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Von Porsche zu VW: Auf Winterkorn folgt Müller
Wirtschaft 3 Min. 24.09.2015

Von Porsche zu VW: Auf Winterkorn folgt Müller

2012 nahmen die beiden Manager noch gemeinsam in einem Porsche Platz: Martin Müller (l.) übernimmt das Ruder aus den Händen von Martin Winterkorn.

Von Porsche zu VW: Auf Winterkorn folgt Müller

2012 nahmen die beiden Manager noch gemeinsam in einem Porsche Platz: Martin Müller (l.) übernimmt das Ruder aus den Händen von Martin Winterkorn.
AFP
Wirtschaft 3 Min. 24.09.2015

Von Porsche zu VW: Auf Winterkorn folgt Müller

Nach dem Abgaskandal bei VW mussten mehrere Manager, darunter Vorstandschef Martin Winterkorn ihren Hut nehmen. An die Spitze des weltweit größten Autobauers rückt nun der aktuelle Porsche-Chef Matthias Müller nach.

(vb/TJ/dpa) - Nach dem Abgaskandal bei VW mussten mehrere Manager, darunter Vorstandschef Martin Winterkorn ihren Hut nehmen. An die Spitze des weltweit größten Autobauers rückt nun der aktuelle Porsche-Chef Matthias Müller nach. Der 62-jährige CEO der VW-Tochter Porsche soll noch am Freitag vom Aufsichtsrat als Nachfolger von Martin Winterkorn bestellt werden. Dies sickerte am Donnerstag aus Insiderkreisen durch.

Im Zuge des Skandals fordert die EU-Kommission vollständige Aufklärung von den nationalen Behörden. Diese sollten genau herausfinden, wie viele Fahrzeuge in der EU mit manipulativer Software ausgestattet worden seien, verlangte die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel. Die europäischen Abgasnormen müssten eingehalten werden.

Die zuständige EU-Binnenmarktkommissarin Elzbieta Bienkowska sagte laut Mitteilung: „Unsere Botschaft ist klar: Null Toleranz bei Betrug und absolute Einhaltung der EU-Regeln.“ Die EU-Kommission möchte, dass die für Wettbewerb zuständigen EU-Minister bei ihrem nächsten Treffen am 1. Oktober in Luxemburg über das Thema zu sprechen.

Ausgesorgt

Der zurückgetretene Volkswagen- Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn hat bei seinem Arbeitgeber Pensionsansprüche in zweistelliger Millionenhöhe erworben. Das ergibt sich aus Angaben im Geschäftsbericht der Volkswagen AG. Laut dem jüngsten Geschäftsbericht waren die Pensionsansprüche von Winterkorn Ende letzten Jahres 28,6 Mio. Euro wert. Im Geschäftsbericht ist noch ein Bestandteil seiner Pensionsansprüche genannt: Während der Jahre, in denen die Leistungen ausgezahlt werden, darf er einen Firmenwagen nutzen.

Winterkorn braucht sich - finanziell gesehen - keine Sorgen um seine Zukunft zu machen.
Winterkorn braucht sich - finanziell gesehen - keine Sorgen um seine Zukunft zu machen.
Foto: AFP

Über die Voraussetzungen für eine mögliche Einbehaltung ist dem Bericht nichts zu entnehmen. Unter bestimmten Umständen könnte Winterkorn aber auch eine Abfindung im Wert von zwei Jahresvergütungen zustehen. Winterkorn war im vergangenen Jahr der zweit-bestbezahlte CEO in Deutschland und erhielt Gesamtvergütungen von 16,6 Mio. Euro von VW und dem Mehrheitseigentümer Porsche SE.

Weitere Konsequenzen

Im Skandal um den Abgas-Betrug des Volkswagen-Konzerns zieht der Aufsichtsrat nach Medienberichten weitere Konsequenzen. Drei Top-Manager von Audi und Porsche müssen ebenfalls ihren Hut nehmen.

Unter den drei Managern ist Ulrich Hackenberg, der von 2007 bis 2013 Entwicklungschef bei Volkswagen war. Er ist zurzeit Vorstandsmitglied bei Audi. Ebenfalls ausscheiden sollen nach dem Willen der Kontrolleure Hackenbergs Nachfolger als Entwicklungsvorstand bei Volkswagen, Heinz-Jakob Neußer und der Motorenentwickler Wolfgang Hatz, der zur Zeit als Vorstand bei Porsche arbeitet. Bereits am Mittwoch musste VW-Chef Martin Winterkorn gehen.

Am Donnerstag wurde zudem bekannt, dass auch Fahrzeuge in Europa von der Abgasmanipulation betroffen sind. Das sei der von ihm eingesetzten Untersuchungskommission am Mittwoch bei ersten Gesprächen in Wolfsburg mitgeteilt worden, sagte der deutsche Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt  am Donnerstag in Berlin. Um wie viele Autos es genau gehe, stehe noch nicht fest. „Das wird sich in den nächsten Tagen klären.“

Dobrindt sagte: „Wir werden deswegen auch weiterhin intensiv daran arbeiten, gemeinsam mit Volkswagen genau herauszufinden, um welche Fahrzeuge es sich im Detail handelt, um auch die Öffentlichkeit weiter darüber zu informieren.“ Seinen Angaben zufolge geht es um Fahrzeuge mit 1,6- und 2-Liter-Dieselmotoren.

Nach dem Bekanntwerden des Skandals in den USA hatte Volkswagen bereits mitgeteilt, dass weltweit rund elf Millionen Fahrzeuge betroffen seien. VW hat die Autos mit einer Software so manipuliert, dass sie bei Tests deutlich weniger gesundheitsschädliche Stickoxide ausstießen als tatsächlich auf der Straße. Konzernchef Martin Winterkorn gab wegen der Affäre am Mittwoch seinen Rücktritt bekannt.


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