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Vereinbarung unterzeichnet: Entwicklungshilfe durch Mobile Banking
Wirtschaft 2 Min. 24.01.2017

Vereinbarung unterzeichnet: Entwicklungshilfe durch Mobile Banking

Am Montag wurde die inzwischen fünfte Vereinbarung zwischen Luxemburg und der EIB zur technischen Hilfe für die Finanzierung von Kleinst- und Kleinunternehmen in Afrika, der Karibik und dem Pazifikraum unterzeichnet. (v.l. R. Schneider, P. Gramegna, W. Hoyer, P. van Ballekom)

Vereinbarung unterzeichnet: Entwicklungshilfe durch Mobile Banking

Am Montag wurde die inzwischen fünfte Vereinbarung zwischen Luxemburg und der EIB zur technischen Hilfe für die Finanzierung von Kleinst- und Kleinunternehmen in Afrika, der Karibik und dem Pazifikraum unterzeichnet. (v.l. R. Schneider, P. Gramegna, W. Hoyer, P. van Ballekom)
Foto: Gerry Huberty
Wirtschaft 2 Min. 24.01.2017

Vereinbarung unterzeichnet: Entwicklungshilfe durch Mobile Banking

Luxemburg unterzeichnet Vereinbarung mit der EIB und investiert 3,6 Millionen Euro in Mikrofinanzierungsprojekte.

(M.G.) - Bankgeschäfte per Telefon erledigen: In Luxemburg ist das für viele noch Neuland. In einigen der ärmsten Länder der Welt gehört Mobile Banking dagegen bereits zum Alltag. Große Teile Afrikas sind sehr ländlich und vielerorts leben die Menschen ohne fließendes Wasser oder Strom. Doch auch die Bewohner der entlegensten Gegenden besitzen Mobiltelefone. Dies haben sich Mikrofinanzierungsinstitute zu nutze gemacht und ermöglichen den Menschen ihre Bankgeschäfte per Telefon zu erledigen. Die Luxemburger Regierung unterstützt genau solche Mikrofinanzierungsinstitute.

Die Fortsetzung einer Erfolgsgeschichte

Seit zehn Jahren investiert Luxemburg in technische Hilfe für Mikrofinanzierungsinstitutionen in Entwicklungsländern in Afrika, der Karibik und dem Pazifikraum. Dazu schloss es am Montag bereits die fünfte Vereinbarung mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) und stellt 3,6 Millionen Euro bereit. Unterzeichnet wurde das Abkommen von Finanzminister Pierre Gramegna, Kooperationsminister Romain Schneider, sowie EIB-Präsident Werner Hoyer und EIB-Vizepräsident Pim van Ballekom.

Das zur Verfügung gestellte Geld macht allerdings maximal 50 Prozent der Finanzierung eines Projektes aus. Der Rest wird von privaten Investoren übernommen. Die öffentlichen Gelder dienen somit auch als Anreiz für private Anleger.

Dieses Geld wird genutzt, um Mikrofinanzinstituten beispielsweise beim Aufbau, der Schulung von Personal oder dem Ausbau ihres Netzwerkes zu helfen. Insgesamt hat das Großherzogtum in den letzten zehn Jahren 11,6 Millionen Euro bereitgestellt und damit knapp 50 Projekte dieser Art ermöglicht. 

Kleinste Summen können Existenzen sichern

Diese Investition ermöglicht es Mikrofinanzierungsinstituten Kleinstkredite an meist einzelne Personen oder kleine Unternehmen zu vergeben. Eine Vielzahl der Kreditnehmer sind Bauern, die das Geld nutzen, um zum Beispiel Nutztiere oder Maschinen zu kaufen. Andere sind durch eine schlechte Ernte in Not geraten oder möchten eines ihrer Kinder zur Schule schicken. All diesen Menschen könne mit kleinen Krediten ausgeholfen werden, erklärt Martine Schommer, Direktorin für Entwicklungshilfe des Außenministeriums. Lebensfähig sind die Institute durch die geringe Höhe der einzelnen Kredite und die große Zahl der Kunden, wodurch das Risiko genügend gestreut werden kann.

Entwicklungshilfe, von der Luxemburg profitiert

Ganze 60 Prozent aller Mikrofinanzfonds sind in Luxemburg angelegt. Das sei nicht nur gut für die Entwicklung, sondern diene auch der Diversifizierung des Luxemburger Finanzzentrum, erklärt Pierre Gramegna. Luxemburg habe sich zu einem regelrechten Zentrum für Mikrofinanzierung entwickelt und locke immer mehr Investoren an. Ein wichtiger Beitrag zur Attraktivität des Großherzogtums sei auch die Initiative LuxFLAG, die Qualitätssiegel für Mikrofinanzfonds ausstellt und inzwischen weltweit anerkannt sei, so Romain Schneider.





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