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Verkauf der Bank und Fondssparte: Warburg will Luxemburg verlassen
Wirtschaft 22.11.2017 Aus unserem online-Archiv

Verkauf der Bank und Fondssparte: Warburg will Luxemburg verlassen

Die Warburg-Bank hat ihren Luxemburger Sitz an der Place Dargent.

Verkauf der Bank und Fondssparte: Warburg will Luxemburg verlassen

Die Warburg-Bank hat ihren Luxemburger Sitz an der Place Dargent.
Foto: Chris Karaba
Wirtschaft 22.11.2017 Aus unserem online-Archiv

Verkauf der Bank und Fondssparte: Warburg will Luxemburg verlassen

Laurent SCHMIT
Laurent SCHMIT
Die Hamburger Privatbank will ihr Luxemburg-Geschäft an US-Investoren verkaufen. M.M. Warburg will mit dem Rückzug sein deutsches Kerngeschäft stärken. Doch es gab Berichte über finanzielle Engpässe.

(las) - Die Hamburger Privatbank M.M. Warburg will ihr Luxemburg-Geschäft an eine US-Investorengruppe verkaufen. Die Transaktion soll noch dieses Jahr abgeschlossen werden. Das bestätigte ein Unternehmenssprecher gegenüber "Tageblatt" und "Journal".

Verkauft werden sollen die Kapitalverwaltungsgesellschaft Warburg Invest Luxembourg sowie die auf Depot-Administration spezialisierte Bank M.M. Warburg & Co. Luxembourg. Die Bank ist seit 1973 in Luxemburg aktiv, in 1989 kam die Fondsgesellschaft hinzu. Die Bank beschäftigte im vergangenen Jahr 172 Mitarbeiter.

Luxemburg war immer ein wichtiger Standort für die Hamburger Bank, denn neben einer Niederlassung in der Schweiz ist es aktuell eine von lediglich zwei Auslandspräsenzen. Die amerikanischen Investoren wollen laut Warburg-Sprecher das Geschäft der beiden Sparten ausbauen. Warburg wolle sich dagegen auf den Ausbau des deutschen Asset Managements konzentrieren.

2016 verzeichnete Warburg in Luxemburg eine Bilanzsumme von 1.286,5 Millionen Euro und einen Gewinn von 3,6 Millionen Euro.

Berichte über finanzielle Schwierigkeiten

Im September berichtete die "Zeit", dass die Warburg-Gruppe im Geschäftsjahr 2016 ihre Reserven in Höhe von 20,5 Millionen Euro anzapfte. Die Gesellschafter führten eine Kapitalerhöhung von 53 Millionen Euro durch und die Bank verkaufte einen Teil ihrer Immobilien für 44 Millionen Euro.

Die "Zeit" zitiert einen Finanzanalysten, der den Schluss zieht, dass es 2016 ohne diese genannten Sondererträge einen operativer Verlust von 35 Millionen Euro gab. Auch 2015 seien die Zahlen "tiefrot" gewesen. Die Bank wies diese Analyse zurück, die Ergebnisse seien positiv.

Zahl der deutschen Banken sinkt weiter

Warburg ist nicht das einzige deutsche Finanzinstitut, das sich aus Luxemburg zurückzieht. 2010 kamen noch knapp 30 Prozent aller Banken am Finanzplatz aus Deutschland, im vergangenen Jahr war es nur noch 17 Prozent.

2016 verschwanden drei Niederlassungen: Commerzbank International wurde von Julius Baer übernommen. BHF Bank International beendete seine Aktivitäten in Luxemburg. Die Europäische Genossenschaftsbank schloss sich mit der DZ Privatbank zusammen.


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