Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Verkaufen die Deutschen „Millionen von Autos“ in den USA?
Wirtschaft 26.05.2017 Aus unserem online-Archiv
Faktencheck

Verkaufen die Deutschen „Millionen von Autos“ in den USA?

Platzhirsche auf dem US-Automarkt sind die US-Autokonzerne General Motors und Ford.
Faktencheck

Verkaufen die Deutschen „Millionen von Autos“ in den USA?

Platzhirsche auf dem US-Automarkt sind die US-Autokonzerne General Motors und Ford.
Foto: REUTERS
Wirtschaft 26.05.2017 Aus unserem online-Archiv
Faktencheck

Verkaufen die Deutschen „Millionen von Autos“ in den USA?

Donald Trump soll sich erneut mit den deutschen Autobauern angelegt haben, weil diese „Millionen von Autos“ in den USA verkaufen. Aber wie stark sind die deutschen Hersteller wirklich in den Staaten?

(dpa) - US-Präsident Donald Trump soll VW, BMW, Mercedes & Co ins Visier genommen haben - wieder einmal. Schon kurz vor seinem Amtsantritt hatte er mit Strafzöllen gedroht für Autos, die aus Mexiko in die USA eingeführt werden und dabei speziell BMW genannt. Nun soll sich Trump bei der EU-Spitze erneut über den deutschen Handelsüberschuss beklagt haben.

Ein Faktencheck - zum Thema Autos.

Aussage: Der „Spiegel“ zitierte Trump unter Berufung auf Teilnehmer mit den Worten: „Schauen Sie sich die Millionen von Autos an, die sie in den USA verkaufen. Fürchterlich. Wir werden das stoppen.“

Bewertung: Zweifelhaft.

Fakten: Insgesamt wurden 2016 auf dem US-Markt 17,5 Millionen neue Fahrzeuge verkauft - Pkw und Light Trucks, das sind etwa die beliebten Pick-ups. Nach Daten des deutschen Branchenverbandes VDA kamen die deutschen Autobauer Mercedes, BMW, VW & Co in den USA im vergangenen Jahr auf einen Gesamtabsatz von 1,33 Millionen Fahrzeugen - das war ein Rückgang von vier Prozent.

Die deutschen Autobauer verkaufen also - auf einen Jahresabsatz bezogen - nicht „Millionen von Autos“. Ihr Marktanteil in den USA insgesamt liegt bei etwas mehr als sieben Prozent.

Deutsche Oberklasse-Autos verkaufen sich am besten

Platzhirsche auf dem US-Automarkt sind nach Daten des Fachblatts „Automotive News“ die US-Autokonzerne General Motors mit einem Marktanteil von 17,3 Prozent sowie Ford mit 14,8 Prozent. Dahinter folgen der japanische Hersteller Toyota mit einem Marktanteil von 14 Prozent, der italienisch-amerikanische Konzern Fiat Chrysler mit 12,9 Prozent sowie der japanische Autobauer Honda mit 9,3 Prozent.

Bei den deutschen Autobauern ergab sich 2016 beim US-Absatz ein gemischtes Bild. Während die VW-Töchter Audi und Porsche zulegten, verzeichneten BMW sowie die Marke VW - vom Abgasskandal gebeutelt - ein Minus. Bei Daimler gab es ein Mini-Plus. Stark sind die deutschen Hersteller vor allem im Oberklasse-Segment, hier lag ihr Marktanteil in den USA 2016 nach VDA-Daten bei mehr als 40 Prozent.

Die deutschen Autobauer mit Werken in den USA wie BMW, Daimler und VW produzierten im vergangenen Jahr rund 850 000 Autos in den USA. Seit 2009 ist die Produktion demnach vervierfacht worden. Nur 41 Prozent der in den USA gebauten Fahrzeuge werden aber laut VDA in den Vereinigten Staaten verkauft, jeweils etwa ein Viertel geht nach Europa und Asien.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

EU-Kommissionspräsident Juncker hat die Worte Donald Trumps zu Ratspräsident Tusk bestätigt, findet allerdings die Übersetzung übertrieben: Dass die Deutschen "very bad" seien, habe Trump gesagt - dass sie "böse" seien aber nicht.
Donald Trump sorgte beim Nato-Gipfel in Brüssel für Aufregung.
Donald Trumps rüpelhafter Auftritt in Brüssel
Trump brüskiert die Alliierten in Brüssel nicht nur mit Worten. Der US-Präsident wird in den Medien und sozialen Netzwerken vor allem wegen seines rüpelhaften Benehmens gegenüber Premier Dusko Markovic aus Montenegro gescholten.
Trump rückt sein Jackett zurecht, nachdem er Dusko Markovic etwas zur Seite geschoben hat.
Die Autoindustrie droht noch tiefer im Abgas-Sumpf zu versinken. Nur wenige Tage nach Razzien bei Daimler und einer Klage der US-Regierung gegen Fiat Chrysler eröffnen US-Dieselkunden ein Verfahren gegen General Motors. Der Hersteller weist die Vorwürfe entschieden zurück.
(FILES) This file photo taken on January 11, 2005 shows the corporate logo for the General Motors Corporation during the North American International Auto Show in Detroit, Michigan. 
Two US owners of General Motors diesel pickup models sued the giant automaker on May 25, 2017, claiming it had used emissions-cheating devices similar to those in Volkswagen's global "dieselgate" scandal.The company quickly denied the allegations. The lawsuit, filed in a Detroit federal court, came the same week that US authorities brought legal action against Fiat Chrysler, accusing the company of likewise configuring diesel-powered vehicles to deceive emissions tests, an allegation the company denies.
 / AFP PHOTO / STAN HONDA
Abgas-Schummelei in den USA
Der Abgas-Skandal in den USA erschüttert Autobauer Volkswagen in den Grundfesten: Den Wolfsburgern droht eine empfindliche Geldbuße von umgerechnet bis zu 16 Milliarden Euro.
Mit einem speziellen Programm soll VW die Abgaswerte geschönt haben.