auswirkungen der Angelegenheit. Dabei will man nichts überstürzen. Im Gegensatz zu anderen Staaten, die sich für eine Untersuchung des Skandals oder für einen Verkaufsstopp aussprechen, gehen die luxemburgischen Behörden etwas weniger offensiv an das Thema heran. Die VW-Affäre sei der Beweis dafür, wie wichtig es sei, den Fahrzeugherstellern neue Tests aufzuerlegen, die nicht fern von der Realität seien, sagte der Automobilklub dem "Quotidien" gegenüber.

Der VW-Abgas-Skandal steht am Donnerstag beim Treffen der EU-Minister für Wettbewerb in Luxemburg auf der Tagesordnung. Mit konkreten Beschlüssen wird nicht gerechnet. Die Sitzung wird vom luxemburgischen Wirtschaftsminister Etienne Schneider geleitet. «Wir wollen von Herrn Schäuble Erklärungen darüber, was passiert ist, und was sich seitdem in Deutschland getan hat, um die Situation aufzuklären», sagte Schneider am Dienstag zu paperjam.lu.

EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici hat unterdessen in der "Süddeutschen Zeitung" Volkswagen aufgefordert, Licht in den Skandal um die manipulierte Abgaswerte zu bringen. VW müsse alles mögliche unternehmen, "um Transparenz und Glaubwürdigkeit" zu schaffen. Es werde viel Arbeit nötig sein, um das Vertrauen der Kunden wieder herzustellen. Die Kommission poche "natürlich darauf, dass die Standards eingehalten werden". Die VW-Affäre bezeichnete er als eine "reale, schwere Krise". Er könne sich vorstellen, dass sie eine große Sorge in Deutschland sei.

VW droht Millionenstrafe in Australien

Die Suche nach Schuldigen an der Abgas-Affäre beim Autokonzern Volkswagen ist in vollem Gange.  Das Präsidium des Aufsichtsrats, der innerste VW-Machtzirkel, beriet am Mittwochabend stundenlang. Ergebnisse wurden zunächst nicht bekannt. Eine Erklärung des Präsidiums gab es nicht.

Dem Gremium sollte nach dpa-Informationen nach internen Ermittlungen ein erster Zwischenbericht vorgelegt werden. Demnach fiel die Entscheidung zum Einbau der manipulierten Software bereits in den Jahren 2005 und 2006, und zwar in der Motorenentwicklung in der VW-Zentrale. Unklar ist weiterhin, wer genau die Verantwortung für den Einbau der Software trägt.

Das Ausmaß des Skandals ist noch immer nicht abzusehen.Volkswagen drohen im Abgas-Skandal auch in Australien möglicherweise Millionenstrafen. Zum einen könnten Verbraucher mit falschen Angaben über die Umweltfreundlichkeit der Wagen getäuscht worden sein, teilte die Verbraucherschutzbehörde Australian Competition and Consumer Commission (ACCC) am Donnerstag mit. Zum anderen verstoße der Einbau manipulierter Software gegen australische Gesetze.

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