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Urteil im Pferdefleisch-Skandal
Wirtschaft 16.04.2019

Urteil im Pferdefleisch-Skandal

Urteil im Pferdefleisch-Skandal

Foto: Reuters/LW-Archiv
Wirtschaft 16.04.2019

Urteil im Pferdefleisch-Skandal

In Paris fiel am Dienstag das Urteil gegen die Verantwortlichen der Firma Spanghero und ihre Komplizen, die betrügerisch Pferdefleisch anstatt Rindfleisch in Fertiggerichten verarbeitetet hatten.

(dpa/mth) - Im Pferdefleisch-Skandal um den französischen Großhändler Spanghero fällte ein Gericht in Frankreich am Dienstag ein Urteil gegen die ehemaligen Verantwortlichen der Firma und eines Partnerunternehmens.

Insgesamt standen vier Angeklagte vor Gericht. Die vier Männer wurden verdächtigt, eine entscheidende Rolle in dem Skandal gespielt zu haben. Das Urteil sollte ursprünglich schon im Februar fallen.


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Der frühere Geschäftsführer der Firma, Jacques Poujol, wurde in erster Instanz zu einer Gefängnisstrafe von 18 Monaten auf Bewährung verurteilt. Johannes Fasen, ein Zwischenhändler aus den Niederlanden, wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Zwei weitere Angeklagte, Hendricus Windmeijer und Patrice Monguillon, wurden zu 18 Monaten auf Bewährung respektive zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Zusätzlich wurden Geldstrafen gegen alle vier Beteiligten ausgesprochen.


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Spanghero mit Sitz in Südwestfrankreich soll 2012 und 2013 wissentlich als Rind gekennzeichnetes Pferdefleisch vertrieben haben.

Zu den Empfängern gehörte der Hersteller Comigel in Metz, der Fleischprodukte wie Lasagne über seine luxemburgische Filiale Tavola in Capellen zubereitete.

Die Fertiggerichte wurden laut früheren Berichten in vielen Ländern verkauft, auch in Luxemburg.


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