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US-Notenbank drosselt Krisenhilfen
Wirtschaft 3 Min. 04.11.2021 Aus unserem online-Archiv
Volumen der Anleihekäufe sinkt

US-Notenbank drosselt Krisenhilfen

Die amerikanischen Währungshüter wagen einen Schritt in Richtung Normalität.
Volumen der Anleihekäufe sinkt

US-Notenbank drosselt Krisenhilfen

Die amerikanischen Währungshüter wagen einen Schritt in Richtung Normalität.
Foto: AFP
Wirtschaft 3 Min. 04.11.2021 Aus unserem online-Archiv
Volumen der Anleihekäufe sinkt

US-Notenbank drosselt Krisenhilfen

Das gab die Federal Reserve nach einer Sitzung in Washington bekannt. Grund ist die derzeitige Erholung der US-Wirtschaft.

(dpa) - Die US-Notenbank will ihre in der Corona-Pandemie beschlossenen Krisenhilfen schrittweise zurückfahren. Die US-Wirtschaft hat sich erholt, dafür steigt die Inflationsgefahr und damit der Druck auf die Währungshüter. Vor diesem Hintergrund kündigte die Federal Reserve (Fed) am Mittwochabend eine Reduzierung ihrer Konjunktur-stützenden Wertpapierkäufe im derzeitigen Volumen von 120 Milliarden Dollar pro Monat um 15 Milliarden Dollar an. Mit dem Programm pumpt die Fed zusätzliches Geld in die Finanzmärkte, um die Kreditzinsen niedrig zu halten und die Wirtschaft anzukurbeln.


The European Central Bank (ECB) building is pictured in Frankfurt am Main, western Germany, on October 28, 2021. - Inflation in the eurozone will "last longer than originally expected" but decline next year as energy price rises and bottlenecks ease, ECB President Christine Lagarde said on October 28, 2021. (Photo by Daniel ROLAND / AFP)
Die EZB muss den Krisenmodus beenden
Eine ultralockere Geldpolitik passt mit einer steigenden Inflation nicht zusammen. Die Europäische Zentralbank muss aktiv werden.

Am Leitzins, der in der extrem niedrigen Spanne von 0,0 bis 0,25 Prozent liegt, ändert sich aber vorerst nichts. Die geldpolitischen Entscheidungen waren an den Finanzmärkten so erwartet worden, die Fed hatte Anleger bereits entsprechend vorbereitet. Die Drosselung der Anleihekäufe dürfte in den kommenden Monaten schrittweise in gleicher Größenordnung weitergehen, sodass das Programm im Juni 2022 auslaufen würde. Die Währungshüter behalten sich jedoch vor, das Tempo je nach wirtschaftlicher Entwicklung bei Bedarf anzupassen.

Zinsen werden (noch) nicht gehoben

Die Leitzinsen dürften indes noch etwas länger an der Nulllinie bleiben. „Wir glauben nicht, dass es an der Zeit ist, die Zinsen anzuheben“, sagte Fed-Chef Jerome Powell nach den geldpolitischen Beschlüssen. Trotz einer erheblich besseren Lage am Arbeitsmarkt gebe es noch Raum für Verbesserungen. An der Börse wird Mitte 2022 - nach dem Ende des Anleihekaufprogramms - mit dem ersten Zinsschritt gerechnet. Damit wäre die Fed wohl schneller als die Europäische Zentralbank (EZB), deren Präsidentin Christine Lagarde Spekulationen auf Zinserhöhungen im kommenden Jahr am Mittwoch in Lissabon dämpfte.


12.12.2019, Hessen, Frankfurt/Main: Die neue Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, spricht bei ihrer ersten Pressekonfernz nach der EZB-Ratssitzung. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Die Zinsen bleiben wohl auch 2022 im Keller
Die Spekulationen um baldige Zinsanhebungen halten an. Aber EZB-Präsidentin Christine Lagarde dämpft die Erwartungen erneut.

„Es ist nicht verwunderlich, dass die Fed lange vor der EZB mit einer Straffung ihrer Geldpolitik beginnt“, erklärte Experte Friedrich Heinemann vom Mannheimer Wirtschaftsforschungsinstitut ZEW. „Die konjunkturelle Erholung der USA ist weiter fortgeschritten, außerdem ist die Fiskalpolitik noch expansiver als in Europa.“ Zudem sei die Lage in der Eurozone wegen der Mitgliedsländer im Währungsraum anders als in den USA. „Es ist unsicher, ob die Finanzierung hoch verschuldeter Euro-Staaten noch funktionieren würde, wenn die EZB diese Anleihekäufe einstellt.“ Die Fed sei handlungsfähiger, weil sie nicht die Liquidität von Teilstaaten garantieren müsse.

Finanzmärkte reagieren positiv

An den Finanzmärkten kamen Powells Aussagen gut an. Die US-Börsen setzten ihre Rekordjagd mit der Aussicht auf eine vorerst anhaltende Billiggeldversorgung durch die Notenbank fort und schlossen zur Wochenmitte mit neuen Höchstständen. Powell räumte zwar ein, dass die erhöhte Inflation keinesfalls der Fed-Definition von Preisstabilität entspreche, betonte aber - wie zuvor schon der Rat der Notenbanker in seinem Statement - dass hinter der erhöhten Teuerung in den USA in erster Linie vorübergehende Faktoren stehen dürften. Zudem bekräftigte er, dass die USA das Ziel der Vollbeschäftigung trotz der Fortschritte auf dem Arbeitsmarkt noch nicht erreicht hätten.


Wi , PK Observatoire National des PME , House of Entrepreneurship , vlnr Tom Wirion , Lex Delles  , Carlo Thelen , Tom Baumert Foto.Guy Jallay / Luxemburger Wort
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Eine zentrale Anlaufstelle bündelt Daten und Expertise. Auch ein Leerstandsmanagement ist vorgesehen.

Die Fed hatte auf die Corona-Krise mit einer extremen Lockerung ihrer Geldpolitik reagiert. Doch inzwischen ist die Notenbank unter Druck, einen Gang herunterzuschalten. Die US-Inflationsrate legte im September auf 5,4 Prozent zu und erreichte damit - wie schon im Juni und Juli - das höchste Niveau seit 2008. Die Teuerung liegt damit deutlich über dem Fed-Zielwert von zwei Prozent. Angesichts hoher Energiepreise und anhaltender Lieferprobleme im Welthandel wird immer deutlicher, dass die erhöhte Inflation kein - wie von der Fed zunächst angenommen - relativ rasch vorübergehendes Phänomen ist.

Unterdessen hat sich die US-Wirtschaft weitgehend von der Krise erholt. In den Sommermonaten verlor das Wachstum zwar wegen Lieferengpässen in der Industrie und steigender Corona-Fallzahlen wieder deutlich an Schwung. Doch kritisch scheint die Lage nicht mehr. So beschleunigte sich etwa der Stellenaufbau in der Privatwirtschaft laut Daten des Arbeitsmarktdienstleisters ADP im Oktober unerwartet. Mit Spannung wird der breiter gefasste Arbeitsmarktbericht der US-Regierung am Freitag erwartet. Im September war die Arbeitslosenquote in den USA auf 4,8 Prozent gefallen. Vor der Pandemie lag sie allerdings bei nur 3,5 Prozent.

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