Wählen Sie Ihre Nachrichten​

US-Notenbank lässt Leitzins unverändert
Wirtschaft 2 Min. 20.09.2017 Aus unserem online-Archiv
Entscheidung der Fed

US-Notenbank lässt Leitzins unverändert

Notenbank-Chefin Janet Yellen will an ihrem derzeitigen Kurs weiter festhalten.
Entscheidung der Fed

US-Notenbank lässt Leitzins unverändert

Notenbank-Chefin Janet Yellen will an ihrem derzeitigen Kurs weiter festhalten.
Foto: AFP
Wirtschaft 2 Min. 20.09.2017 Aus unserem online-Archiv
Entscheidung der Fed

US-Notenbank lässt Leitzins unverändert

Michel THIEL
Michel THIEL
Die US-Notenbank will den Märkten weiter Kapital entziehen. Nach zwei Zinsanhebungen sollen im Oktober erste kleine Teile des riesigen Anleiheberges, auf dem die Fed seit der Finanzkrise sitzt, verkauft werden.

(dpa) - Die US-Notenbank Federal Reserve hat ihren Leitzins erwartungsgemäß unverändert gelassen. Der Leitzins bewege sich weiterhin in einem Zielkorridor von 1,00 bis 1,25 Prozent, teilte die Fed nach der Sitzung ihres Offenmarktausschusses am Mittwoch in Washington mit. Die Entscheidung sei unter den Ausschussmitgliedern einstimmig gefallen. Sie hatten den Zins zuletzt im Juni leicht erhöht. Die Bank werde an ihrem Kurs weiter festhalten, die US-Wirtschaft rechtfertige weitere „graduelle Zinserhöhungen“, sagte Notenbankchefin Janet Yellen.

Die Federal Reserve gab zusätzlich bekannt, von Oktober an ihr Programm der Anleihekäufe langsam rückgängig zu machen. Anleihen im Wert von fast 4,5 Billionen Dollar, angekauft zur Konjunkturstimulierung während der Finanzkrise, sollen schrittweise abgestoßen werden. Damit will die Fed Stimuli ganz langsam wieder aus den Märkten nehmen, um eine Überhitzung zu vermeiden. „Wir werden die Normalisierung unserer Bilanz beginnen und dies auf moderate und verlässliche Art und Weise tun“, sagte Yellen. Zunächst sollen die Verkäufe auf zehn Milliarden Dollar pro Monat gedeckelt werden.

Die US-Notenbank zieht damit auch einen Schlussstrich unter die Finanzkrise. Allerdings sei auch ein Kursumschwung möglich, sollte der Bedarf entstehen, sagte Yellen. Mit Spannung wird in Europa und in Deutschland erwartet, ob auch die Europäische Zentralbank ihre noch weiter laufenden Anleihenkäufe verlangsamt oder ganz einstellt. Zinserhöhungen sind derzeit in Europa noch nicht zu erwarten.

Die Fed signalisierte, sie beabsichtige, an der anvisierten dritten Zinsanhebung im laufenden Jahr im Dezember festzuhalten. Im kommenden Jahr soll es ebenso wieder drei Anhebungen geben. Allerdings erwarten die meisten Notenbanker der Fed, dass der Zinshöchststand 2020 schon bei 2,8 Prozent erreicht werden könne - nicht wie ursprünglich geplant bei drei Prozent.

Diesen Pfad will die Fed einschlagen, obwohl die Inflationserwartungen gedrosselt werden mussten. Die Zielmarke von zwei Prozent werde wohl erst im Frühjahr 2019 erreicht. Derzeit liegt die Inflation, die vor allem durch wenig steigende Löhne niedrig gehalten wird, bei 1,6 Prozent. Der Arbeitsmarkt als zweiter Hauptindikator für die Notenbank zeigte sich bisher stabil. Mit 4,4 Prozent liegt die Quote auf einem Rekordtief.

Für die US-Volkswirtschaft sieht die Federal Reserve ein stabiles, aber kein ausuferndes Wachstum. Für die nächsten drei Jahre sieht die Notenbank ein Wachstum der Wirtschaftsleistung von um die zwei Prozent voraus. Negativ wirkten sich unter anderem die Hurrikans der vergangenen Wochen aus, sagte Yellen. Der Arbeitsmarkt werde sich weiterhin stabil unter der Marke von fünf Prozent Arbeitslosigkeit bewegen.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Volumen der Anleihekäufe sinkt
Das gab die Federal Reserve nach einer Sitzung in Washington bekannt. Grund ist die derzeitige Erholung der US-Wirtschaft.
fed
Die Europäische Zentralbank (EZB) verändert ihren geldpolitischen Kurs vorerst nicht - trotz zunehmender Forderungen nach einem Einstieg in den Ausstieg aus der Geldflut. Der EZB-Rat bekräftigte am Donnerstag in Frankfurt die bisherige expansive Ausrichtung.
The EURO logo is pictured at the European Central Bank, ECB in Frankfurt/Main, central Germany, on July 3, 2014.  The bank is to move into the new building end of 2014. AFP PHOTO / DANIEL ROLAND
Die Europäische Zentralbank (EZB) lässt sich mit dem Ausstieg aus ihrer ultralockeren Geldpolitik weiterhin Zeit. Zunächst halten die Währungshüter unverändert Kurs - ungeachtet drängender Forderungen nach einem Ende der Geldflut.
FILE PHOTO: The headquarters of the European Central Bank (ECB) are illuminated with a giant euro sign at the start of the "Luminale, light and building" event in Frankfurt, Germany, March 12, 2016.   EUTERS/Kai Pfaffenbach/File Photo
Mit den Zinsen in der größten Volkswirtschaft der Welt geht es langsam, aber stetig aufwärts. Die US-Notenbank hat den Leitzins erneut leicht angehoben. Bald sollen auch Anleihen verkauft werden.
NEW YORK, NY - JUNE 14: Traders work as a television monitor displays Federal Reserve Chair Janet Yellen announcing the Fed's decision to raise interest rates on the floor of the New York Stock Exchange (NYSE) June 14, 2017 in New York City. The Federal Reserved raised interest rates today .25 percent for a new target range of 1 percent to 1.25 percent.   Drew Angerer/Getty Images/AFP
== FOR NEWSPAPERS, INTERNET, TELCOS & TELEVISION USE ONLY ==
Mario Draghi sieht noch keinen Anlass für ein Ende der lockeren Geldpolitik der Notenbank. Obwohl die wirtschaftliche Erholung zunehmend auch auf eigenen Beinen stehe, sei es „zu früh, Erfolg auszurufen“.
Mario Draghi, President of the European Central Bank (ECB) speaks during a news conference at the ECB headquarters in Frankfurt April 4, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach
Fed trifft Entscheidung
In Europa lässt die Europäische Zentalbank die Zügel weiter locker - in den USA verschärft die Federal Reserve dagegen die Geldpolitik. Ein Vierteljähr nach der letzten Erhöhung geht es mit dem Leitzins nach oben.
FILE PHOTO - Federal Reserve Chair Janet Yellen delivers semiannual monetary policy testimony during a House Financial Services Committee hearing on Capitol Hill in Washington, U.S. on February 15, 2017. REUTERS/Yuri Gripas/File Photo