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Urlaubstage: ABBL gegen "Gießkannenprinzip"
Wirtschaft 02.04.2019 Aus unserem online-Archiv

Urlaubstage: ABBL gegen "Gießkannenprinzip"

Urlaubstage: ABBL gegen "Gießkannenprinzip"

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Wirtschaft 02.04.2019 Aus unserem online-Archiv

Urlaubstage: ABBL gegen "Gießkannenprinzip"

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Der zusätzliche 26. Urlaubstag soll nicht automatisch für alle Angestellten der Finanzbranche gelten.

Ein weiterer Urlaubstag und ein neuer Feiertag: Das Parlament hat am vergangenen Mittwoch einen Gesetzesentwurf angenommen, durch den zwei zusätzliche freie Tage in Luxemburg eingeführt werden. Der zusätzliche Urlaubstag gilt nur für Arbeitnehmer, die bisher die Mindestanzahl von 25 Tagen pro Jahr nehmen durften. Für Arbeiter, die mehr als 25 Tage Urlaub pro Jahr haben, gilt der zusätzliche Tag nicht.

Während sich die Bankengewerkschaft Aleba bereits über den zusätzlichen 26. gesetzlichen Urlaubstag für "alle" Arbeitnehmer von Banken und Versicherungsgesellschaften freut, sieht die Arbeitgeberseite die gesetzliche Lage ganz anders. "Wir haben den Gesetzestext von unseren Juristen überprüfen lassen und werden heute eine Empfehlung an unsere Mitglieder abgeben, in der wir klarstellen, dass die neuen Bestimmungen nicht automatisch für alle Angestellten der Finanzbranche gelten", sagt ABBL-Direktor Serge De Cillia, der eine "Verteilung nach dem Gießkannenprinzip" verhindern will.

Demnach soll die Regelung jene Arbeitnehmer ausschließen, die bereits mehr als 25 Urlaubstage pro Jahr in Anspruch nehmen. Die sogenannten Ruhetage sollen bei der Berechnung als normale Urlaubstage berücksichtigt werden.

Laut ABBL und ACA (Vereinigung der Versicherungs- und Rückversicherungsgesellschaften in Luxemburg) erscheint das Regierungsprojekt nach wie vor überstürzt.

Die beiden Vereinigungen bedauern unter anderem, dass ihren Bedenken keine Rechnung getragen wurde und dass im Vorfeld keine Diskussion mit den betroffenen Arbeitgebern stattgefunden hat.



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