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Vierter Verhandlungstag: Ex-PwC-Mitarbeiter Halet entlastet Journalist
Wirtschaft 2 Min. 29.04.2016 Aus unserem online-Archiv

Vierter Verhandlungstag: Ex-PwC-Mitarbeiter Halet entlastet Journalist

Raphaël Halet soll interne PwC-Dokumente an den Journalisten Edouard Perrin weitergegeben haben.

Vierter Verhandlungstag: Ex-PwC-Mitarbeiter Halet entlastet Journalist

Raphaël Halet soll interne PwC-Dokumente an den Journalisten Edouard Perrin weitergegeben haben.
Foto:Guy Jallay
Wirtschaft 2 Min. 29.04.2016 Aus unserem online-Archiv

Vierter Verhandlungstag: Ex-PwC-Mitarbeiter Halet entlastet Journalist

Kerstin SMIRR
Kerstin SMIRR
Zum ersten Mal hat sich am Freitag mit Raphaël Halet einer der Angeklagten im Luxleaks-Prozess geäußert. Zuvor wurde Guy Heintz, Direktor der luxemburgischen Steuerbehörde, befragt, doch der Informationsgehalt war gering.

(ks/pso) - Am Freitag stand der vierte Verhandlungstag im Luxleaks-Prozess an, in dem die beiden früheren Mitarbeiter der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) Antoine Deltour und Raphaël Halet sowie der Journalist Edouard Perrin angeklagt sind.

In der dreistündigen Verhandlung erklärte der damalige PwC-Mitarbeiter Halet, er habe beim Ansehen der französischen Sendung "Cash Investigation" im Jahr 2012 erst verstanden, wie das System der Steuerrulings funktionierte und wie internationale Unternehmen dank dieser Steuervorbescheide mit der luxemburgischen Verwaltung große Summen an Geld sparten. 

"Diese Praktiken schockieren mich"

Daraufhin habe er den französischen Journalisten Edouard Perrin, der in "Cash Investigation" über diese Form der Steueroptimierung berichtet hatte und dafür von Antoine Deltour zugespielte Daten nutzte, kontaktiert. Er habe es als sein Pflicht als Bürger angesehen, Alarm zu schlagen. "Diese Praktiken schockieren mich."

Halet entlastete am Freitag Perrin. Letzterem wird vorgeworfen, Halet gesteuert zu haben, indem er gezielt nach Dokumenten fragte, die bestimmte Firmen betrafen. Halet gab im Prozess an, er selbst habe die 16 Dokumente, die er letztlich an den Journalisten weiterleitete, ausgewählt. Damit widersprach er Angaben, die er selbst bei einer früheren Befragung gemacht hatte. "Nach einiger Zeit stehe ich nun zu meinen Taten", erklärte Halet.

LW-Wirtschaftsredakteur Pierre Sorlut twitterte aus dem Gerichtssaal:

Raphaël Halet gab auch einen Einblick in die Arbeitsweise der Abteilung der luxemburgischen Steuerbehörde, die für die Steuervorbescheide zuständig ist. PwC habe dort regelmäßig die Dokumente beim Beamten Marius Kohl zur Genehmigung vorgelegt und nach wenigen Stunden wieder abgeholt. Zweifel wurden damit laut, ob die Rulings überhaupt geprüft gewissenhaft wurden. Weil die Steuerbehörde mit der digitalen Archivierung der Dokumente überfordert gewesen sei, habe PwC diese Aufgabe übernommen.



Zuvor wurde der Leiter der Steuerbehörde, Guy Heintz, angehört. Er war von der Verteidigung eingeladen worden.

Guy Heintz war einst der Chef von Marius Kohl, bevor dieser in Rente ging.
Guy Heintz war einst der Chef von Marius Kohl, bevor dieser in Rente ging.
Foto: Pierre Matgé

Sie wählte diesen Schritt, nachdem der frühere Beamte in der Behörde, Marius Kohl, aus gesundheitlichen Gründen abgesagt hatte. Er war zuständig für die Genehmigung von Steuervorbescheiden, die es internationalen Unternehmen erlaubten, im Großherzogtum nur geringe Steuerabgaben zu bezahlen.

Guy Heintz erklärte während der Anhörung am Freitag, er könne nur Informationen geben, die bereits öffentlich seien.

Über die Arbeitsweise in der Steuerbehörde war so nichts Neues zu erfahren. Guy Heintz wich bei vielen Fragen der Anwälte aus und berief sich auf das Steuer- und Berufsgeheimnis.

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LuxLeaks , Les rulings de l�obscurit� � la lumi�re, Ministere des Finances, Luxembourg. le 02 Novembre 2015. Photo: Chris Karaba