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US-Notenbank: Jerome Powell soll Fed-Chef werden
Wirtschaft 02.11.2017 Aus unserem online-Archiv

US-Notenbank: Jerome Powell soll Fed-Chef werden

Jerome Powell listens as US President Donald Trump announces Powell as nominee for Chairman of the Federal Reserve in the Rose Garden of the White House in Washington, DC, November 2, 2017. / AFP PHOTO / SAUL LOEB

US-Notenbank: Jerome Powell soll Fed-Chef werden

Jerome Powell listens as US President Donald Trump announces Powell as nominee for Chairman of the Federal Reserve in the Rose Garden of the White House in Washington, DC, November 2, 2017. / AFP PHOTO / SAUL LOEB
AFP
Wirtschaft 02.11.2017 Aus unserem online-Archiv

US-Notenbank: Jerome Powell soll Fed-Chef werden

Michel THIEL
Michel THIEL
Donald Trump spielt einen sicheren Trumpf: An der Spitze der mächtigen US-Notenbank soll künftig Jerome Powell stehen. Mit dem moderaten Notenbanker dürfte sich der Kurs der Federal Reserve wenig ändern.

(dpa) - Der 64 Jahre alte Jerome Powell soll künftig die wichtigste Notenbank der Welt lenken. US-Präsident Donald Trump schlug den Juristen am Donnerstag für die Nachfolge von Janet Yellen vor. Yellen leitete die Federal Reserve als erste Frau überhaupt seit 2014. Ihre Amtszeit geht im Februar 2018 zu Ende. Erstmals seit 1979 wird damit einem US-Notenbankchef trotz erfolgreicher Bilanz eine zweite Amtszeit verweigert.

„Er wird die Führungsstärke zeigen, die wir brauchen“, sagte Trump. „Es gibt wenige Positionen, die wichtiger sind als diese“, betonte der Präsident. Powell habe gezeigt, dass er ein Mann des Konsens sei, der die Wirtschaft durch alle Herausforderungen führen könne. „Ich hoffe, der Senat wird ihn schnell bestätigen.“

Powell wird im Gegensatz zu Yellen eine gewisse Nähe zu den regierenden Republikanern nachgesagt. Er hatte bereits für die Regierung von George H. W. Bush gearbeitet. Ökonomisch vertritt Powell jedoch im Grundsatz die Linie Yellens, so dass Experten im Fall seiner Wahl eine kontinuierliche Weiterentwicklung der US-Geldpolitik erwarten. Er ist bereits seit 2012 Mitglied des Board of Governors, des Führungsgremiums der Fed.

Die amerikanische Notenbank kann über die Instrumente Zinsen und Geldmenge wirtschaftliche Entwicklungen und Entscheidungen in der ganzen Welt mitprägen. Ihr Chef gehört zu den einflussreichsten wirtschaftlichen Akteuren überhaupt.

Auch der Außenwert des US-Dollars, in dem sich etwa viele Länder verschuldet haben, hängt maßgeblich von der Politik der Fed ab. Die Devisenkurse sind zudem ein wichtiger Faktor in den internationalen Handelsströmen. Unmittelbar vor der Personalentscheidung hatte die Notenbank in Washington ihren Leitzins am Mittwoch erwartungsgemäß unangetastet gelassen.

Die Fed blickt derzeit mit Sorge auf die Daten zur Teuerung, die trotz der günstigen Wachstums- und Arbeitsmarktbedingungen nicht in gewünschtem Maße anzieht. „Die Inflation für Güter mit Ausnahme von Nahrungsmitteln und Energie ist weiterhin schwach“, hieß es in einer Mitteilung.

Von Powell wird erwartet, dass er den Kurs Yellens mit leichten Zinserhöhungen und einem langsamen, aber stetigen Verkauf von in der Finanzkrise zugekauften Anleihen fortsetzen wird. Er gilt auch als persönlicher Favorit von Finanzminister Steven Mnuchin. Mit Powell entschloss sich Trump für eine sichere Variante an der Spitze der Notenbank. Große Teile seiner republikanischen Partei hätten lieber eine Persönlichkeit mit härterer Gangart an der Fed-Spitze gesehen, die schneller die Zinsen anhebt.


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