Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Riesiger Datendiebstahl bei Twitch
Wirtschaft 3 Min. 07.10.2021
Amazon-Tochterfirma

Riesiger Datendiebstahl bei Twitch

Auf Twitch schauen Millionen Menschen zu, wie andere live Games spielen und sich dabei selbst kommentieren.
Amazon-Tochterfirma

Riesiger Datendiebstahl bei Twitch

Auf Twitch schauen Millionen Menschen zu, wie andere live Games spielen und sich dabei selbst kommentieren.
Foto: AFP
Wirtschaft 3 Min. 07.10.2021
Amazon-Tochterfirma

Riesiger Datendiebstahl bei Twitch

Twitch ist vor allem bekannt als Plattform, auf der Gamer live ihren Videospielverlauf übertragen. Ein großes Datenleck könnte den von Amazon gekauften Dienst vor schwerwiegende Probleme stellen.

(dpa) - Die Streaming-Plattform Twitch ist Opfer eines großen Datendiebstahls geworden. Ein Unbekannter veröffentlichte im Netz ein Datenpaket, das nach seinen Angaben auch den gesamten Programmiercode des Dienstes enthält. Die Amazon-Tochterfirma räumte ein, dass sie den Abgriff selbst verschuldet habe: Daten seien durch einen Fehler in der Server-Konfiguration ungeschützt aus dem Internet erreichbar gewesen.

Twitch wird vor allem von Gamern dafür genutzt, den Verlauf von Videospielen live zu übertragen. Die Plattform brachte eigene Stars hervor, die viele Zuschauer haben.

„Weitere Hacks zu erwarten“

Zu den veröffentlichten Daten gehören auch Listen mit den angeblichen Einkünften der Twitch-Streamer. Vor allem könnte aber die Enttarnung der kompletten technischen Plattform gefährliche Folgen haben. 

„Da auch Quelltexte geleakt wurden, ist davon auszugehen, dass diese nun von weiteren Cyberkriminellen nach weiteren Schwachstellen durchsucht werden“, sagte Rüdiger Trost von der IT-Sicherheitsfirma F-Secure. „Es ist zu erwarten, dass wahrscheinlich weitere Hacks der Plattform folgen werden“, warnte er deshalb.

Auf Twitch schauen Millionen Menschen zu, wie andere live Games spielen und sich dabei selbst kommentieren.
Auf Twitch schauen Millionen Menschen zu, wie andere live Games spielen und sich dabei selbst kommentieren.
Foto: Anouk Antony

Twitch betonte zugleich, man habe aktuell keine Hinweise darauf, dass auch Login-Daten der Nutzer betroffen seien. Auch würden von der Plattform generell nicht die kompletten Kreditkartennummern gespeichert und könnten damit auch nicht abgegriffen worden sein. Die Plattform setzte dennoch - „als Vorsichtsmaßnahme“ - die sogenannten Stream Keys zurück, mit denen sie eingehende Liveübertragungen einzelnen Nutzern zuordnen kann. Das dürfte verhindern, dass Twitch-Kanäle von anderen gekapert werden können.

Einkünfte von Hunderttausenden Dollar 

Die veröffentlichten Daten zeigten unter anderem ein großes Einkommensgefälle zwischen den prominentesten Twitch-Streamern, die demnach zum Teil Hunderttausende Dollar verdienen, und weniger populären Nutzern. Mehrere Streamer bestätigten bei Twitter, dass die geleakten Informationen zu ihren Einkünften korrekt seien.


x
Spitzengamer aus Luxemburg
eSports ziehen jedes Jahr rund 292 Millionen Menschen an – über Internet-Streams oder Liveevents der Electronic Sports League – und setzen dabei Millionen um. Bei solchen Zahlen ist es nicht verwunderlich, dass auch einige Luxemburger mitmischen wollen.

Der veröffentlichte Programmiercode enthielt auch Hinweise auf einen noch unveröffentlichten Konkurrenz-Dienst für die populäre Spieleplattform Steam und sogar interne Software-Werkzeuge, mit denen bei Twitch Hacker-Angriffe simuliert werden. „Jeff Bezos hat 970 Millionen Dollar dafür bezahlt“, schrieb die Person hinter dem Leak auf der Plattform 4Chan mit einem Seitenhieb gegen den Amazon-Chef. „Bei uns gibt es das kostenlos.“

Das Blog „Platformer“ befragte nach dem Leak frühere Twitch-Entwickler. Sie berichteten unter anderem, dass es bei der Plattform intern kaum Vorkehrungen gegen das Herunterladen großer Mengen Software-Codes durch Mitarbeiter gegeben habe. Obwohl Amazon, das für starke IT-Sicherheit bekannt ist, Twitch bereits 2014 gekauft habe, sei die Plattform noch mit ihren eigenen Sicherheitsvorkehrungen betrieben worden, hieß es auch.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Quantencomputer gelten als verheißungsvolle Zukunftstechnologie. Nun steigt auch der weltgrößte Cloud-Anbieter ins Rennen um die superschnellen Rechner ein.
Seinen Europasitz hat Amazon in Luxemburg.
„11F Gaming“: Erstes eSports-Team aus dem Großherzogtum
eSports ziehen jedes Jahr rund 292 Millionen Menschen an – über Internet-Streams oder Liveevents der Electronic Sports League – und setzen dabei Millionen um. Bei solchen Zahlen ist es nicht verwunderlich, dass auch einige Luxemburger mitmischen wollen.
x
„Call of Duty“-Weltmeisterschaft
Videospiele sind nicht nur ein Milliarden-Geschäft, sondern füllen ganze Hallen mit Fans, die Top-Gamern beim Spielen zusehen. Diese trafen sich am Wochenende in Los Angeles zur Weltmeisterschaft im Kampfspiel „Call of Duty“.