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US-Forscher Richard Thaler ist Preisträger 2017
Wirtschaft 2 Min. 09.10.2017 Aus unserem online-Archiv
Nobelpreis für Wirtschaft

US-Forscher Richard Thaler ist Preisträger 2017

US-Ökonom Richard Thaler beschäftigt sich mit Themen an der Grenze zwischen Psychologie und Wirtschaftswissenschaften.
Nobelpreis für Wirtschaft

US-Forscher Richard Thaler ist Preisträger 2017

US-Ökonom Richard Thaler beschäftigt sich mit Themen an der Grenze zwischen Psychologie und Wirtschaftswissenschaften.
AFP
Wirtschaft 2 Min. 09.10.2017 Aus unserem online-Archiv
Nobelpreis für Wirtschaft

US-Forscher Richard Thaler ist Preisträger 2017

Handeln wir rational, wenn wir in Geldfragen entscheiden? Diese Frage behandelt die Verhaltensökonomie. Der Professor an der Universität Chicago wurde für seine Arbeiten in diesem Feld ausgezeichnet.

(dpa/las) - Der Nobelpreis für Wirtschaft geht in diesem Jahr an den US-Forscher Richard H. Thaler. Das gab die Königlich-Schwedische Wissenschaftsakademie am Montag in Stockholm bekannt.

Thaler lehrt derzeit in Chicago. Er wurde für seine Beiträge zur Verhaltensökonomie ausgezeichnet, wie die Jury erläuterte. Dabei geht es etwa um psychologische Faktoren, die hinter wirtschaftlichen Entscheidungen stehen.

Ihm ging in seiner Forschung darum, das Modell des „homo economicus” zu relativieren, das annimmt, dass Menschen immer rein rationale Entscheidungen in Geldfragen treffen.

Thaler ist gewissermaßen bereits ein Star: Im Film „The Big Short” erklärte der US-Forscher einer der Gründe, die zur Finanzkrise führten: Der Irrglaube, dass jemand, der mehrmals Gewinne gemacht hat, immer wieder die richtige Entscheidung treffen wird - das Hot-Hand-Phänomen.

Streng genommen ist der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaft gar kein Nobelpreis. Er geht zumindest nicht auf den letzten Willen von Dynamit-Erfinder Alfred Nobel (1833-1896) zurück. Der Schwede hatte in seinem Testament nur Preise für Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Frieden genannt. Den Wirtschaftspreis stiftete die schwedische Reichsbank in Erinnerung an ihn 1968. Offiziell heißt die Auszeichnung „Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften”.

Seitdem wurden vor allem Ökonomen aus den Vereinigten Staaten ausgezeichnet - 2016 ging der Preis an einen US-Amerikaner und einen Finnen. Die US-Politikwissenschaftlerin Elinor Ostrom war 2009 die erste Frau, die den Wirtschaftspreis erhielt.

Der Wirtschaftspreis ist wie die traditionellen Nobelpreise auch mit neun Millionen schwedischen Kronen (rund 940.000 Euro) dotiert. Er wird am 10. Dezember - Nobels Todestag - in Stockholm überreicht.

Die Preisträger der letzten 10 Jahre

2016 - Oliver Hart (USA/Großbritannien) und Bengt Holmström (USA/Finnland). Die Wissenschaftler bekommen die Auszeichnung für ihren Beitrag zur Kontrakttheorie.

2015 - Angus Deaton (USA/Großbritannien). Der gebürtige Schotte bekam den Preis für seine „Analyse von Konsum, Armut und Sozialstaat”.

2014 - Jean Tirole (Frankreich). Das Nobelkomitee zeichnete den Industrieökonomen für seine Forschungen über Marktmacht und Regulierung aus.

2013 - Eugene F. Fama (USA), Lars Peter Hansen (USA) und Robert J. Shiller (USA). Die drei Forscher wurden für ihre Methoden zur Beobachtung der Kursbildung an den Aktienmärkten ausgezeichnet.

2012 - Alvin E. Roth (USA) und Lloyd S. Shapley (USA). Beide entwickelten wichtige Erkenntnisse, wie man verschiedene wirtschaftliche Akteure zueinander bringt.

2011 - Christopher A. Sims (USA) und Thomas Sargent (USA). Ihr Gebiet: Modelle, mit denen sich das Wechselspiel von Inflation, Zinsen und Arbeitslosigkeit analysieren lässt.

2010 - Peter A. Diamond, Dale T. Mortensen (USA) und Christopher A. Pissarides (Großbritannien). Sie wurden für ihre Untersuchung von Marktmechanismen ausgezeichnet.

2009 - Elinor Ostrom (USA) und Oliver E. Williamson (USA). Sie haben gezeigt, „wie gemeinschaftliches Eigentum von Nutzerorganisationen erfolgreich verwaltet werden kann”. Zu Williamson hieß es, er habe Modelle zur Konfliktlösung mit Hilfe von Unternehmensstrukturen entwickelt.

2008 - Paul Krugman (USA) für seine Forschungsergebnisse als Handelstheoretiker.

2007 - Leonid Hurwicz (USA), Eric S. Maskin (USA) und Roger B. Myerson (USA) für ihre Arbeiten über die Grundlagen der „Mechanischen Designtheorie”.


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