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Vertrauter von Le Pen angeblich in Offshore-Geschäft verwickelt
Wirtschaft 05.04.2016 Aus unserem online-Archiv
Laut "Le Monde"

Vertrauter von Le Pen angeblich in Offshore-Geschäft verwickelt

Marine Le Pen hat Frédéric Chatillon laut "Le Monde" Anfang der 90er Jahre an der Universität kennengelernt.
Laut "Le Monde"

Vertrauter von Le Pen angeblich in Offshore-Geschäft verwickelt

Marine Le Pen hat Frédéric Chatillon laut "Le Monde" Anfang der 90er Jahre an der Universität kennengelernt.
Foto: Reuters
Wirtschaft 05.04.2016 Aus unserem online-Archiv
Laut "Le Monde"

Vertrauter von Le Pen angeblich in Offshore-Geschäft verwickelt

Kerstin SMIRR
Kerstin SMIRR
Der Chef einer Kommunikationsagentur, die Aufgaben für den französischen rechtsextremen Front National (FN) übernahm, soll Offshore-Gesellschaften eingesetzt haben, um Geld unbemerkt vom Fiskus in Asien anzulegen. Dies berichtet "Le Monde". Der FN nimmt sich derweil Luxemburg vor.

(ks) - Im Zuge der Enthüllungen zu den Panama Papers gelangt nun auch ein Vertrauter von Marine Le Pen, der Parteichefin des französischen, rechtsextremen Front National (FN), in die Schusslinie.

Der Unternehmer Frédéric Chatillon war mit seiner Kommunikationsagentur Riwal an der Wahlkampfkampagne des FN bei den Präsidentschaftswahlen im Jahr 2012 beteiligt. Laut "Le Monde" soll er aus seiner Firma 316.000 Euro entnommen und das Geld in Asien angelegt haben. Dabei soll er zur Verschleierung Briefkastenfirmen eingesetzt und auf eine gefälschte Rechnung zurückgegriffen haben, um Steuerzahlungen zu entgehen.

Insbesondere soll eine Offshore-Gesellschaft mit Sitz auf den britischen Jungferninseln genutzt worden sein. Nach Angaben der Zeitung war ihm bei dem Geschäft Nicolas Crochet behilflich, ein früherer Wirtschaftsberater von Marine Le Pen.

Chatillon streitet Vorwürfe ab

"Le Monde" stützt sich auf Unterlagen, die von der Kanzlei Mossack Fonseca aus Panama stammen und unter dem Begriff "Panama Papers" geleakt wurden.

Bevor die Zeitung das Ergebnis ihrer Recherche veröffentlicht hatte, reagierte Frédéric Chatillon am Montagabend. Er habe den Journalisten jene Dokumente vorgelegt, die die Legalität seiner Finanzaktivitäten beweise. Es sei darum gegangen, Gewinne seiner Firma in Asien anzulegen. "Der Front National hat mit dieser privaten Angelegenheit weder von Nahem noch von Weitem etwas zu tun."

FN-Vizepräsident Florian Philippot erklärte, dass weder er selbst noch Marine Le Pen Offshore-Gesellschaften besäßen. Chatillon habe innerhalb der Partei keine verantwortungsvolle Aufgabe.

In einer Pressemitteilung hatte die Partei bereits am Montag Stellung genommen zu den Panama Papers. Die "angeblichen "Enthüllungen"" offenbarten nichts Neues. Es sei nicht nötig, bis nach Panama zu gehen, um Systeme vorzufinden, die Steuerflucht erleichterten. Es genüge schon ein Blick nach Luxemburg.

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