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Vorteile einer Kapitalmarktunion
Wirtschaft 2 Min. 12.05.2015 Aus unserem online-Archiv
Luxembourg Stock Exchange Day

Vorteile einer Kapitalmarktunion

Steven Maijoor
Luxembourg Stock Exchange Day

Vorteile einer Kapitalmarktunion

Steven Maijoor
Foto: Anouk Antony
Wirtschaft 2 Min. 12.05.2015 Aus unserem online-Archiv
Luxembourg Stock Exchange Day

Vorteile einer Kapitalmarktunion

Am Dienstagabend fand im Konferenzzentrum auf dem Kirchberg der 33. Luxembourg Stock Exchange Day statt.

(cdc) - Steven Maijoor, Vorsitzender der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (European Securities and Markets Authority) hat den diesjährigen Gastvortrag über die europäische Kapitalmarktunion gehalten. Im Gespräch mit dem Luxemburger Wort erläuterte Steven Maijoor die Vorteile der Kapitalmarktunion für die Finanzierung von Unternehmen und das Wirtschaftswachstum in Europa.

Welche Ziele werden mit der europäischen Kapitalmarktunion verfolgt?

Insbesondere sollen die Kapitalmärkte innerhalb der Europäischen Union weiter entwickelt, harmonisiert und stärker verbunden werden. Durch die finanzielle Integration der nationalen Kapitalmärkte, also den schrittweisen Abbau der Grenzen zwischen den Kapitalmärkten der 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union, sollen in Zukunft die Finanzierungsmöglichkeiten insbesondere von kleinen und mittleren Unternehmen verbessert werden.

Es ist wichtig, dass den europäischen Unternehmen der Zugang zu einer breiteren Investorenbasis ermöglicht wird. Damit Investoren aber in Unternehmen investieren, müssen sie Zugang zu den Geschäftszahlen eines Unternehmens erhalten. Durch die Einführung eines einheitlichen standardisierten Prospektes könnte dem potenziellen Investor eine grenzüberschreitende Einschätzung der Finanzsituation eines Unternehmens ermöglicht werden.

Mit der Vereinheitlichung der Kapitalmärkte wird somit auch eine zunehmende Beteiligung der Privatanleger verfolgt. Diese Neuorientierung von einem dominierenden Bankensystem zu einem stärker ausgerichteten Kapitalmarktsystem erfordert allerdings auch eine Veränderung im Sparverhalten der Privatanleger. Denn in Europa legen die Privathaushalte ihre Ersparnisse überwiegend auf den Sparkonten der Geschäftsbanken an.

Eine stärkere Beteiligung von privaten Investoren am Kapitalmarkt erfordert sicherlich auch entsprechende Regeln für Anlegerschutz?

In den vergangenen vier Jahren hat sich die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde mit der Implementierung neuer Regeln im Anlegerschutz befasst. So arbeiten wir zum Beispiel an den Informationsblättern für EU-Finanzprodukte, die der Anbieter einem potenziellen Investor vorlegen muss (PRIPS) oder den Regeln MiFID2/MiFIR, die ein unbefristetes EU-weites Verbot bestimmter Finanzprodukte ermöglichen soll.

Was sind die Vorteile einer europäischen Kapitalmarktunion?

Im Grunde kann man zwei Finanzierungssysteme unterscheiden: die Finanzierung entweder über die Kapitalmärkte oder über die Geschäftsbanken. Im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten wo sich die Unternehmen und Haushalte überwiegend über den Kapitalmarkt finanzieren, werden in Europa die Geldmittel hauptsächlich von den Geschäftsbanken bereitgestellt.

Die Finanzkrise hat die Bedeutung des Kapitalmarktes gezeigt: In den Vereinigten Staaten konnten wir in den letzten Jahren beobachten, dass trotz der Verschuldung der Geschäftsbanken die Realwirtschaft weiterhin über die Kapitalmärkte finanziert werden konnte. In Europa sind viele Geschäftsbanken derzeit mit der Sanierung ihrer Bilanzen beschäftigt, weshalb auch weniger Geldmittel für die Finanzierung neuer wirtschaftlicher Aktivitäten zur Verfügung stehen.

Daher ist es wichtig, dass die Finanzierung nicht nur über die Geschäftsbanken erfolgt, denn die Kapitalmärkte erlauben ein breiteres Angebot an Finanzierungsmöglichkeiten, so zum Beispiel mit Privatkapital, über die Börsen oder das Crowdfunding.

Die Vielfalt an Finanzierungsmöglichkeiten ermöglicht auch eine bessere Finanzierung entsprechend der Unternehmensbedürfnisse. So wird sich beispielsweise ein Start-up eher mittels Eigenkapital finanzieren, während ein großes etabliertes Unternehmen eher Unternehmensanleihen emittieren wird.


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