Wählen Sie Ihre Nachrichten​

US-Notenbank senkt Leitzins zum dritten Mal in Folge
Wirtschaft 2 Min. 30.10.2019 Aus unserem online-Archiv

US-Notenbank senkt Leitzins zum dritten Mal in Folge

US-Notenbankchef Jerome Powell

US-Notenbank senkt Leitzins zum dritten Mal in Folge

US-Notenbankchef Jerome Powell
Foto: AFP/Eric Baradat
Wirtschaft 2 Min. 30.10.2019 Aus unserem online-Archiv

US-Notenbank senkt Leitzins zum dritten Mal in Folge

Die US-Notenbank will der US-Wirtschaft eine Wachstumsdelle ersparen. Die Fed senkt angesichts zunehmender Warnsignale erneut ihren Leitzins – obwohl die Wirtschaft eigentlich noch brummt.

(dpa) - Um einen Konjunktureinbruch zu verhindern, hat die US-Notenbank ihren Leitzins erneut um 0,25 Prozentpunkte gesenkt. Nach der dritten Zinssenkung in Folge seit Juli liegt der Leitzins damit nun im Korridor von 1,5 bis 1,75 Prozent, wie die Federal Reserve am Mittwoch in Washington mitteilte. Die Zentralbank gehe von anhaltendem Wirtschaftswachstum aus, „aber es bestehen bei dieser Prognose weiter Unsicherheiten“, hieß es mit Blick auf das global schwächere Wachstum. Der Inflationsdruck sei derzeit gering.

Die US-Wirtschaft befindet sich weiterhin auf Wachstumskurs. Die Arbeitslosenquote ist so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr, doch die Warnsignale einer bevorstehenden Abkühlung mehren sich. Der Handelskrieg mit China lastet auf der US-Konjunktur, genauso wie geringere Investitionen der Privatwirtschaft und eine Flaute im verarbeitenden Gewerbe. Die Fed bemüht sich mit ihrer Geldpolitik, das nunmehr seit einem Jahrzehnt anhaltende Wirtschaftswachstum aufrechtzuerhalten. Die Notenbank hatte daher nach Jahren stagnierender oder steigender Zinsen im Juli die Kehrtwende eingeleitet.

Warten auf Powells Ausblick

Die jüngste Zinssenkung war allgemein erwartet worden, die Reaktion der Märkte dürfte sich daher in Grenzen halten. Mit Spannung erwarteten Investoren jedoch den weiteren Ausblick der Notenbanker. In der Begründung ihrer Zinsentscheidung wählte die Zentralbank eine konservativere Sprachregelung als bisher. Die Formulierung, wonach die Zentralbank „angemessen handeln“ werde, um den Aufschwung zu erhalten, fehlte in der jüngsten Stellungnahme. Die Fed erklärte, bei der Prüfung der weiteren „angemessenen“ Zinsentwicklung werde die Zentralbank alle Wirtschaftsdaten genau verfolgen.

Zwei Mitglieder des Zentralbankrats stimmten der Fed zufolge gegen die erneute Absenkung und wollten den Leitzins unverändert belassen. Investoren erhofften sich mehr Klarheit über den weiteren Kurs von Notenbankchef Jerome Powell, der am Mittwoch noch vor die Presse treten wollte.

Der Leitzins, die sogenannte Federal Funds Rate, ist der Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken über Nacht Geld leihen. Eine Senkung des Zinssatzes verbilligt Kredite, weswegen Firmen leichter investieren können und viele Bürger weniger für den Schuldendienst ausgeben müssen - sie haben so mehr Einkommen zur Verfügung.

Die US-Wirtschaft konnte ihr Wachstumstempo im Sommer dank eines robusten Privatkonsums in etwa halten. Die weltgrößte Volkswirtschaft wuchs im dritten Quartal auf das Jahr hochgerechnet um 1,9 Prozent, wie Zahlen vom Mittwoch zeigten. Das war nur geringfügig weniger als das Wachstum von 2,0 Prozent, das im zweiten Vierteljahr erzielt wurde. Anders als in Europa werden Wachstumszahlen in den USA auf das Jahr hochgerechnet. Sie geben damit an, wie stark die Wirtschaft wachsen würde, wenn das Wachstumstempo ein Jahr lang anhielte. Die Wachstumszahlen aus den beiden großen Wirtschaftsräumen sind daher nicht unmittelbar miteinander vergleichbar.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

US-Notenbank lässt Leitzins unangetastet
Die Federal Funds Rate bleibt in einem Korridor zwischen 2,25 und 2,50 Prozent. Die Bank war zuvor von US-Präsident Donald Trump dafür kritisiert worden, die Konjunktur in den USA zu gefährden.
ARCHIV - 07.08.2007, USA, Washington: Das Gebäude der US-amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed). (zu «US-Notenbank Fed veröffentlicht zweiten Teil des Bankenstresstests») Foto: epa Matthew Cavanaugh/EPA_FILE/dpa +++ dpa-Bildfunk +++