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Verhandlungen mit Cargolux scheitern erneut
Wirtschaft 2 Min. 12.12.2014 Aus unserem online-Archiv
Keine Einigung über Tarifverträge

Verhandlungen mit Cargolux scheitern erneut

Nach dreitägigen Tarifvertragsverhandlungen haben Luftfrachtgesellschaft und Gewerkschaften sich nicht einigen können.
Keine Einigung über Tarifverträge

Verhandlungen mit Cargolux scheitern erneut

Nach dreitägigen Tarifvertragsverhandlungen haben Luftfrachtgesellschaft und Gewerkschaften sich nicht einigen können.
Anouk Antony
Wirtschaft 2 Min. 12.12.2014 Aus unserem online-Archiv
Keine Einigung über Tarifverträge

Verhandlungen mit Cargolux scheitern erneut

Nach dreitägigen Tarifvertragsverhandlungen haben Luftfrachtgesellschaft und Gewerkschaften sich nicht einigen können. Cargolux hat sich nicht dazu bereit erklärt, das Outsourcing von Piloten dauerhaft zu begrenzen.

(lb) - Nach einem dreitägigen Dialog zu neuen Tarifvertragsverhandlungen zwischen Cargolux und Gewerkschaften droht eine Verhandlungsunterbrechung. Demnach lehnt die Geschäftsführung von Cargolux die Hauptforderung der Gewerkschaften, die sogenannte „scope clause“, ab. Diese Klausel soll die Aktivität der Luftfrachtgesellschaft genau festlegen und unter anderem den Flugzeugtyp und deren Crew-Besatzung untermauern. Um Änderungen vorzunehmen und beispielsweise Piloten aus dem Ausland auf denselben Maschinen fliegen zu lassen, bräuchte Cargolux danach das Eingeständnis der Gewerkschaften. Eine ideale Lösung also für LCGB und OGBL, die im Rahmen der von Cargolux angekündigten Expansionsstrategie und der Eröffnung der Filialen in Italien und China eine Auslagerung der Piloten-Posten befürchten.

Das Management von Cargolux bezeichnet das Konzept der „scope clause“ hingegen als veraltet und zu einschränkend. „Diese hätte negative Auswirkungen auf einen profitablen Wachstumskurs der Firma“, heißt es in einer Pressemitteilung von Cargolux.

Tauziehen geht weiter

Die Gewerkschaften sind der Ansicht bereits guten Willen gezeigt zu haben. „Wir haben uns dazu bereit erklärt, Forderungen der Geschäftsführung zu akzeptieren, wodurch bis zu 12 Millionen Dollar eingespart worden wären. Darüber hinaus waren wir gewillt, über andere Maßnahmen zu diskutieren, die weitere Einsparungen in Höhe von 30 Millionen Dollar bewirkt hätten“, erklärten LCGB und OGBL in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Um die Ertragsfähigkeit der Gesellschaft zu gewährleisten, hatte Cargolux unter anderem das Einfrieren von Gehältern und die Reduzierung der Urlaubstage gefordert. Besonders delikat bleibt die vorgeschlagene veränderten Gehaltstabelle für neue Angestellte.

„Dass die Geschäftsführung potenzielle Sparmaßnahmen in Höhe von 42 Millionen Dollar nicht in Betracht ziehen will, lässt Zweifel über die beabsichtigte Transparenz bezüglich der Expansionspläne und der Absichten von Cargolux aufkommen“, warnen die Gewerkschaften.

Eine von der Geschäftsführung vorgeschlagene Job-Garantie, also das Erhalten der aktuellen Angestellten, reicht den Gewerkschaften nicht. Eine Tatsache, die Cargolux bereut. In der Hoffnung, doch noch eine Lösung zu finden, hat die Airline vorgeschlagen, die Verhandlungen nächste Woche fortzuführen. Die Möglichkeit wollen Gewerkschaften jedoch erst in Erwägung ziehen, wenn Cargolux bereit ist, über die „scope clause“ zu verhandeln.


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